Biometrische Zugangskontrolle: Wenn der Finger den Schlüssel ersetzt

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Haustürschlüssel Ade: Immer häufiger kommt auch im privaten Bereich die biometrische Zugangskontrolle zum Einsatz. Das System gilt als sehr sicher, hat aber auch seine Grenzen.

Biometrische Zugangskontrolle: Heute kann auch der Fingerabdruck als Haustürschlüssel dienen. Foto: Schüco / Immowelt.de Foto: Schüco

Was vielen Menschen aus Actionfilmen bekannt ist, findet nun zunehmend Zugang in die private Welt: Die biometrische Zugangskontrolle. Die Nutzung eindeutiger Körpermerkmale eines Menschen als Schlüssel, um Türen zu öffnen, wird schon eine Weile in besonders zu sichernden Bereichen von Unternehmen angewendet. Doch auch für Privathäuser gibt es inzwischen Systeme, die sicher und bezahlbar sind. So können Haustüren zum Beispiel einfach mit einem Fingerabdruck geöffnet werden.

Es gibt eine Vielzahl biometrischer Zugangssysteme, wie sich aus dem zusammengesetzten Begriff Biometrie ableiten lässt. „Bio“ bedeutet auf den Mensch bezogen und „Metrie“ beziehungsweise „Metrik“ ist die Vermessung. Bei der Biometrie geht es also um die Vermessung des Menschen beziehungsweise einzelner Merkmale des Menschen. Zu den bekannten Systemen für biometrische Zugangskontrolle zählen der Fingerabdruck, die Gesichtserkennung, die Handerkennung sowie die Iris- (Netzhaut) und Retina-Erkennung (Augenhintergrund). Das am weitesten verbreitete biometrische Zugangskontrollsystem verwendet den Fingerabdruck.

Optische oder kapazitative Sensoren

Systeme zur biometrischen Zugangskontrolle arbeiten entweder mit optischen oder aber kapazitativen Sensoren. Bei der Verwendung von optischen Sensoren wird die Fingeroberfläche mit einer integrierten Kamera aufgenommen, das Bild in ein Schwarzweißbild umgewandelt, das die Besonderheiten des aufgenommenen Fingerabdrucks zeigt. Die kapazitiven Sensoren erfassen mittels einer Scann-Platte die Fingeroberfläche. Die besondere Beschaffenheit der jeweiligen Fingeroberfläche dient hier als Kontakt, der die kleinen Kondensatorenelemente unterschiedlich entlädt.

Wie der Fingerabdruck zum Schlüssel wird

Um den Fingerabdruck als biometrische Zugangskontrolle an Stelle eines Haustürschlüssels verwenden zu können, muss der integrierte Computer zunächst einmal „lernen“, welche Personen Zugang zum Haus haben sollen. Hierfür muss der integrierte Computer für jeden Berechtigten einen Referenzdatensatz aufnehmen und speichern. Dieses so genannte Template dient später als Referenz, es wird also bei jedem Einlasssuchenden ein Abgleich gemacht, ob für diesen Fingerabdruck eine Zugangsberechtigung gespeichert ist.

Bei der Erstellung dieser Referenz-Templates gibt es einige Besonderheiten zu beachten, um Fehlerquellen so gering wie möglich zu halten: Die Fingerkuppen von Kindern sind feiner strukturiert als bei Erwachsenen. Systeme mit einer zu geringen Auflösung erzielen hier eine zu geringe Scann-Tiefe. Die Folge kann sein, dass das Kind trotz abgespeichertem Referenz-Template vor verschlossenen Türen stehen muss, weil das System den Zugang verweigert. Doch auch bei Erwachsenen können Probleme auftreten. Bei Verletzungen wie beispielsweise Schnitten, die das biometrische Muster verändern, muss nach Abheilen der Verletzung ein neues Referenz-Template erstellt werden.

Sichere Komplettlösungen für Zuhause

Die Vorteile der biometrischen Zugangskontrolle gegenüber gängigen Zugangssystemen per Schlüssel oder Karte liegen auf der Hand: Der Fingerabdruck kann, anders als ein Schlüssel, nicht einfach verlegt oder im Haus vergessen werden. Ein Aussperren aus dem Haus wird damit so gut wie unmöglich. Auch wenn biometrische Zugangskontrollsysteme sehr sicher sind, so bleibt doch auch hier stets ein Restrisiko durch Missbrauch. Wirkliche Sicherheit, so Experten, gibt es erst bei der Kombination mehrerer Biometrie-Verfahren.

Nachdem biometrische Zugangskontrollsysteme zunächst nur in Unternehmen zum Einsatz kamen, wurden mit dem neuen privaten Anwendungsbereich auch die Systeme angepasst: So entspricht die Zahl der abspeicherbaren Referenz-Templates bei den privaten Systemen den Anforderungen eines Privathaushaltes. Auch in punkto Design hat sich einiges getan. Von der Standradvariante bis zur Luxusausfertigung gibt es am Markt alles, was zum Design des eigenen Hauses passt. Und inzwischen sind auch Komplettlösungen erhältlich, bei denen Sprechanlagen und Kameras integriert sind.


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1 Kommentar

BRB am 08.05.2016 23:31

Hallo,

danke für den Artikel, habe mir schon gedacht das man verschiedene Scanner kombinieren kann und auch sollte. Ist nur die Frage der Verschlüsselung und der Zugang ob man es von aussen dann knacken kann!

Danke werde mich weiter... mehr

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