Dachsteine – die günstigere Alternative

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Dachsteine, Betondachsteine, Betonziegel oder Betonpfannen – das alles sind Namen für ein und dasselbe: Für ein Deckmaterial für geneigte Dächer, welches aus Beton gefertigt ist. Dachsteine zählen neben Dachziegeln, die aus Ton gefertigt werden, zu den gängigsten Deckmaterialien. Obgleich es die Betondachsteine erst seit rund 150 Jahren gibt, machen sie den mindestens 2500 Jahre alten Dachziegeln in letzter Zeit massiv Konkurrenz. Der Dachstein gilt vor allem als günstigere Variante zum Dachziegel – doch das ist nicht das einzige Argument, das für den Dachstein spricht.

Dachsteine, Dacheindeckung, Haus, Foto: Monier Braas GmbH
Dachsteine zählen zu den gängigsten Deckmaterialien. Foto: Monier Braas GmbH Foto: Monier Braas GmbH
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Dachsteine bestehen vorwiegend aus natürlichen Rohstoffen wie Sand, Zement, Wasser und Eisenoxidpigmenten. Foto: Monier Braas GmbH    Foto: Monier Braas GmbH

Das Dach eines Hauses, neu eindecken zu lassen, ist mit erheblichen Kosten verbunden. Die Wahl des richtigen Deckmaterials für das Dach sollte daher gründlich überlegt sein. Der Klassiker ist der Dachziegel, also die seit Jahrtausenden bewährte Dachpfanne, die aus Ton und Lehm hergestellt wird. In den letzten 150 Jahren hat jedoch der Dachstein seinen Siegeszug angetreten und macht seither dem Dachziegel Konkurrenz. Doch wo genau liegen die Unterschiede? Oftmals wird der Dachstein als die günstige Alternative zum Dachziegel bezeichnet – doch das ist eindeutig eine verkürzte Darstellung. Denn der Dachstein hat eine Reihe von Vorzügen gegenüber dem Dachziegel. Andererseits gibt es auch Anwendungsbereiche und Situationen, in denen der Dachstein an seine Grenzen stößt.

Eine kurze Geschichte des Dachsteins

Während Dachziegel bereits seit mindestens 2500 Jahren verwendet werden, ist der Dachstein ein vergleichsweise junges Deckmaterial. Die Erfindung des Dachsteins wird dem Oberbayern Adolph Kroher zugeschrieben. Dieser soll im Jahr 1844 den ersten rautenförmigen Dachstein aus Zement hergestellt haben. Damals wurden die Dachsteine noch von Arbeitern hergestellt, die im Winter keine Anstellung hatten. Erst rund 100 Jahre später wurden Dachziegel dann maschinell am Fließband hergestellt. Seither wächst der Markt der Dachsteine in Deutschland stetig.

Dachsteine und ihre Stärken

Dachsteine werden aus einer Mischung von Sand, Zement und Wasser hergestellt. Seine Farbe erhält der Dachstein durch die Beimischung entsprechender Farbpigmente während der Herstellung. Hierdurch wird die enorme Farbpalette bei den Betonsteinen möglich. Darin liegt einer der klaren Vorteile der Dachsteine. Denn produktionsbedingt ist die Farbvielfalt bei Dachziegeln nicht so groß. Es gilt: Beton ist bunter. Wer also bei der Dacheindeckung großen Wert auf die farbliche Gestaltung legt, ist mit Dachsteinen gut beraten.

Ein weiterer produktionsbedingter Vorteil des Dachsteins liegt in dem geringeren Energieaufwand bei der Produktion. Anders als die Dachziegel aus Ton müssen Dachsteine nicht mit Temperaturen von 1000 Grad Celsius gebrannt werden. Dieser geringere Energieaufwand schlägt sich zum einen im Preis und zum anderen in der besseren Ökobilanz nieder. Und schließlich können Betondachsteine, wenn die nächste Dacheindeckung ansteht, recycelt werden. Diese werden dann gemahlen und bei der Herstellung neuer Steine beigemengt. Aufgrund des Fertigungsprozesses werden Betonsteine über lange Zeit in exakt gleicher Optik hergestellt, so dass der Austausch beschädigter Dachsteine leicht möglich ist.

Schwächen und Grenzen

Es gibt insbesondere drei Anwendungsbereich, in denen Dachsteine dem Klassiker Dachziegel unterlegen sind: Zum einen eignen sich Dachsteine in der Regel nicht zur Eindeckung von denkmalgeschützten Häusern. Auch wenn bei einer Dachkonstruktion aus statischen Gründen auf das Gewicht des Deckmaterials geachtet werden muss, sind Dachziegel die bessere Wahl. Denn Dachsteine sind produktionsbedingt schwerer als die Dachziegel mit ihren vielen feinen Poren. Diese Porenstruktur der Dachziegel führt zudem zu einer extrem guten Witterungsbeständigkeit, bei der der Dachstein nicht mithalten kann.


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