Baukosten senken: Sechs Tipps für angehende Häuslebauer

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Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen will, muss sparsam wirtschaften. Eine fachkundige Kostenplanung ist Grundvoraussetzung. Doch als Bauherr kann man von Beginn an durch preisbewusste Entscheidungen die Baukosten senken oder niedrig halten.

Baukosten senken
Von der Dachform bis zum Keller eines Hauses gibt es viele clevere Entscheidungen, die Baukosten senken können. Foto: LBS

Ein Neubau ist eine kostspielige Angelegenheit. Für manchen zerplatzt der Traum vom Eigenheim an den Ansprüchen und deren Finanzierbarkeit. Doch wer clever kalkuliert und typische Kostenfallen beim Bauen kennt, kann bares Geld sparen und so die Baukosten senken.

1. Der Grundstückskauf

Noch vor Planungsbeginn, kann man bereits beim Grundstückserwerb sparen. So sollte beispielsweise die Grundstücksgröße wohl überlegt sein. Ein kleineres Grundstück kostet nicht nur weniger, sondern verursacht außerdem weniger Arbeit. Eine weitere Möglichkeit ist, bei Kommunen und Kirchengemeinden nachzufragen. Diese vergeben traditionell Erbbaugrundstücke, die oftmals besonders günstig sind.

2. Die Baufinanzierung

Wer mehr Zeit und Mühe in die Suche nach der geeigneten Bank statt der Kücheneinrichtung investiert, kann mit hohen Einsparungen belohnt werden. Denn die Finanzierungsbedingungen der Banken unterscheiden sich erheblich. Schon kleine Zinsdifferenzen können über den gesamten Finanzierungszeitraum bis zu einige Tausend Euro einsparen. Bei einer Darlehenssumme von beispielsweise 200.000 Euro macht die Zinsdifferenz zweier Banken von fünf und 5,2 Prozent in zehn Jahren etwa 5.000 Euro Ersparnis aus.

Ein niedriger Zinssatz allein bringt aber langfristig noch keinen Vorteil, wenn die monatliche Tilgungsrate zu klein ist. Der Weg zur Schuldenfreiheit ist dann umso länger. Wer sich schneller von der monatlichen Belastung befreien will, muss also die Tilgungsrate erhöhen. Manche Banken bieten zudem unentgeltlich die Möglichkeit von Sondertilgungen. Wer damit seine Schulden außer der Reihe durch zusätzliche Geldbeträge begleicht, ist deutlich schneller schuldenfrei.

3. Der Keller

Früh sollte abgewogen werden, ob ein Keller benötigt wird. Die Haustechnik, die sich früher in den Kellerräumen befand, kann heute auch auf wenig Platz im Erdgeschoss oder unter dem Dach untergebracht werden. Nach Angaben des Verbandes Privater Bauherren (VPB) spart man durch den Verzicht auf den Keller etwa 20 Prozent der Rohbaukosten ein und kann so die Baukosten senken. Die Entscheidung muss dennoch gründlich überlegt sein, denn eine nachträgliche Unterkellerung ist nicht möglich. Außerdem ist der Wertverlust eines nicht unterkellerten Hauses höher als bei einem Haus mit Keller, was im Falle eines späteren Wiederverkaufs wichtig werden kann.

4. Das Dach

Auch beim Dach können Kosten vermieden werden. Die Wahl eines Dachfensters statt einer Gaube birgt laut VPB ein Sparpotenzial von 2.500 Euro. Das Material zur Dacheindeckung ist ebenso entscheidend: Betondachsteine anstelle von traditionellen Falzziegeln bringen bei einer 100 Quadratmeter großen Dachfläche rund 1.000 Euro Ersparnis.

5. Die Barrierefreiheit

Breitere Türen, ein großes Bad und stufenfreie Eingänge: Wer vorausschauend plant, spart sich später aufwendige und kostspielige Umbaumaßnahmen. Bereits während des Hausbaus können die eigenen vier Wände mit relativ geringem Aufwand und ohne eigentliche Baukostenerhöhung für sämtliche Lebenslagen fit gemacht werden. So entsteht ein barrierefreies Domizil, das zukünftig auch als Alterssitz dienen kann.

6. Der Ausbau

Die Formalitäten sind erledigt und das Traumhaus nimmt Gestalt an. Gerade in der Ausbauphase sind einige Bauherren so euphorisch, dass sie sich spontan für eine teurere Ausstattung entscheiden. Doch Edelküche und noble Armaturen können schnell den Finanzrahmen sprengen. Daher sollte man sich informieren, ob es eine günstige Alternative zum Markenprodukt gibt.

Dann gibt es Details, die man sich vielleicht immer gewünscht hat, deren Nutzen aber fraglich ist. So sollte man sichergehen, ob die geplante Sauna oder der offene Kamin überhaupt genutzt werden und ob statt der teureren Garage nicht auch ein Carport genügt. Diese luftige Unterstellmöglichkeit für das Auto ist laut VPB nur rund halb so teuer und benötigt zudem viel weniger Fläche.

Ein Muss: moderne Heizung und gute Dämmung

Auch für Sparfüchse gilt: Baukosten senken ja, aber moderne Heiztechnik und eine solide Dämmung sind ein Muss, rät der VPB. Das spart langfristig Geld und schont zudem die Umwelt.


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1 Kommentar

herbert hermann am 29.03.2015 10:55

Weiteres Potential: Die Bauleitung in die Hände des Architekten geben und ihn an den Einsparkosten beteiligen. Von beginn an einen kompetenten erfahrenen Energieberater einschalten. (Kommentar gekürzt, Anm. d. Red.)

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