EnEV 2016: Noch mehr Energieeffizienz im Neubau

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Ab 1. Januar 2016 treten neue Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Nach der EnEV 2016 muss der Energieverbrauch von Neubauten noch einmal deutlich gesenkt werden. Die wichtigsten Informationen für Bauherren und Hauskäufer.

EnEV 2016, Neubau, Foto: Thinkstock / Zukunft Erdgas e.V.
Die EnEV 2016, eigentlich ein Nachtrag zur EnEV 2014, verschärft die energetischen Anforderungen für den Neubau. Foto: Thinkstock / Zukunft Erdgas e.V. Foto: Thinkstock / Zukunft Erdgas e.V.

Seit 2002 schreibt die Energieeinsparungsverordnung (EnEV) für neue Häuser eine energiesparende Bauweise und Heiztechnik vor. Außerdem regelt sie, wann und in welchem Umfang Altbauten energetisch nachgerüstet werden müssen. Die Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden werden seitdem schrittweise alle paar Jahre mit einer Novellierung der Verordnung verschärft. Die letzten dieser Updates waren die EnEV 2009 und die EnEV 2014.

Die wichtigsten Regelungen der EnEV betreffen...

  • energetische Mindestanforderungen für Neubauten
  • energetische Mindestanforderungen für Modernisierung, Umbau, Ausbau und Erweiterung von Bestandsgebäuden
  • Mindestanforderungen für Heizungs-,Kühl- und Lüftungstechnik sowie Warmwasserversorgung
  • Pflicht zum Energieausweis für Neubau und Gebäude im Bestand
  • Energetische Inspektion von Klimaanlagen
  • Verstöße gegen die EnEV (Definition von Ordnungswidrigkeiten)
Link-Tipp

Mehr zu den vorangegangenen Novellierungen der Energieeinsparverordnung erfahren Sie hier: EnEV 2009 / EnEV 2014

Energieeinsparverordnung: Was sich 2016 ändert

Die Bestimmungen betreffen in erster Linie den Neubau, für den bisher auch nach Inkrafttreten der EnEV 2014 am 1.Mai 2014 noch die EnEV 2009 galt. 2016 werden auch die Anforderungen an den Mindeststandard von neu gebauten Häusern angepasst. Die wichtigsten Punkte:

EnEV 2016, Wärmepumpe, Foto: Viessmann
Die geforderte Einsparung an Primärenergie lässt sich mit einer Wärmepumpe als Heizung gut erfüllen. Foto: Viessmann Foto: Viessmann

1. Die primärenergetischen Anforderungen an Neubauten werden um 25 Prozent verschärft.

Anders gesagt: Der Primärenergiebedarf eines Neubaus nach EnEV 2016 muss um mindestens 25 Prozent geringer sein, als nach EnEV 2009 für ein vergleichbares Haus erlaubt war. Diese Energieeinsparung erreicht man zum einen mit einer besseren Dämmung des Hauses, die den Bedarf an Heizwärme verringert. Der Primärenergiebedarf berücksichtigt aber nicht nur die im Haus selber verheizte Menge an Gas, Öl, Holzpellets oder anderen Brennstoffen, sondern auch die sogenannte „graue Energie“, die im Kraftwerk oder für den Transport aufgewendet wurde. Heizungen, die erneuerbare Energiequellen wie Biomasse, Solar- oder Umweltwärme nutzen, haben deshalb eine bessere Primärenergiebilanz als Öl- oder Gasheizungen.

EnEV 2016, Blockheizkraftwerke, Foto: Vaillant
Auch Mini-Blockheizkraftwerke zur gleichzeitigen Wärme- und Stromerzeugung haben einen günstigen Primärenergiefaktor. Foto: Vaillant Foto: Vaillant

2. Die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz von Neubauten werden um etwa 20 Prozent verschärft.

Das heißt: Die Wärmeverluste des Hauses über die Gebäudehülle, die sogenannten Transmissionswärmeverluste, müssen um etwa 20 Prozent geringer ausfallen, als es nach dem Standard der EnEV 2009 erlaubt war. Außenwände, Dach, Decken und Fenster eines Neubaus müssen also besser gedämmt sein, als das bisher zur Erfüllung des Mindeststandards nötig war.

