Farben im Kinderzimmer

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Farben tragen entscheidend dazu bei, ob sich ein Kind in seinem Zimmer wohlfühlt. Die Auswahl ist groß: Quietschgelb, Knallrot oder Himmelblau - doch welche Farben im Kinderzimmer sind sinnvoll, welche weniger?

Farbe im Kinderzimmer, Foto: Serhiy Kobyakov - Fotolia.com
Quietschgelb, Knallrot oder Himmelblau - Kinder haben oft ganz eigene Vorstellungen von ihrer Zimmerfarbe, Foto: Serhiy Kobyakov - Fotolia.com Foto: Serhiy Kobyakov

In ihrem eigenen kleinen Reich möchten Kinder gerne selbst entscheiden, was ihnen gefällt und was nicht. Bei der täglichen Kleiderfrage geht es meist los, und auch in den Entscheidungsprozess der Farbgestaltung möchten Kinder einbezogen werden. Kinder entwickeln im Alter von drei bis vier Jahren ein gutes Gefühl für Farben, doch auch der Geschmack ändert sich in einem Rhythmus von etwa drei bis vier Jahren. Wer denkt, er könne ein Kinderzimmer einmalig einrichten und es dann dabei belassen, irrt sich.

Alles in der Lieblingsfarbe?!

Selbst wenn die Lieblingsfarbe Ihres Kindes einmal feststeht, sollten Sie nicht gleich die ganze Einrichtung farblich auf diesen Ton abstimmen, sondern sich zunächst mit der Wirkung einzelner Farben auseinandersetzen. Je nach Farbdosis und Nuance schlagen sich Farben unterschiedlich auf das Gemüt nieder.

Grundsätzlich sollten Sie ein Mittelmaß zwischen Reizarmut oder -überflutung finden. Zudem können Farben im Kinderzimmer auch gezielt zur optischen Vergrößerung oder Verkleinerung eines Raumes genutzt werden. Prinzipiell werden Farben in hell und dunkel beziehungsweise warm und kalt unterteilt.

Helle und warme Farben im Kinderzimmer

Gelb, Orange und Rot. Dabei gilt Gelb als hellste Farbe und stimmt optimistisch. Ein guter gelber Anstrich wirkt wie ein frischer Muntermacher. Wenn ihr Kind allerdings unter Lernstörungen leidet, sollten Sie auf einen gelben Anstrich verzichten und das Zimmer lieber mit einigen gelben Accessoires ausstaffieren, zum Beispiel gelben Vorhängen oder einer gelben Schreibtischunterlage. Orange ist ebenfalls eine freundliche Farbe, die anregend wirkt und sogar den Appetit ankurbelt. Dennoch sollten Sie nicht alle Wände in diesem Farbton streichen.

Grundsätzlich vermitteln helle Farben im Kinderzimmer den Eindruck von Weite und lassen Zimmer optisch größer erscheinen, aber zu viel Orange bewirkt das Gegenteil. Wenn das Kinderzimmer ein langer, schmaler Raum ist und Sie lediglich die Stirnseite orange tapezieren, erscheint der Raum kürzer. Rot ist ebenfalls eine anregende Farbe und sowohl bei Mädchen als auch Jungen aller Altersstufen beliebt. Größere Flächen im Kinderzimmer sollten Sie jedoch lediglich in einem Zartrosa halten, da zu viel Rot unruhiges und sogar aggressives Verhalten fördern kann. Das Tolle an warmen Farben im Kinderzimmer ist, dass selbst die Raumtemperatur einige Grad wärmer empfunden wird.

Dunkle und kühle Farben

Grün- und Blautöne, sowie ein Farbmix aus Gelbgrün oder Blaugrün. Diese Farben im Kinderzimmer wirken beruhigend, ausgleichend und erholsam und sind für überaktive Kinder bestens geeignet. Im Gegensatz dazu werden ruhige Kinder zusätzlich gebremst. Dunkelblau empfiehlt sich aufgrund seiner entspannenden Farbwirkung besonders für die Schlafecke im Kinderzimmer. Ein kräftiges Mittelblau ist eine kombinierbare Gegenfarbe zu Rot oder Gelb.

Grundsätzlich lassen dunkle Farben das Zimmer optisch kleiner erscheinen. Ein dunkles Zimmer kann einengend wirken, aber ebenso Geborgenheit vermitteln.

Kinderzimmer: Farben gekonnt kombinieren

Wem die Entscheidung zwischen so vielen Farben schwer fällt, kann alternativ auch verschiedene Farben oder Farbnuancen miteinander kombinieren. Achten Sie aber in jedem Fall darauf, dass die Wandfarbe mit der Einrichtung harmoniert. Bei Ton-in-Ton-Kombinationen verwerten Sie einen Farbton in verschiedenen Nuancen, zum Beispiel Zartrosa mit pinken Farbtupfern.

Bei Komplementärfarben kombinieren Sie eine Farbe mit dem im Komplementärkreis gegenüberliegenden Farbton. Vermeiden Sie aber eine Mischung der Farben, da Sie sonst Grau erhalten. Ob Gelb mit Violett, Rot mit Grün oder Blau mit Orange, aus allem wird bei einer Farbmischung Grau. Wenn Sie Komplementärfarben jedoch miteinander kombinieren, steigern diese Farben gegenseitig ihre Leuchtkraft und sorgen für erfrischende Effekte. Und wenn Sie zarte Pastelltöne wählen, drängt sich die Zimmerfarbe nicht so auf.

Faustregel: Je größer die Fläche, desto zurückhaltender sollte die Farbe sein. Außerdem ist wichtig, dass die Farbgestaltung im Kinderzimmer dem Kind ausreichend Freiraum für die eigene Phantasie lässt. Auch Spielsachen und Accessoires wie Vorhänge, Teppich oder Schreibunterlagen sind zusätzliche Farbträger.

Tipp: Magnetfarbe

Streichen Sie das Kinderzimmer mit Magnetfarbe. Die Wand sieht wie eine gewöhnliche Wand aus, macht aber eine Fixierung von Postern und Lieblingsmotiven möglich. So können Kinder ihr Zimmer dekorativ mitgestalten und zum Beispiel Ihre selbstgemalten Bilder sicher an der Wand befestigen und jederzeit an-, ab- oder umhängen. Auf Nägel oder Heftzwecken wird verzichtet. Stattdessen kommen lediglich Magneten zum Einsatz.

Zusätzlich können magnetische DIN A4-Bögen verwendet werden, die so dünn sind, dass sie in einen normalen Drucker passen. Die weiße Seite kann mit beliebigen Abbildungen wie beispielsweise Fotos oder Comicfiguren bedruckt werden, die anschließend mit einer Schere ausgeschnitten und an der Wand aufgehängt werden.


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