Bauen mit Bauträger: So erkennt man Qualität

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Bauen mit Bauträger - das ist für eine Vielzahl von Bauherren heute der normale Weg zum Eigenheim. Es ist allerdings sehr wichtig, mit einem guten Bauträger zu bauen, um späteren Ärger zu vermeiden.

Foto: Horst Schmidt / fotolia.com
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Viele Menschen, die sich für einen Neubau entscheiden, bauen mit Bauträger. Das ist praktisch, da man nur einen Ansprechpartner hat und sich nicht selbst um Architekt, Behörden oder Handwerker kümmern muss. Allerdings ist nicht jeder Bauträger gleich gut und es gibt viele Fallen, die sich später als kostspielig herausstellen können. Um das zu vermeiden gilt es, schon vor Vertragsabschluss die Spreu vom Weizen zu trennen und den besten Vertragspartner zu identifizieren.

Nach Referenzobjekten fragen

Ist der Bauträger schon längere Zeit am Markt, kann er sicher Referenzobjekte in der Umgebung nennen. Es kann sich lohnen, die dortigen Bewohner nach ihren Erfahrungen zu befragen: Gab es Mängel? Wie ging der Bauträger mit Mängelrügen um? Kam es zu Verzögerungen? Ebenfalls nicht uninteressant: Hat eine Firma in der Vergangenheit Eigentümer, Name, Gesellschaftsform gewechselt? In manchen Fällen gibt es auch ein Musterhaus, das man besichtigen sollte um sich einen Eindruck von der Qualität des Bauträgers zu machen.

Bauen mit Bauträger: Verkaufs-Unterlagen prüfen

Bauträger offerieren heute ihre Häuser auf ihrer eigenen Webseite in Internetportalen und Katalogen. Doch wie aussagefähig sind die Angaben? Es gilt: Bei rein werblichen aber nichtssagende Beschreibungen sollte man nachhaken. Je genauer und objektiver der Leistungsumfang dargestellt wird, desto eher kann man sich vorab ein Bild machen.

Nach Bau- und Leistungsbeschreibung fragen

Wenn es konkreter wird, sollte schon relativ früh nach der Bau- und Leistungsbeschreibung gefragt werden. Denn hier gibt es beim Bauen mit Bauträger viele Fallen. Oft sind diese Beschreibungen, die ja Grundlage für den Vertrag sind, ungenau und unvollständig. Schwammige Formulierungen wie "hochwertige Armaturen" sind nicht konkret genug. Und auch der Begriff "Schlüsselfertig" ist nicht definiert. Muster-Baubeschreibungen zum Vergleichen gibt es beispielsweise bei Verbraucherzentralen.

Mögliche Falle: Sonderwünsche und Zusatzleistungen

Der Grundpreis mancher Häuser ist oft gar nicht so hoch. Aber durch Sonderwünsche oder Zusatzleistungen, die vertraglich nicht vereinbart wurden, kann der tatsächliche Preis beim Bauen mit Bauträger ganz schön in die Höhe gehen. Sonderwünsche müssen übrigens nicht immer Luxus sein. So ist zum Beispiel die Anzahl der Steckdosen in der Basisausstattung ziemlich knapp bemessen. Und viele Kleinigkeiten summieren sich oft zu stolzen Summen. Zudem gehören zu einem schlüsselfertigen Haus nicht unbedingt Außenanlage, Carport oder Garage. Weiterhin sollte man beim Bauen mit Bauträgern nachhaken, ob Hausanschluss- oder Erschließungskosten schon im Preis enthalten sind.

Baubegleitende Qualitätssicherung

TÜV, Dekra und andere Organisationen bieten baubegleitende Qualitätssicherungen an. Das ist zunächst ein gutes Zeichen. Allerdings sollte der Bauherr wissen, dass die jeweilige Organisation im Auftrag des Bauträgers tätig ist. Eigene Weisungen kann der Bauherr deshalb nicht erteilen.

Bankauskunft

Im Zweifel sollte man eine Bankauskunft über den Bauträger einholen um zu erfahren, ob dieser in einer finanziellen Schieflage ist.

Kostenloser Download: Checkliste guter Bauträger 


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1 Kommentar

BauherrRodgau am 09.12.2018 09:54

[entfernt] als Bauträger ist nur bedingt zu empfehlen.

Die Qualität der Gewerke ist gut, wenn man jeden Arbeitsschritt kontrolliert. Macht man es nicht, wird gepfuscht was das Zeug hält.

Deswegen unbedingt Bauaufsicht beauftragen, die regelmäßig den Baufortschritt überwacht.

Außerdem vor dem Kauf Rechtschutzversicherung abschließen. Wir, so wie zwei Drittel aller Nachbarn, liegen im Streit mit dem Bauträger.

Die Grundstücke sind kleiner als abgesprochen, der Mutterboden ist vollgemüllt, Straßen und Wege nur unzureichend befestigt, verschiedene Gewerke nur mit geringer Qualität ausgeführt - Einsicht des Bauträger: Fehlanzeige. Stattdessen hagelt es Drohungen a la: "nehmen Sie es so hin oder nehmen Sie einen Rechtsstreit in Kauf!"

Fazit: ohne juristische Bertreuung ist eine Zusammenarbeit nicht zu empfehlen. Außerdem immer darauf achten, dass alle Zusagen schriftlich festgehalten und von beiden Seiten bestätigt sind (hier windet sich der Bauträger [entfernt] gerne raus), denn andernfalls zählt nichts was mündlich vereinbart wurde. Unbedingt auf fehlende Informationen bestehen - Grundstücksgröße, Höhenunterschiede zwischen den Grundstücken, Größe und Fertigstellung des Spielplatzes, Beleuchtung, zu schützende Grundstücks(Habitats-)Flächen- unangenehme Bauträgerthemen werden gerne verschwiegen.

[Bitte beachten: dies ist kein Portal, auf dem Baufirmen bewertet werden können. Wir entfernen entsprechende Nennungen. D. Red.]

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