Alte Fenster und Türen sanieren: Lack ab, Holz schützen

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Neue Türen und Fenster oder doch die alten sanieren? Wer selber Hand anlegt, kann kostensparend aber zeitintensiv die alte Bausubstanz retten.

Foto: tesa
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Alte Türen und Fenster sehen meist gut aus, befinden sich bisweilen jedoch in einem miserablen Zustand. Altbaubesitzer stehen dann vor der Entscheidung, ob die historischen Baustoffe saniert oder ob neue Fenster und Türen eingebaut werden sollen. Wer sich für die Sanierung entscheidet, muss allerdings bedenken, dass diese sehr arbeitsintensiv ist. Selbermacher können alte Türen und Fenster mit vergleichsweise kleinem Budget auf Vordermann bringen.

Alte Türen und Fenster spachteln und schleifen

In vielen Fällen sind alte Fenster und Türen lackiert. Bevor man mit den Arbeiten beginnt, werden Tür- und Fenstergriffe abgeschraubt und grobe Verschmutzungen entfernt. Hat der alte Lack Risse und platzt ab, reicht einfaches Abschleifen - zumindest an den schadhaften Stellen - nicht aus. Der Lack muss entfernt werden. Es empfiehlt sich, diese Stellen anschließend zu spachteln und erneut zu schleifen, damit eine ebene und glatte Fläche ohne Übergänge entsteht.

Anschließend wird die komplette Fläche mit feinem Schleifpapier abgeschliffen, von Staub befreit und mit Grundierung vorgestrichen. Nach dem Trocknen sollte man sorgfältig prüfen, ob es noch Fehlstellen gibt, die übersehen wurden. Vor dem Auftragen des Decklacks empfiehlt sich noch ein Zwischenschliff des gesamten Fensters, beziehungsweise der gesamten Tür mit sehr feinem Schleifpapier. Anschließend wird der Lack mit Rolle oder Pinsel aufgetragen.

Soll das alte Fenster beziehungsweise die alte Türe nach der Sanierung im Holzfinish erstrahlen, ist die Vorgehensweise eine andere: Denn zunächst muss der gesamte Lack vollständig abgetragen werden. Ein Schleifen mit grobem Schleifpapier wäre hier fatal, da dadurch auch die Substanz beschädigt werden kann. Es gibt es zwei Möglichkeiten, den alten Lack zu entfernen. Entweder abbeizen oder mittels einer Heißluftpistole mühsam den Lack entfernen.

Türen und Fenster abbeizen

Beim Abbeizen sollte darauf geachtet werden, dass das verwendete Produkt möglichst keine gesundheitsgefährdenden Substanzen enthält. Das ist gar nicht so einfach, denn Lösemittel enthalten alle Produkte. Es empfiehlt sich deshalb, solche Arbeiten nicht in geschlossenen Räumen zu erledigen. Auch das Entfernen des Lacks mittels Heißluftpistole und Spachtel ist nicht ganz ohne gesundheitliche Bedenken, da durch die Hitze Chemikalien entweichen können - gerade bei sehr alten Anstrichen ist kaum einzuschätzen, welche Stoffe freigesetzt werden. Deshalb gilt auch hier: Während der Arbeiten auf gute Frischluftzufuhr achten. Beim Umgang mit der Heißluftpistole gilt außerdem: Nicht zu lange auf eine Stelle richten, da ansonsten das Holz leicht verkohlt. Bei alten Holzfenstern ist zudem zu beachten, dass der Fensterkitt oftmals brüchig und porös ist. Er sollte am besten vollständig entfernt und durch neuen ersetzt werden.

Mit feinem Schleifpapier nacharbeiten

Erst nachdem der alte Lack entfernt ist, werden die Holzteile vorsichtig und mit feinem Schleifpapier bearbeitet und anschließend mit einer Lasur bestrichen. Hier sind mindestens zwei Anstriche nötig, da das Holz beim ersten Anstrich noch stark saugt, so dass es zu einem ungleichmäßig wirkenden Finish kommen kann. Es gibt verschiedene Arten von Lasuren, bei der Verarbeitung sollten grundsätzlich die Herstellerangaben beachtet werden. Zudem gilt es zu bedenken, dass lasierte Holzteile im Außenbereich alle ein bis zwei Jahre einen neuen Anstrich benötigen.

Bei einer Altbausanierung sollte zudem bedacht werden, dass alte Fenster energetisch oft nicht auf dem Stand der Zeit sind. Insbesondere einfach verglaste Fenster sind energetisch oft sehr schlecht, so dass sich hier der Austausch anbietet. Anders kann das bei alten Fenstern zum Beispiel aus der Gründerzeit sein. Handelt es sich um Kastenfenster, ist die Wärmedämmung wegen des großen Luftraums zwischen den beiden Flügeln besser, als dies oft angenommen wird. Insbesondere dann, wenn es sich um historische und hochwertig verarbeitete Fenster handelt, lohnt sich oft eine Sanierung.


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1 Kommentar

Jogie0815 am 15.07.2014 16:26

Klar kann man seine Fenster selber fit machen Aber gerade bei Holzfenstern sollte man so einiges beachten :-)

Holz sollte in regelmäßigen Abständen (3-4 Jahre) mit einem Pflegeöl oder -milch nachbehandelt werden. Bei der Reinigung der... mehr

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