EnEV 2014: Darauf müssen Bauherren achten

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Im Oktober 2013 hat die Bundesregierung die Neufassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) beschlossen. Die Novellierung tritt am 1. Mai 2014 in Kraft und beinhaltet verschiedene Änderungen, zum Beispiel was den zulässigen Jahres-Primärenergiebedarf von Neubauten oder die Handhabung von Energieausweisen angeht. Bauherrn sind von den Neuerungen in erster Linie betroffen, wenn sie ab 2016 ein Haus bauen wollen.

EnEV 2014, Neubau, Energie, Foto: BSW Solar
EnEV 2014: Wer ab dem Jahr 2016 ein Haus baut, muss dafür sorgen, dass das Gebäude weniger Energie auskommt als aktuell vorgeschrieben. Foto: BSW Solar Foto: BSW Solar

Im Grunde genommen ist die EnEV 2014 mit ihren Anforderungen nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum EU-Niedrigstenergiegebäudestandard, der spätestens ab 2021 in Kraft treten soll. Zwar tritt die Novellierung der Energieeinsparverordnung am 1. Mai 2014 in Kraft, die Regelungen für Neubauten greifen allerdings erst ab dem Beginn des Jahres 2016. Bauherren, die in nächster Zeit vorhaben, ein Eigenheim zu errichten, können also vorerst noch ruhig bleiben.

Zeitplan für die EnEV 2014 – Was auf Bauherren in Zukunft zukommt

Die Änderungen, die die neue Fassung bei der Energieeinsparung mit sich bringt, werden in mehreren Teilschritten umgesetzt. Darauf sollten auch Bauherren achten. Wer rechtzeitig reagiert, kann noch zu den alten Bedingungen aus der EnEV 2009 bauen.
Der 01. Mai 2014 gilt als Stichtag für folgende Maßnahmen und betrifft unter anderem den Energieausweis:

  • In den ab dann neu erstellten Energieausweisen müssen die Energieeffizienzklasse wie auch die Registriernummer angegeben werden. Werden Immobilien verkauft oder neu vermietet, müssen die energetischen Kennwerte bereits in der Immobilienanzeige veröffentlicht werden. Weitere Vorgaben betreffen die Transparenz der energetischen Werte sowie Stichprobenkontrollen der Bundesländer über die Einhaltung der neuen Vorgaben zum Energieausweis.
  • Für das Bauen selbst gilt zu diesem Zeitpunkt die veränderte Pflicht zum Heizkesselaustausch. Sie wurde dahin gehend erweitert, dass bei einem Eigentümerwechsel Heizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden, beziehungsweise älter als 30 Jahre sind, innerhalb von zwei Jahren getauscht werden müssen. Ausnahmen sind unter bestimmten Bedingungen möglich.

Ab 1. Januar 2016 treten dann die Änderungen hinsichtlich der energetischen Anforderungen an Neubauten in Kraft: So soll dann hauptsächlich der maximal zulässige Jahres-Primärenergiebedarf von Neubauten gesenkt werden. Der Bauherr muss also dafür sorgen, dass das Gebäude bei Strom, Kühlung und Heizung mit weniger Energie auskommt als aktuell vorgeschrieben. Ein neues Wohngebäude, das die geltenden Mindeststandards der EnEV 2009 einhält, benötigt zur Beheizung rund 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus entspricht das jährlich rund 750 Liter Öl. Ab 2016 soll eben dieser zulässige Jahres-Primärenergiebedarf um weitere 25 Prozent gesenkt werden. Zusätzlich soll der Bedarf an Wärme noch einmal um 20 Prozent gegenüber der jetzigen Regelung gesenkt werden. Erreicht werden soll das durch Gebäudedämmung.

Ebenfalls ab 2016 werden die Vorgaben für den EU-Niedrigstenergiestandard von Behördengebäuden präzisiert.

Ab 2018 gibt es weitere Festlegungen und Vorgaben:

  • Für alle Neubauten werden energetische Mindestqualitäten festgelegt. Dies betrifft die primärenergetischen Eigenschaften sowie die Anforderungen an die Gebäudehülle.

Spätestens ab 2021 wird dann der EU-Niedrigstenergiegebäudestandard für alle bindend. Wer bereits jetzt auf höhere als die mindestens vorgeschriebenen Standards zurückgreift, zahlt zwar etwa fünf Prozent mehr für sein Eigenheim. Diese Mehrkosten sichern allerdings den Werterhalt des Gebäudes für die Zukunft.

Link-Tipp

Hier finden Sie alle Informationen zur EnEV 2009 sowie zur verschärften EnEV 2016.


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