3. Der Primärenergiefaktor für Strom sinkt von 2,4 auf 1,8.

Praktisch bedeutet dies, dass mit elektrischem Strom betriebene Heizungen, allen voran die Wärmepumpe, bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs günstiger abschneiden als bisher.

Info

Vom Wärmebedarf zum Primärenergiebedarf

Um zu berechnen, wie hoch der Primärenergiebedarf eines Gebäudes ist, ermittelt man zunächst den Heizwärmebedarf. Je weniger Wärme über die Gebäudehülle oder beim Lüften der Wohnräume verloren geht, desto geringer ist der Heizwärmebedarf. Häuser mit hocheffizienter Dämmung und kontrollierter Lüftung sind daher im Vorteil. Hinzugerechnet werden noch der Energieaufwand für Warmwasser und Hilfsenergie, beispielsweise Strom für Heizungspumpe oder -steuerung, sowie Wärmeverluste der Heizungsanlage, zum Beispiel bei Speichern und Leitungen. Das Ergebnis ist der Endenergiebedarf des Gebäudes. Für den Primärenergiebedarf wird nun noch die bei der Energiegewinnung – zum Beispiel im Kraftwerk – und beim Transport verbrauchte Energie berücksichtigt. Dazu benutzt man als rechnerische Größe den Primärenergiefaktor:

Primärenergiebedarf = Endenergiebedarf x Primärenergiefaktor

Der Primärenergiefaktor unterscheidet sich je nach Energieträger und drückt das Maß der Umwelt- und Klimabelastung aus. So haben Heizöl und Gas einen Wert von 1,1, der nachwachsende Brennstoff Holz 0,2. Der Faktor für Strom wurde bereits 2014 von 2,6 auf 2,4 gesenkt und sinkt nun weiter auf 1,8. Die Begründung dafür ist, dass immer mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonnen- oder Windkraft erzeugt wird, was die Klima- und Umweltbilanz verbessert.

Neubau: Das bedeutet die EnEV 2016 in der Praxis

EnEV 2016, KfW-Effizienzhaus, Foto: Haas Fertigbau
KfW-Effizienzhaus 40: Ein Gebäude, das energetisch besser ist als der Mindeststandard, erfüllt auch die Vorgaben der EnEV 2016. Foto: Haas Fertigbau Foto: Haas Fertigbau

Bessere Dämmung der Außenhülle, effizientere Heizungs-, Warmwasser- und Lüftungstechnik – so lassen sich die verschärften Anforderungen der EnEV 2016 für den Neubau zusammenfassen. Dabei sind nach wie vor unterschiedliche Wege möglich, das Ziel der Energieeinsparung zu erreichen. Allerdings wird es nach Berechnungen von Energieexperten erheblich schwieriger, die Vorgaben der EnEV mit einer Gas- oder Ölheizung zu erfüllen. Wer sich für einen fossilen Energieträger entscheidet, muss daher deutlich mehr in Dämmung oder Fensterverglasung investieren. Pelletheizungen, innovative Wärmepumpen oder Hybridheizungen mit mehreren Wärmeträgern sind durch die verschärfte Verordnung im Vorteil.

Veranschaulichen lassen sich die verschärften energetischen Anforderungen am Beispiel der KfW-Effizienzhäuser, die vielen Bauinteressenten ein Begriff sind: Der Neubaustandard nach EnEV 2016 entspricht dem bisherigen Standard eines KfW-Effizienzhauses 70, das damit nicht mehr als förderwürdig gilt.

Info

KfW-Förderung nach EnEV 2016

Im Zuge der verschärften EnEV 2016 ändert die KfW-Bank zum 1.April 2016 ihre Förderstandards und -bedingungen. Der bisherige Standard KfW-Effizienzhaus 70 wird nicht mehr gefördert. Stattdessen gibt es einen neuen Förderstandard KfW-Effizienzhaus 40 Plus für Häuser, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen (Plus-Energiehäuser).

