Arbeiten gegen die Schwerkraft: Die Umwälzpumpe

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Umwälzpumpen sind die mit Abstand unscheinbarsten Elektrogeräte; sie arbeiten unauffällig im Hintergrund und fallen nur auf, wenn sie ausfallen. Dann aber zeigt die Umwälzpumpe, wie wichtig sie ist.

Vor der Installation einer Umwälzpumpe sollten Hausbesitzer einige wichtige Hinweise beachten. Foto: Solvis Foto: Solvis

Funktionsweise einer Umwälzpumpe

In Haus und Wohnung werden nahezu ausschließlich Kreiselpumpen betrieben: Ein Elektromotor treibt ein Propellerrad an, das eine Flüssigkeit durch Leitungen treibt. Solche Geräte haben im Wesentlichen eine Funktion: Sie fördern oder transportieren eine Flüssigkeit, meist Wasser, zeitweise von einem Ort zum anderen, heben es aus Brunnen und Tanks ins Haus oder befördern es beispielsweise zum Gartenteich.

Umwälzpumpen dagegen sorgen im Haushalt kontinuierlich dafür, dass Wasser in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert, weshalb diese Geräte auch Zirkulationspumpen heißen. Sie werden in Wohngebäuden mit moderner Technik an etlichen Stellen benötigt. Während früher die Schwerkraft in den armdicken Eisenrohren der Zentralheizung dafür sorgte, dass warmes Wasser zu den Heizkörpern strömte, ermöglichen heute Umwälzpumpen den Wärmeaustausch über nur fingerdicke Leitungen. Oft sorgt eine Umwälzpumpe dafür, dass in Küche, Bad oder WC unverzüglich warmes Wasser gezapft werden kann, obwohl der Speicher weit entfernt im Keller steht. Daher werden sie auch Schwerkraftbeschleuniger genannt. Außerdem leiten Zirkulationspumpen in Solaranlagen die erwärmte Flüssigkeit zum Wärmetauscher und die kalte zurück zum Kollektor auf dem Dach.

Energieeffizienz und Regelung von Umwälzpumpen

Die hier beschriebenen Pumpen sind Schwerarbeiter, sind sie doch oft rund um die Uhr im Einsatz. Da sie selbstredend Strom benötigen, kann ein erheblicher Energieverbrauch entstehen – meist sogar unbemerkt, weil kaum jemand nachrechnet. Alte Umwälzpumpen in Heizungsanlagen haben meist eine Leistung zwischen 60 und 100 Watt. Deren Betriebskosten kann man leicht ermessen, wenn man von durchschnittlich 5.000 Betriebsstunden jährlich ausgeht. Nicht zu vergessen: Meist gibt es mehrere Umwälzpumpen im Haus.

Oft haben sie zwei Mängel:

  1. Sie sind zu stark dimensioniert, erzeugen also mehr Druck und damit mehr Reibungswiderstand in den Rohren als nötig.
  2. Es handelt sich oft noch um ungeregelte Geräte, die nur die Betriebszustände „ein“ oder „aus“ kennen. Eine Abstimmung der Pumpenleistung auf den unterschiedlichen Heizbedarf zu verschiedenen Tageszeiten ist also nicht möglich.

Hocheffizienzpumpe trotz alter Heizung?

Bei Zentralheizungen – gleich ob Thermen oder Kessel –, bei Solaranlagen oder bei der Warmwasserversorgung sollten heutzutage Hocheffizienzpumpen installiert werden. Sie sind sehr sparsam und ihre Drehzahl kann dem Betriebszustand der Heizung angepasst werden. Eine Umwälzpumpe muss heutzutage kein Kraftprotz mehr sein; es gilt das Prinzip „so leistungsstark wie gerade nötig“. Die Faustformel 0,15 Watt mal beheizte Fläche des Hauses in Quadratmetern veranschaulicht, dass eine moderne Hocheffizienzpumpe für ein mittleres Einfamilienhaus mit 25 Watt oder sogar weniger Leistung auskommen kann.

Für eine alte Zentralheizung lohnt sich eine solche Pumpe eher nicht. Funktionierende ältere Umwälzpumpen auszuwechseln, rechnet sich wegen des Installationsaufwandes meist auch nicht unbedingt. Muss jedoch ohnehin eine neue Heizung angeschafft werden, sollten Hausbesitzer von vornherein darauf achten, dass sie mit einer sparsamen Umwälzpumpe ausgerüstet ist, die den neuen Energie-Effizienz-Index der Europäischen Union (kurz EEI) einhält. Das CE-Zeichen, also die Zulassung für den europäischen Markt, erhalten künftig nur solche Erzeugnisse, die einen Index von 0,27 einhalten oder noch unterschreiten.


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