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Dispersionsfarbe - schnöder Name, vielseitiges Produkt

Sie ist die "eierlegende Wollmilchsau" unter den Anstrichstoffen und die wohl beliebtesten Farbe für Haus und Wohnung. An ihrem Namen kann das wahrlich nicht liegen, wohl aber an den Eigenschaften der Dispersionsfarbe.

von Steffen Malyszczyk
Dispersionsfarbe, Wandfarbe, Wandanstrich
Es muss nicht immer weiß sein: Dispersionsfarbe ermöglicht farbenfrohe Wandanstriche in beliebigen Farbtönen.
Dispersionsfarbe, Wandfarbe, Wandanstrich
Dispersionsfarbe - der Alleskönner unter den bunten Anstrichen. Fotos: www.farbqualitaet.de

Kühe wissen nichts über Chemie, und können dennoch eine feine Dispersion aus Wasser, Fett und Eiweißstoffen herstellen - die Milch. So wie Fette lassen sich Natur- oder Kunstharze in Wasser nicht lösen, aber sie lassen sich darin unter anderem mit Farbpigmenten und Zusatzstoffen sehr fein, stabil und gleichmäßig dispergieren, also mischen.

Die Alleskönner unter den Farben

Es gibt Anstriche auf natürlicher Basis, beispielsweise mit Bienenwachs als Bindemittel, doch meist beruht Dispersionsfarbe auf Kunstharzen wie Polyvinylpropionat, Polyvinylacetat, synthetischem Kautschuk oder Acrylaten. Während Leim-, Silikat-, Latex- oder Kalkfarbe heute mehr und mehr für spezielle Anwendungen gekauft werden, gilt Dispersionsfarbe als der Alleskönner. Die Industrie unterbreitet renovierungswilligen Kunden eine riesige Auswahl an solchen Anstrichen. Im Baumarkt wird Dispersionsfarbe meist in den bekannten ovalen Fünf- oder Zehn-Liter-Eimern angeboten. Wie die Stiftung Warentest herausfand, liegen die Preise für zehn Liter je nach Qualität und Hersteller zwischen zehn und 35 Euro, für Naturfarben müsse man bis 70 Euro ausgeben.

Dispersionsfarbe hält auf fast jedem Untergrund

Nach Herstellerangaben lässt sich Dispersionsfarbe auf nahezu alle Untergründe streichen, aus denen Bauelemente im Wohnbereich bestehen können: Beton, Gips, Gipskartonplatten, Kalksandstein, Ziegelmauerwerk, Hartschaum und Hartfaserplatten. Gute Farbträger sind auch alle üblichen Innenputze, Tapeten und natürlich frühere, noch gut haftende Dispersionsanstriche. Gar nicht geeignet sind Wasser abweisende Kunststoffoberflächen sowie Leim- und Kreidefarben, die vorher abgewaschen werden müssen. Stark saugende Untergründe sollten mit Tiefengrund vorbehandelt werden. Im Zweifelsfall kann auch ein Blick auf die Verarbeitungshinweise des Herstellers weiterhelfen.

Scheuerbeständig und überstreichbar

Wenn Wand und Decke gestrichen sind, verdunstet das Wasser und zurück bleibt im Grunde genommen ein dünner, aber widerstandsfähiger Kunststofffilm. Kritiker bemängeln das und ziehen den Vergleich zur Kunststofftüte. Doch die meisten Käufer schätzen vor allem die nützlichen Eigenschaften der Dispersionsfarbe: Sie ist leicht mit Wasser zu verdünnen, mehrfach zu überstreichen, scheuerbeständig, meist emissionsarm und deshalb umweltschonend. Hand- und Heimwerker bevorzugen eine cremige Beschaffenheit, die an Sahne erinnert. Die Anstriche tropfen deshalb kaum und lassen sich gut verarbeiten. Als Dispersion oder auch Mischung lassen sie sich bestens einfärben, heute gern in belebenden mediterranen Farbtönen.

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