Tapete - aus Raufaser, Vlies und Fototapete
Das korrekte Ausrichten der Bahnen, schiefe Ecken und Kanten können beim Tapezieren echte Herausforderungen sein. Dabei sind selbst Problemzonen gut zu meistern - wenn man einige Punkte beachtet.
von Michaela HummelDer erste Schritt beim Tapezieren ist das Zuschneiden der Bahnen. Die Raumhöhe plus fünf bis zehn Zentimeter ergibt die richtige Bahnlänge. Wichtig: bei Tapeten mit Muster unbedingt die Rapportangaben, also die Musterübereinstimmung, beachten.
Das Einkleistern erfolgt von der Mitte zu den Enden. Man sollte nur so viele Bahnen einkleistern, wie man in rund 15 Minuten verarbeiten kann. Dann die Bahnen zum Einweichen nach der Eindrittel-/Zweidrittel-Methode zusammenlegen. Dabei sollten die Ränder exakt übereinander liegen - sonst trocknen die Kanten aus.
Der wichtigste Schritt für gerade Tapeten ist das Ausloten - als Orientierung zeichnet man mit Hilfe eines Lots einen senkrechten Strich an die Wand. Weil keine Ecke zu 100 Prozent gerade ist, sollte man diesen Vorgang bei jeder Wand wiederholen. Die Bahn wird mit leichtem Überstand zur Decke angesetzt und von der Mitte aus mit Bürste oder Rolle blasenfrei angedrückt - herausquellenden Kleister mit einem feuchten Tuch abtupfen.
Für einen sauberen Decken- und Fußleistenabschluss drückt man mit der Scherenrückseite die Tapete sorgfältig in die Ecke, löst sie etwas und schneidet an der Markierung ab. Man kann aber auch anhand einer Tapezierschiene die überstehenden Teile mit einem Cuttermesser abschneiden oder gegen die scharfe Kante abreißen.
Bei Ecken sollte die Bahn maximal zwei Zentimeter um die Ecke herum geklebt werden. Dafür den überstehenden Teil mehrfach quer einschneiden um Falten zu vermeiden und um oder in die Ecke drücken. Bevor die nächste Bahn angesetzt wird - erneut ausloten. Bei Innenecken tapeziert man die neue Bahn über den kleinen Überstand; bei dünnen Tapeten können sich die Bahnen auch bei Außenecken überlappen.
Hat man sich für dicke Tapeten entschieden, müssen auch die Ecken auf Stoß geklebt werden, um eine unschöne Optik zu vermeiden. Dazu müssen die Bahnen überlappen - dann werden sie entlang einer Schiene mit einem Cuttermesser gleichzeitig durchtrennt - der sogenannte Doppelnahtschnitt. Die abgetrennten Streifen werden entfernt und die Kanten mit einem Nahtroller fest angedrückt.
Bei Nischen wird die angrenzende Bahn so angesetzt, dass die Tiefe der Nische berücksichtigt wird. Dann wird die Tapete in Höhe der Fensterbank und Fensteroberkante eingeschnitten und umgeklappt. Die Bahnen über dem Fenster werden in den Sturz geklappt und zugeschnitten.
Hier gilt als oberstes Gebot: Strom ausschalten! Vor dem Tapezieren werden die Abdeckungen entfernt und einfach übertapeziert. Danach mit dem Cuttermesser frei schneiden.
Hilfreich kann hier ein Gerüst sein - es geht aber auch mit einer Leiter. Dabei richtet einer die Bahn aus und drückt sie fest, während der andere die restliche Tapete mit einem sauberen Besen hochhält.
© Immowelt AG 2011 ® www.bauen.de Wissen rund ums Bauen!