Dacheindeckung: schöner Schutz für viele Jahre

Lesermeinungen:  

(4)

Deutsche Bauherren sind sich einig: Der Großteil der Dächer hierzulande ist mit Dachziegeln und Dachsteinen eingedeckt. Die Auswahl des passenden Materials zur Dacheindeckung hängt jedoch von mehreren Faktoren ab.

Dächer sind wahre Multitalente, die Optik und praktischen Nutzen optimal verbinden: Sie schützen das Haus vor witterungsbedingten Einflüssen, sorgen für ein angenehmes Wohnklima und prägen entscheidend den Charakter eines Hauses. Dabei spielt das Material der Dacheindeckung eine entscheidende Rolle, sollen doch Haus und Dach miteinander harmonieren und nicht nur auf dem eigenen Grundstück eine optische Einheit bilden - das Dach auf dem Eigenheim sollte auch in die Nachbarschaft passen.

12 Bilder
zur Galerie

Welche Dacheindeckung passt auf welches Dach?

Dachform, Dachneigung und Bauvorschriften schränken die Auswahlmöglichkeiten oft schon im Vorfeld ein. Zudem werden traditionell regionaltypische Dacheindeckungen wie Biberschwanz, Reet oder Schiefer in der modernen Architektur von kostengünstigeren Varianten verdrängt. Als ein Richtwert gilt übrigens die Regeldachneigung: sie gibt an, bis zu welchem Neigungsgrad eine Dachdeckung als regensicher gilt, sprich: Falzziegel werden häufig bei einfachen Dachformen mit einer Neigung ab 22 Grad (beispielsweise Satteldach) eingedeckt, Flachziegel wie Biberschwanz bei Dächern mit einer Regeldachneigung von 30 bis 35 Grad und Hohlziegel ab 40 Grad. Bei einer entsprechenden Unterkonstruktion beziehungsweise einem wasserdichten Unterdach kann die Regeldachneigung jedoch auch unterschritten werden.

Dachziegel und Dachsteine

Dachsteine werden aus Sand, Zement, Wasser und Farbpigmenten kostengünstig hergestellt – die breite Farbpalette und der günstige Preis sind wohl ein Grund für ihren Vormarsch. Im Alterungsprozess neigen Dachsteine allerdings früher zu Moosbewuchs und Ausblühungen als Dachziegel. Diese werden aus Ton, einem natürlichen Rohstoff, gebrannt, der sie witterungsfest macht und auch eine lange Lebensdauer gewährleistet. Für Dachziegel muss man daher etwas tiefer in die Tasche greifen muss.

Schiefer

Schiefereindeckungen passen sich problemlos auch architektonisch anspruchsvollen Formen optimal an. Einschränkend wirkt jedoch, dass kaum Farbvarianten zur Verfügung stehen. Durch die dunkle Färbung heizt sich ein Schieferdach zudem schnell auf. Das kann sich im Winter bei den Energiekosten positiv bemerkbar machen, im Sommer jedoch zu hohen Innentemperaturen führen. Bei den Kosten für eine Schieferdeckung gilt: je einfacher die Art der Deckung, desto günstiger.

Dacheindeckungen aus Metallen

Metalldeckungen etwa aus Titanzink, Kupfer, Aluminium oder verzinktem Stahlblech sind auf Einfamilienhäusern noch recht selten zu sehen, werden aber zunehmend etwa bei der Gaubenkonstruktion eingesetzt. Dabei liegt Titanzink in der Gunst der Bauherren vorne: es ist problemlos zu verarbeiten und dank des natürlichen Korrosionsschutzes nahezu wartungsfrei.

Reetdächer

Die vor allem in Norddeutschland verbreiteten Reetdächer wirken zwar sehr idyllisch und weisen auch qualitativ gute Eigenschaften auf, sind aber in ihrer Haltbarkeit problematisch: Schadpilze können das Reetdach innerhalb kurzer Zeit zerstören und für Feuer und Funkenflug sind sie natürlich extrem anfällig.

Alternative Dacheindeckung

Weitere Weichmaterialien wie Dacheindeckungen aus Dachpappe oder Bitumenschindeln, aber auch Holzschindeln werden in Deutschland für eine komplette Dachdeckung eher selten verwendet. Zum Einsatz kommen sie hauptsächlich bei Gartenhäuschen oder Windfängen.


Ihre Meinung zählt

(4)
4.8 von 5 Sternen
5 Sterne
 
3
4 Sterne
 
1
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Dacheindeckung
Neuen Kommentar schreiben