Was Bauherren und Hauskäufer beachten müssen

Die Neuregelung gilt für Häuser, für die ab dem 1. Januar ein Bauantrag eingereicht oder Bauanzeige erstattet wird. Bauherren, die noch bis Ende 2015 den Antrag oder die Anzeige einreichen, aber erst 2016 bauen, sind davon noch nicht betroffen. Anders könnte es bei Bauvorhaben von Bauträgern aussehen, die jetzt beantragt, aber erst in einigen Jahren gebaut werden. Hier greift eventuell schon die EnEV 2016. Hauskäufer sollten genau auf den Standard des angebotenen Gebäudes achten und klären, inwieweit es zum Kaufzeitpunkt dafür noch Fördergelder gibt.

Info

Geschossdecke schon gedämmt?

Die EnEV 2016 bringt zwar keine neuen Bestimmungen für Bestandsgebäude, aber für Hausbesitzer läuft eine Frist aus: Ab 2016 müssen in Altbauten die obersten Geschossdecken gedämmt sein, falls das Dach darüber nicht gedämmt ist. Nur Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die schon vor dem 1. Februar 2002 selbst in ihrem Haus wohnen, sind von der Nachrüstungspflicht ausgenommen. In diesem Fällen muss erst gedämmt werden, wenn das Gebäude verkauft werden sollte.

Ausblick: EnEV 2016 und dann?

Die nächste Überarbeitung der Energieeinsparungsverordnung kommt bestimmt – das gilt auch nach der EnEV 2016. In Vorbereitung ist bereits die EnEV 2017. Die schrittweise Verschärfung geht weiter, bis dann ab 2021 ein einheitlicher Niedrigstenergiegebäudestandard verbindlich in der gesamten Europäischen Union gelten soll.

17.11.2015


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15 Kommentare

Ralf Fink am 04.04.2018 11:51

Hallo, ich bin reichlich verwirrt und finde leider nirgendwo klare Berechnungsgrundlagen, evtl kann mir hier jemand helfen. Wir wollen ein nach KfW 40 gedämmtes Haus bauen (2018), dies wird als Fertighaus zum Ausbau geplant bzw aufgestellt. Meine Frage ist nun welches Heizungssystem ist nach Enev 2016 konform...? Wir wollen eine Gastherme (20kw, 280 m2 Wohnfläche) als Basis verwenden. Würde diese Kombination (Dämmung 40 plus Gastherme) bereits die Minimalforderung der Enev erfüllen? Mir ist klar, dass dies dann nicht unbedingt die tollste bzw nachhaltigste Lösung ist, mir geht es zunächst mal darum zu verstehen was nun Pflicht und was Kür ist). Falls das nicht ausreicht, wie groß muss dann eine Solarthermieanlage sein...hier lese ich mitunter von m2x0,04 ...und das unabhängig vom System (Flachkollektor vs Röhrenkollektor, was ja nun wirklicher Blödsinn wäre...). Alternativ ginge bei uns auch noch eine kontrollierte Be- bzw Entlüftungsanlage.-..je nach Kosten würde ich dann das eine oder andere dazu wählen...und bitte jetzt nicht mit „fragen Sie einen Energieberater" antworten...Danke!

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 05.04.2018 10:34

Hallo Ralf Fink,

mit einer aktuellen Wärmedämmung und einer aktuellen Gasheizung mit Brennwerttechnik sollten Sie auf der sicheren Seite sein.

Generell ist jedes KfW40 Haus auch EnEV-konform, denn die Kriterien der KfW Bank richten sich nach der EnEV. In erster Linie geht es darum, bestimmte Werte einzuhalten, beispielsweise darf der Primärenergiebedarf einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Wie das genau passiert, ist unerheblich. Ob Sie die benötigten Werte erreichen, muss in der Tat ein Energieberater feststellen, das kann aus der Ferne niemand sagen. Aber wie gesagt: bei einer aktuellen Dämmung und Heizung sollte das gegeben sein.

Beim KfW55 Haus können Sie alternativ zur Berechnung auch ein bestimmte Ausstattung wählen, da wird dann unter Anderem auch eine Lüftungsanlage gefordert. Beim KfW40 Plus Haus müssen Sie die Werte einhalten und zusätzlich eine bestimmte Ausstattung aufweisen. Solarthermie wird in keinem Fall gefordert.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

claudia2601 am 22.08.2017 11:31

Hallo...

Ich möchte ein masives EFH bauen. Der Spitzboden soll als Nutzfläche ausgebaut werden.

