Einschaliges, nicht belüftetes Dach, Warmdach

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Wer soll sich bei den vielen Fachausdrücken rund um das Dach noch auskennen? Einschaliges, nicht belüftetes Dach oder Warmdach in diesem Fall ist das glücklicherweise ganz einfach: Alle drei Begriffe meinen dasselbe.

Auch zu Urgroßvaters Zeiten musste ein Dach schon aushalten, was das Wetter in unseren Breiten hergibt: Regen, Sturm, Sonne, Schnee, Hagel, Blitz und Donner. Dennoch war es meist ein vergleichsweise unkompliziertes Bauteil aus einem hölzernen Dachstuhl mit einer meist schuppigen Haut aus Ziegeln oder Schindeln.

Heute muss sich ein Bauherr vor allem Gedanken um die Bauphysik, also den Dachaufbau machen. Wer neu bauen oder sanieren will, sollte deshalb bauphysikalisch zwei Systeme unterscheiden: den einschaligen und den mehrschaligen Dachaufbau. Nachstehend ist nur vom einschaligen Dach beziehungsweise vom Warmdach die Rede. Dessen kompakte Schale besteht aus nur einer Schicht, alle Materialien grenzen direkt aneinander und zwischen ihnen zirkuliert keine Luft, weshalb auch vom nichtbelüfteten Dach gesprochen wird. Flachdächer werden oft in dieser Weise ausgeführt.

Das A und O: Dampfsperre

Der Aufbau des Daches ist im Wesentlichen immer der gleiche: Es gibt eine tragende Unterkonstruktion, darauf liegt eine Dampfsperre, dann folgt die Wärmedämmung und zuoberst wird ein Wetterschutz aufgebracht. Da durch die fehlende Entlüftungsebene keinesfalls Feuchtigkeit in die Dämmschicht gelangen darf, ist eine fachgerecht angebrachte Dampfsperre bei diesem Aufbau ausschlaggebend, Sie macht die Konstruktion luftdicht und verhindert Feuchtigkeitsschäden im Dachtragwerk.

Das Warmdach wird häufig als sogenannte Aufdachdämmung ausgeführt. Dabei liegt der Dämmstoff meist nicht nur zwischen den Sparren, sondern wird auch quer über die Sparren gelegt. Nachteil dieser Lösung: Das Dach wird höher - was genehmigungspflichtig sein kann - und meist auch teurer. Doch das wird von den Vorteilen aufgewogen die ein Warmdach bietet: Da die Dämmung in einer geschlossenen Fläche liegt, entstehen bei professioneller Ausführung keine Wärmebrücken oder Schwachstellen. Zudem können Handwerker bei einer Sanierung ausschließlich von außen arbeiten, weshalb die Wohnräume im Dach kaum beeinträchtigt werden. Als Dämmstoff wird für ein Warmdach heute vor allem Mineralwolle verwendet, aber auch Schaumstoffe (Polystyrol), zu Platten gepresste Holzfasern und Zelluloseflocken sind üblich. Wer es rustikal mag, kann das Gebälk unverhüllt lassen (Sichtgebälk) und in die Raumgestaltung einbeziehen.

Der Clou beim einschaligen Dach: Pfiffige Konstrukteure sind darauf gekommen, dass man die klassische Reihenfolge beim Dachaufbau, nämlich "erst Dämmung dann Dachabdichtung", auch umkehren kann. Es handelt sich dann um ein sogenanntes Umkehrdach. 


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