Küchenplanung: Gute Küchen für gesunde Rücken

Vielseitige Oberflächen und außergewöhnliche Designs haben in die modernen Küchen Einzug gehalten. Gleichzeitig wird bei der Küchenplanung zunehmend Wert auf Ergonomie gelegt, damit die Arbeit in der Küche für Magen und Rücken gleichermaßen bekömmlich bleibt.

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Küchenplanung, Rücken schonen, Foto: +SEGMENTO / Poggenpohl
Tipp bei der Küchenplanung: Ausziehbare Unterschränke schonen den Rücken. Foto: +SEGMENTO / Poggenpohl Foto: +SEGMENTO / Poggenpohl

Entscheidend für entspanntes Arbeiten in der Küche ist eine sorgfältige Planung vorab. Besonders wichtig: Die Küchengeräte sollten logisch aneinandergereiht werden, verschiedene Schranksysteme ermöglichen leichten Zugriff und gute Übersicht über die Küchengeräte, Geschirr und Zutaten. Die Höhe der Arbeitsflächen muss in der ergonomischen Küche unbedingt zu dem passen, der die Hauptarbeit in der Küche leistet. Denn nichts belastet den Rücken mehr als eine gekrümmte Haltung. Vor allem im unteren Bereich kann es zu Problemen kommen, aber auch Schultern und Nacken werden unnötig belastet.

Zonenplanung und die richtige Küchenform

Platz ist in der kleinsten Küche – wenn sie richtig eingerichtet ist. Um in der Küche rückenschonend agieren zu können, ist die Einhaltung bestimmter Größen, Abstände und Freiräume empfehlenswert:

  • Reine Arbeitsküchen sollten  acht bis zehn Quadratmeter groß sein.
  • Küchen mit Essplatz benötigen eine Mindestgröße von zwölf Quadratmetern.
  • Vor oder zwischen zwei Küchenzeilen sollte ein Bewegungsraum von mindestens 1,20 Meter vorhanden sein.
  • Die Hauptarbeitsfläche zwischen Spüle und Herd ist idealerweise mindestens 90 Zentimeter breit.

Um die Ergonomie und Effizienz zu maximieren, empfiehlt sich die Einteilung in fünf verschiedene Zonen, nämlich Vorratshaltung, Aufbewahrung, Spülen, Vorbereitung sowie Kochen und Backen. Für Rechtshänder ist die Anordnung der Zonen im Uhrzeigersinn ideal, Linkshänder ordnen gegen den Uhrzeigersinn an.

Küchenplanung: Die perfekte Arbeitshöhe

Die Arbeitshöhe einer Einbauküche lässt sich heute mit systematisierten Elementen leicht an die Körpergröße anpassen. Für rückenschonendes Arbeiten werden zum Beispiel folgende Maße empfohlen:

  • Körpergröße von 1,55 Meter: Arbeitshöhe 85 Zentimeter
  • Körpergröße von 1,70 Meter: Arbeitshöhe 95 Zentimeter
  • Körpergröße von 1,85 Meter: Arbeitshöhe 103 Zentimeter

Die ideale Höhe lässt sich leicht beim Küchenbauer erfragen oder kann zu Hause im Selbstversuch ermittelt werden. Abgestimmt auf die variablen Arbeitshöhen werden auch Unterschränke in zwei Höhen angeboten. Bei den Basisschränken liegt die Höhe zwischen 83 und 91 Zentimetern, Maxiunterschränke besitzen eine Höhe zwischen 92 und 110 Zentimetern. Durch Sockelhöhe und Arbeitsplattenstärke lassen sich die Maße für ein einheitliches Erscheinungsbild entsprechend anpassen.

Küchengeräte platzieren

Für effiziente Arbeitsabläufe in der Küche ist die richtige Anordnung der Kücheneinbaugeräte wichtig. Ideal ist ein abgesenkter Kochbereich, da sich die optimale Arbeitshöhe an der Oberkante des Topfes orientiert. Die Spüle dagegen sollte etwa 15 Zentimeter höher als die allgemeine Arbeitshöhe sein. Bei der Lage der Abtropffläche ist auf die Händigkeit zu achten.

Für Backöfen, Kühlschränke und sogar Spülmaschinen liegt der Einbau in Greifhöhe zunehmend im Trend. Dadurch entfällt das rückenbelastende Bücken bei der Entnahme des Backguts oder dem Ausräumen des Geschirrspülers. Backöfen sollten generell mit Teleskopauszügen versehen sein.

Rücken schonen beim Kochen

So perfekt und ergonomisch die Einrichtung der Küche auch sein mag, der Koch selbst kann und muss ebenso einiges tun, um den Rücken zu schonen:

  • Körperhaltung und Standort während des Kochens wechseln, Sitzarbeitsplätze nutzen
  • Häufig genutzte Dinge an leicht zugänglichen Stellen platzieren
  • In die Hocke gehen, statt bücken, wann immer das möglich ist
  • Höher gelegene Gegenstände mit einer Trittleiter entnehmen

Richtig einräumen

Bei der ergonomischen Küchenplanung geht es unter anderem auch um die richtige Platzierung der verschiedenen Utensilien. Beim Einräumen von Hochschränken gilt, dass Schweres nie oberhalb der Schultergelenke gelagert werden darf. Lässt sich dies nicht umgehen, sollte zur Entnahme eine Trittleiter verwendet werden. Hilfreich und entlastend für den Rücken sind Innenauszüge, Korb- und Drahtgitterfächer oder die Teleskopauszüge. Besonders leicht zugänglich ist der Apothekerschrank, der als Vorratsschrank eingesetzt wird und die seitliche Entnahme ermöglicht. Ebenfalls sehr komfortabel: absenkbare Oberschränke.


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