Ich möchte dieses mit einer guten Gas- Brennwerttechnik ohne Solar ausstatten.

Reicht es nach der ENEV 2016 aus eine zentrale Wohnraumbe- und

entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung einzubauen?

oder was muss ich beachten um den Standard der ENEV 2016 zu erfüllen?

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 22.08.2017 14:21

Hallo Claudia,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Ihre Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Die EnEV bietet grundsätzlich mehrere Wege, ihre Auflagen zu Erfüllen. Wer also beispielsweise auf fossile Brennstoffe setzen möchte, muss dies in der Regel mit einer deutlich besseren Dämmung ausgleichen. Wir würden Ihnen daher empfehlen, bei der Planung Ihres Hauses einen Energieberater hinzuzuziehen. So gehen Sie sicher, dass Sie die Auflagen der EnEV auch wirklich erfüllen.

Mit freundlichen Grüßen

die Redaktion von bauen.de

Gerald am 05.04.2017 16:38

Guten Tag und eine Frage:

Wie verhält es sich mit dem Neubau von Ferienhäusern an der Ostsee, die in der Regel nur 14-16 Wochen im Jahr bewohnt werden. Bislang waren die von der EnEV ausgenommen. Hat sich daran etwas geändert? Beste Grüße

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 07.04.2017 09:58

Hallo Gerald,

bei Wochenend- und Ferienhäusern, außerdem bei Glashäusern, Werkstätten und einigen weiteren mehr gelten die EnEV-Vorgaben auch weiterhin nur für Heizung und Klimatechnik. Bei einem Neubau brauchen Sie sich also keine Sorgen zu machen.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Mia am 27.01.2017 13:09

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!!!!

Leider konnte ich im Vertrag nur die Angaben dazu finden, was passiert, wenn die versprochene Wohnfläche nicht stimmt.

Zu der Luftwärmepunpme steht tatsächlich nur, dass sie eingebaut wird.

Ich möchte aber wie gesagt wissen, was für Folgen es für uns haben kann, wenn folgende Situation eintritt:

Das Haus ist fertig, der Energieausweis ist aber noch nicht erteilt. Z.B. weil es länger dauert oder die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Nun steht aber der Abnahmetermin fest, zu dem der E-Ausweis noch nicht vorgelegt werden kann. Sollen wir die Abnahme verweigern oder dies als Mangel protokollieren?

Wir fürchten nähmlich, dass der Bauträger sonst (wenn die Abnahme schon erfolgt ist) sagen kann, dass dies nun nicht sein Problem ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, dürfen wir in solch einem Haus (für welches der entsprechende E-Ausweis nicht erstellt werden kann) nicht wohnen oder? Soll es dann abgerissen werden (ich übertreibe mal)? Die Frage stellt sich, weil es dann auch nicht weiter irgendwie auf die erforderlichen Anforderungen nachgebessert werden kann( Erdwärmepumpe: keine Bohrungen erlaubt; Luftwärmepumpe: Grundstück sei zu klein (186 m2); nachträgliche Dämmung der Außenwände (zu aufwändig);

Übrigens Solaranlage könnte bei uns nur östlich oder westlich angebracht werden(((

Macht es bei Anforderungen einen Unterschied, was für ein Haus das ist. Wir haben nähmlich ein Reinmittelhaus.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung im Voraus!!!

auf Kommentar antworten

Redaktion von bauen.de am 27.01.2017 14:07

Liebe Mia,

hält sich der Bauträger nicht an die im Vertrag vereinbarten Abmachungen, begeht er Vertragsbruch. Da wir Ihren Fall aus der Ferne pauschal nicht beurteilen können, möchten wir Ihnen daher raten, sich direkt mit dem Bauträger in Verbindung zu setzen oder aber einen Fachanwalt zurate zu ziehen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Redaktion von bauen.de

Mia am 26.01.2017 20:23

Mein Haus wir gebaut. Im Kaufvertrag steht " Der Niedrigenergiehausausweis (ENEV) wird erteil".

Im Vertrag steht " es wird eine Luftwaermepumpe eingebaut". Nun soll es wohl nicht gehen für Erdwaermepumpe hat der Bauträger keine Genehmigung erhalten. Nun sollen Gastherme + Solaranlage+Belüftung eingesetzt werden. Was ist wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen sollten und der Bauträger kein entsprechender Energieausweis bekommt? Welche Folgen hat dies für uns als Bauherrn?

