Ab in die Höhe: Schmales Haus in der Baulücke

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Beim Hausbau findet man nicht immer optimale Grundstücksbedingungen vor. Besonders schwierig ist ein Neubau in der Stadt: Freie Grundstücke sind selten und – wenn es sie denn gibt – entsprechend teuer. So lohnt sich auch der Blick auf weniger attraktive Bebauungsflächen, beispielsweise besonders kleine Grundstücke oder Baulücken.

Baulücke, schmale Lage am Hang, Architektenhaus
Eine schmale Hanglage erfordert kreative und unkonventionelle Lösungen. So entstand auf dieser Baulücke ein nur 4,60 Meter breites Architektenhaus. Foto: Finckh Architekten BDA/Arcimmo Foto: Finckh Architekten BDA/Arcimmo

Bauherren, die auf der Suche nach einem städtisch gelegenen, aber trotzdem günstigen Standort für ihr neues Zuhause sind, sollten auch nach ungewöhnlichen Grundstücken Ausschau halten. Denn in organisch gewachsenen Vierteln finden sich manchmal Baulücken, also freie, meist sehr schmale Flächen, zum Beispiel zwischen zwei bestehenden Häusern. Alternativ entstehen kleine Parzellen bei der Aufteilung eines größeren Anwesens, beispielsweise in einem Erbfall. Solche Baulücken sind teils schwer zu verkaufen, da sie manchmal eine ungünstige Form und nicht immer rechte Winkel haben. Deswegen sind sie im Vergleich zu den normalen Quadratmeterpreisen für Stadt-Grundstücke günstiger erhältlich.

Bei schmalen Grundstücken zahlt sich Kreativität aus

Mit etwas Kreativität und Willen wächst auf solch baulich problematischen Grundstücken das neue Zuhause – und zwar am besten weit nach oben. Denn so muss kein Platzmangel befürchtet werden: Die Fläche, die der Grund nicht bietet, kann durch zusätzliche Stockwerke ausgeglichen werden. Eine Dachterrasse auf dem Haus bietet vor allem bei schönem Wetter zusätzlichen Raum – und ist zudem noch ein toller Luxus. Damit auch in den übrigen Räumen genug Licht und Sonnenschein vorhanden ist, sollte man bei der Planung von Baulücken-Häusern im Schulterschluss mit zwei anliegenden Gebäuden besonderes Augenmerk auf die Fensterfronten legen – schließlich gibt es ja nur zwei Seiten des Hauses, die überhaupt mit Fenstern ausgestattet werden können. Bei solchen Häusern lohnt es sich zudem, den klassischen Hausaufbau zu überdenken. So kann es Sinn machen, die Schlafzimmer in den unteren – und somit dunkleren – Stockwerken einzuplanen, während die lichtdurchfluteten oberen Bereiche zum Wohnen genutzt werden können. Während man bei Treppen auf schmale oder kleine Varianten, beispielsweise Wendeltreppen, zurückgreifen sollte, lohnt es sich, auf große Flure gleich ganz zu verzichten. Wer ein Bauwerk über viele Etagen bezieht, muss sich im Klaren sein, dass die vielen Treppen auf Dauer anstrengend werden können. So kann es sich lohnen, bereits in der Planungsphase den späteren Einbau eines Fahrstuhls zu berücksichtigen – so können die vielen Stockwerke auch im Alter genutzt werden.

Nicht nur bei der Baulücke: Baurecht überprüfen

Der Rahmen, in dem die Baulücke bebaut werden darf, ist durch das Baurecht vorgegeben. Wie auch beim Kauf von herkömmlichen Grundstücken sollte man sich vorab mit dem Bebauungsplan bei der Gemeindeverwaltung, dem zuständigen Bauordnungs- oder Stadtplanungsamt vertraut machen: Dieser regelt die maximale Höhe und Abstandsgrenzen genauso wie sonstige bauliche Vorschriften. Denn was bringt ein acht Meter breites Grundstück, wenn man auf beiden Seiten drei Meter Abstand zu den Nachbarn einhalten muss?

Da die speziellen Anforderungen eines schmalen und kleinen Grundstücks oft nicht mit einem Fertighaus harmonieren, lohnt es, einen Architekten zu beauftragen, der individuelle Lösungen für die Wohnwünsche der Baufamilie findet.


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