Die vier häufigsten Baupartner fürs Eigenheim

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Auf der Suche nach dem passenden Baupartner fürs Eigenheim sind einige Fragen entscheidend: Wie viel Zeit und Geld kann investiert werden? Wie groß ist die Verantwortungsbereitschaft? Und wie individuell soll die Hausgestaltung sein?

Häufige Baupartner, Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall
Der richtige Baupartner ist entscheidend, damit das Eigenheim zum Traumhaus wird. Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall

Generalübernehmer und Generalunternehmer

Wer ein eigenes, baureifes Grundstück besitzt, wählt als Baupartner für den Eigenheimbau meist einen Generalunternehmer oder -übernehmer. Der Generalübernehmer erbringt alle Bauleistungen, inklusive der Planung des Gebäudes. Seine Hauptaufgabe ist die Koordinierung, da sämtliche Leistungen an Subunternehmer weitergegeben werden. Der Generalunternehmer übernimmt keine Planungsleistung, führt aber alle Leistungen zur Gebäudeerrichtung selbst aus oder vergibt nur Teile davon an Nachunternehmer. Bauherr gegenüber den Behörden ist der Grundstückseigentümer.

Bauträger

Wer kein Grundstück hat und die Verantwortung eines Bauherrn nicht übernehmen möchte, entscheidet sich für den Bauträger als Baupartner. Auch er erfüllt alle erforderlichen Bau- und Planungsleistungen und koordiniert sie. Bauherr und Grundstückseigentümer ist bis zur Eigentumsübertragung immer der Bauträger. Als Käufer erwirbt man durch Abschluss des Bauträgervertrages das Grundstück inklusive Haus.

Da der Begriff Bauträger rechtlich nicht geschützt ist, wird die fachliche Qualifikation nicht kontrolliert. Deshalb sollte man die Referenzen des Unternehmens gründlich prüfen. Bei Insolvenz des Bauträgers schützen im Vorfeld abgeschlossene Sicherheitsleistungen den Käufer vor finanziellem Schaden. Die Entscheidung für einen Bauunternehmer als Baupartner hat den Vorteil, dass es meist einen einzigen Ansprechpartner gibt, was dem Bauherr oder Käufer viel Stress erspart.

Wichtigster Bestandteil der Zusammenarbeit ist die Bau- und Leistungsbeschreibung, welche detaillierte Angaben zur Bauweise, Ausstattung und allen erwarteten Leistungen enthält. Diese sollte sorgfältig geprüft werden, da fehlende Leistungen oft teuer nachfinanziert werden müssen. Vorteilhaft beim Hausbau mit Bauunternehmern ist die meist standardisierte Bauausführung. Dadurch kann ein Festpreis garantiert werden, der den finanziellen Aufwand überschaubar macht.

Fertighaushersteller

Ganz ähnlich wie der Bauunternehmer bieten auch Fertighaushersteller eine Festpreisgarantie. Doch der größte Vorteil dieser Bauweise ist die geringe Bauzeit, wodurch Baukosten gespart werden. Industriell vorgefertigte Bauelemente werden auf die Baustelle geliefert und vor Ort montiert. Durch den hohen Grad der Vorfertigung ist eine reine Bauzeit von nur zehn bis zwölf Wochen nötig. Damit werden nicht nur Lohnkosten gespart, sondern auch die Miet- und Zinsbelastungen bis zum Einzug für den Käufer gering gehalten. Anders als bei regulären Bauzeiten muss dieser dafür schon sehr früh wichtige Entscheidungen treffen, denn die Bauteile gehen erst in Produktion, nachdem eine umfangreiche Bemusterung stattgefunden hat. Das kann so manchen Käufer überfordern, denn auch hier sind nachträgliche Änderungen der Ausstattung meist teuer und aufwendig. Fertighäuser bieten relativ wenig Individualität, doch dafür wird das Angebot an verschiedenen Haustypen auf dem Markt immer größer.

Architekt

Ein Haus ganz nach individuellen Bedürfnissen kann der Architekt bieten. Dafür sind viel Bauherrenengagement und eine enge Zusammenarbeit nötig. Wird der Architekt als Baupartner gewählt, handelt dieser als Treuhänder im Bauherreninteresse und vertritt ihn gegenüber Behörden und den am Bau Beteiligten. Je nach beauftragten Leistungsphasen plant der Architekt das Gebäude detailliert und überwacht Termine sowie Ausführungsqualität. Als unabhängiger Sachverwalter kontrolliert er die Einhaltung der Baukosten.

Ein Architektenhaus bietet keine Festpreisgarantie, da die Planungen individuell an die Bauherrenwünsche angepasst werden. Architektenleistung und Honorar sind aber gesetzlich durch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) geregelt und somit immer transparent.


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2 Kommentare

Ulrich Graf am 14.09.2016 16:14

Ein grosser Nachteil beim Bauen mit dem Bauträger ist die steuerrechtliche Komponente,

soweit mir bekannt muss hier die Grunderwerbsteuer auf Haus und Grundstück bezahlt werden.

auf Kommentar antworten

Lars Gräff am 13.09.2016 13:26

Guten Tag,

ich muss da doch einmal korrigierend tätig werden.

Zum Thema Fertighäuser latuet Ihre Aussage, dass diese realtiv wenig Individualität bieten.

Die ist so nicht richtig, denn viele Fertighaushersteller können sehr wohl... mehr

auf Kommentar antworten

tenniscrack am 18.10.2016 09:02

Aber jedes individuell geplantes Fertighaus ist im Logistikprozess der Hersteller nicht gern gesehen, da die Umstellungen pro Haus doch sehr langwierig sind. Aber möglich ist es. Kataloghäuser sind aber schneller zu erstellen.

... mehr

Redaktion bauen.de am 14.09.2016 16:37

Hallo Herr Gräff,

vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihren freundlichen und fundierten Hinweis.

Sie haben natürlich Recht: Fertighaushersteller bieten individuelle Planung an und sind schon lange nicht mehr auf wenige... mehr