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Redaktion von bauen.de am 27.01.2017 11:41

Liebe Mia,

besten Dank für Ihren Kommentar. Grundsätzlich gilt, dass sich beide Vertragsparteien an vertragliche Vereinbarungen halten müssen. Da wir Ihren Vertrag nicht kennen – insbesondere in Hinblick auf etwaige Klauseln, was alternativ geschehen soll, wenn eine zugesicherte Eigenschaft nicht eingehalten werden kann -, können wir Ihnen allerdings hierzu keine konkreten Auskünfte erteilen.

Wohnneubauten müssen hierzulande übrigens immer unter Einhaltung der aktuellen Mindeststandards der EnEV errichtet werden. Bei entsprechender Bauausführung und Dämmstandard eines Gebäudes ist es grundsätzlich möglich, mit einer Heizanlage, die aus Gartherme, Solar- und Belüftungsanlage besteht, die strengen Vorgaben der EnEV einzuhalten oder gar zu übertreffen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Redaktion von bauen.de

Christoph am 03.10.2016 13:51

Hallo Redaktion,

die Planung für unser Haus läuft in vollem Gange, jedoch reibe ich sehr an der ENEV auf. Ich finde es ziemlich paradox. Alle Hausanbieter wollen mein Haus mit den unterschiedlichsten Varianten ausstatten. Die einen sagen Gas + Solar, der nächste Luft-Wäremepumpe, dann wiederum eine Abluftwärmepumpe oder Erdwärme. Das hört sich für mich alles schön an, nur leuchtet mir eines nicht ein. Wenn ich beispielsweise mein Haus mit einer, heutzutage sehr guten und sparsamen, Gas-Brennwertthechnik beheizen möchte und auf die Solartechnik für die Warmwassererwärmung verzichten möchte, ich gleichzeitig ein dickeres Mauerwerk nehmen muss?!?!?!

WAS WARMWASSERERWÄRMUNG ÜBER SONNENENERGIE MIT FASSADENDÄMMUNG ZU TUN?

Ähnlich verhält es bei Luft-Wärmepumpen.

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 05.10.2016 16:26

Hallo Christoph,

die EnEV schreibt Bauherren keine bestimmten Techniken, Baustoffe oder Heizungsarten vor. Allerdings werden Grenzwerte zum Beispiel für den Primärenergiebedarf oder den Wärmeverlust bestimmter Bauteile festgelegt. Der Primärenergiebedarf drückt aus, wieviel Energie man braucht, um ein Gebäude zu heizen. Das hängt von der Wärmedämmung und der Heiztechnik ab, die auch für Warmwasser zuständig ist. Eine Pelletheizung wird dabei deutlich besser bewertet als eine Gasheizung. Das bedeutet einfach gesagt: wenn Sie schon nicht sehr effizient heizen, sollten Sie wenigstens aufpassen, dass Sie die ganze warme Luft nicht über die Wände verlieren. Wenn Sie Ihre Gasheizung dadurch entlasten, dass das Wasser zum Teil durch Sonnenenergie erwärmt wird, hat das zur Folge, dass Sie im Gegenzug etwas mehr Spielraum beim Wärmeverlust über die Wände haben, sprich etwas dünnere Wände bauen können.

Sie können aber immer beim Anbieter nachfragen und ihn bitten, Ihnen das vorgeschlagene Konzept und die zugrunde liegende Berechnung des Primärenergiebedarfs näher zu erklären.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Klaus am 25.08.2016 14:28

Habe ein Angebot von Roth Massivhaus mit Gastherme und Solaranlage sowie eins von Heinz von Heiden mit Gastherme und Solaranlage aber dort müsste ich zusätzlich noch eine Be-und Entlüftung nehmen um die EneV zu erfüllen .

Ja , wer lügt denn da ???

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Redaktion bauen.de am 26.08.2016 11:11

Hallo Klaus,

da sollten Sie die beiden Anbieter noch einmal drauf ansprechen. Die EnEV fordert einen bestimmten energetischen Standard. Der wird allerdings anhand von Werten gesetzt. Ein Haus muss also bestimmte Dämmwerte erzielen und darf einen bestimmten Primärenergiebedarf nicht überschreiten. Wie Sie dieses Ziel erreichen, bleibt Ihnen überlassen. Baustoffe oder technische Anlagen werden nur am Rande vorgeschrieben, eine Lüftungsanlage gehört nicht dazu. Das kann dann schon zu unterschiedlichen Ausführungsvarianten führen. Um mindestens den KfW 55 Standard zu erreichen ist eine Lüftungsanlage allerdings Pflicht.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

bauen.de-Redaktion am 05.04.2016 10:02

Hallo Helmut,

welches Außenmauerwerk, welche Dachdämmung und welche Heizung für Ihr Neubauvorhaben ausreicht, lässt sich pauschal nicht sagen. Näheres erfahren Sie aber in der Tabelle 1 des angehängten Links, die auf die Ausführung von Referenzgebäuden ausgeht. Hier beträgt der vorgeschriebene Wärmedurchgangskoeffizient für eine Außenwand beispielsweise 0,28 W/(m²K) und muss gemäß Punkt 1.0 für Neubauten ab dem 1.1.2016 noch mit 0,75 multipliziert werden.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de

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Helmut am 04.04.2016 18:34

Hallo,

ich möchte in 2017 bauen. Den Bauantrag stelle ich noch dieses Jahr.

Reicht ein Aussenmauerwerk von 36,5 cm (z.B. Poroton T9) aus?

Welche Dachdämmung ( Zwischensparrendämmung ) ist nötig ( 035/032, welche jeweilige Stärke? )

Als Heizung wollte ich Erdwärme einsetzen.

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bauen.de-Redaktion am 30.03.2016 11:51

Hallo mamife,

entscheidend ist das Datum, an dem der Bauantrag Ihres Neubaus eingereicht wird. Wenn Sie Bauantrag oder Bauanzeige im Jahr 2016 einreichen, gilt die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Version der EnEV (also in diesem Fall die Verordnung mit erhöhtem Neubau-Standard, die EnEV 2016) für Ihr Bauvorhaben.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion

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mamife am 29.03.2016 18:53

Sehr geehrte Redaktion,

wir sind gerade in der Planung und werden im Herbst 2016 unseren Bauantrag einreichen.

Der Baubeginn ist jedoch erst für 2018 geplant.

Wird dann immer noch die ENEV 2016 bei unserem Vorhaben gelten, oder muss ich damit rechnen, eine andere ENEV einhalten zu müssen?

Bestandsschutz galt bisher für die in Genehmigung und Bau befindlichen Anlagen.

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bauen.de-Redaktion am 24.03.2016 11:24

Hallo Uwe,

welche Richtlinien einzuhalten sind, wird in der Regel dadurch bestimmt, an welchem Tag der Bauherr den Bauantrag eingereicht oder die Bauanzeige erstattet hat. Das heißt: Wenn Sie bereits 2015 den Bauantrag oder die Bauanzeige eingereicht haben, gilt für Sie der verschärfte Neubau-Standard noch nicht. Wenn Sie Bauantrag oder Bauanzeige erst nach dem 1. Januar eingereicht haben, gilt der erhöhte Neubau-Standard.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion

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uwe107sl am 23.03.2016 18:02

Für mich stellt sich leider die Frage: " zu welchem Zeitpunkt muss ich die Bedingungen einhalten.

Ich habe 2015 geplant und gerechnet, das Bauwerk wird aber erst 2016 fertig.

Musste ich 2015 schon die erhöhten Werte berücksichtigen ?

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bauen.de-Redaktion am 27.01.2016 10:14

Sehr geehrter B. Bohmann,

absolut richtig. 2016 wurden die bestehenden Anforderungen lediglich weiter verschärft. Da sich die Bezeichnung „EnEV 2016“ jedoch bereits im allgemeinen Sprachgebrauch eingebürgert hat, haben auch wir uns dazu entschieden, diese Kurzform zu verwenden.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion

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B. Bohmann am 22.01.2016 12:45

Es gibt keine EnEV 2016.

Aber es gibt eine EnEV 2014 (am 1. Mai 2014 in Kraft getreten), die die Anforderungen für Neubauten zum 1.1.2016 verschärft.

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