Faserzementplatten und Sandwichplatten: Unempfindlich und günstig

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Es gibt viele Möglichkeiten, Fassaden oder Dächer zu verkleiden. Faserzementplatten oder Sandwichplatten als Schutz vor Witterungseinflüssen sind im Wand- wie auch im Dachbereich gerne verwendete Baustoffe. Sie sind zudem sehr pflegeleicht.

Faserzementplatten, Fassadenverkleidung, Foto: Holzbau Huber GmbH
Faserzementplatten zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht aus. Sie eigenen sich sowohl als Dacheindeckung als auch als Fassadenverkleidung gut. Foto: Holzbau Huber GmbH Foto: Holzbau Huber GmbH
Sandwichplatten, Dacheindeckung, Foto: miket/fotolia.com
Sandwichplatten werden zur Isolierung von Dächern und Räumen verwendet. Die Platten sind sehr robust und pflegeleicht. Foto: miket/fotolia.com Foto: miket/fotolia.com

An das Dach und die Fassade eines Hauses werden hohe Anforderungen gestellt. Sie müssen das Gebäudeinnere sicher von der Umwelt abschließen, Lasten aufnehmen und abtragen, vor Witterungseinflüssen schützen und verschiedene Anforderungen an die Gestaltung erfüllen. Die Auswahl an Materialien ist groß, zunehmend werden plattenförmige Baustoffe eingesetzt. Während Faserzementplatten – die im Sprachgebrauch häufig auch als Eternitplatten bezeichnet werden – als Fassadenverkleidung im Wohnungsbau genutzt werden, kommen Sandwichplatten vorwiegend bei Zweckbauten zum Einsatz.

Faserzementplatten für Fassade und Dach

Die Zeiten, als Faserzementplatten noch mit Asbest assoziiert wurden, sind lange vorbei. Die wirtschaftlichen Bauprodukte aus Zellulose und Zement eignen sich ideal als Fassadenverkleidung oder auch für die Dacheindeckung. Je nach Einsatzzweck werden verstärkende Füllmaterialien oder Fasern zugesetzt. Die Platten werden zum Beispiel als Alternative für Schiefer oder andere Natursteinplatten eingesetzt. Für die Fassadenverkleidung werden die Platten auf einer hinterlüfteten Unterkonstruktion befestigt,  als Dacheindeckung kommen kleine Formate oder Wellplatten in Betracht. Angeboten werden die Platten in verschiedenen Formaten und Farbgebungen, sodass eine individuelle Auswahl möglich ist.

Die Faserzementplatte ist nicht brennbar, wartungsarm und ausgesprochen witterungsbeständig, außerdem immun gegen Korrosion oder Fäulnis. Durch das geringe Gewicht ist diese Plattenart für viele Zwecke und statische Gegebenheiten einsetzbar. Faserzementplatten werden oft im Rahmen einer Sanierung verwendet. Für Dachneigungen unter 25 Grad sollte lieber auf andere Eindeckungsmaterialien zurückgegriffen werden.

Sandwichplatten – Wärmeschutz in drei Schichten

Die klassische Sandwichplatte, die auch als ISO-Paneel bezeichnet wird, besteht aus zwei beschichteten Stahlblechschalen, die eine Isolierschicht einfassen. Je nachdem, ob die Platte als Wand- oder Dachpaneel eingesetzt wird, ist die Sichtseite entweder nahezu glatt oder ähnlich wie ein Trapezblech geformt. Eingesetzt werden Sandwichplatten vorwiegend für gewerbliche Bauten, zum Beispiel in der Lebensmittelbranche, Landwirtschaft, Lagerhaltung und Logistik.

Seltener sind die Platten auch im Wohnungsbau zu finden und dienen dort der Verkleidung und Isolierung der Fassade. Sandwichplatten werden zum Beispiel auch für die Außenwände von modernen Wohnwägen oder Wohnmobilen genutzt oder als Garagendach eingesetzt.

Der große Vorteil dieses Bauproduktes sind die gute Wärmedämmung bei vergleichsweise niedriger Materialstärke sowie die einfache Montage. Die tragfähigen Plattenbauteile können offen und verdeckt montiert werden und sind durch ihre hohe Steifigkeit selbsttragend. Dadurch sind große Stützweiten möglich. Beliebt sind Sandwichplatten nicht nur wegen ihrer Robustheit und Pflegeleichtigkeit, sondern auch wegen des günstigen Preises. Ein großer Nachteil der Sandwichplatten ist gerade im Bereich des Wohnungsbaus die Optik, da die Metallverkleidung häufig Assoziationen zum Industrie- und Gewerbebau wachruft. Durch die Dampfdichtheit der Paneele kann es außerdem zu Tauwasserausfall im Rauminneren kommen.

Faserzementplatten und Sandwichplatten bei Wind und Wetter

Ein Dach ist vielen Herausforderungen ausgesetzt. Heftige Stürme, Regenfälle, Schnee, Hitze oder Kälte tragen dazu bei, dass Dächer immer wieder aufs Neue auf die Probe gestellt werden. Sandwichplatten und Faserzementplatt verfügen über ausgezeichnete Fähigkeiten und zeigen sich widerstandsfähig nicht nur gegenüber extremen Witterungsbedingungen, sondern auch hinsichtlich Ungeziefer oder Fäulnis.


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6 Kommentare

PeterK am 01.09.2017 12:19

Vielen Dank für den Artikel. Ich überlege seit langem Sandwichpaneele für unsere Fassade zu verwenden.

[Kommentar um Link gekürzt, d.Red.]

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mathias am 24.06.2017 23:29

Hallo,

Was ist der Grund, dass Sandwichdämmelemente mit einer robusten und nicht mehr verputz-

und streichbedürftgen Metallaußenhaut fast nur im Gewerbebau Verwendung finden und fast gar nicht im Wohnungsbau? Ich dafür im Netz keine plausible Erklärung.

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bauen.de-Redaktion am 13.07.2015 14:18

Hallo Tobi,

die leichten Geräusche entstehen in der Regel durch Spannungen, die sich in der Dachkonstruktion aufbauen und lösen. Sie können unter anderem wegen verschieden breite Dehnungsfugen oder innenliegender Dämmung auftreten, aber auch viele andere Gründe haben. Am besten kontaktieren Sie einen Fachmann, der sich Ihre Dachkonstruktion näher anschaut und eine Ursache herausfindet.

Beste Grüße,

die bauen.de-Redaktion

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Tobi am 10.05.2015 22:03

Hallo zusammen

Ich hab ein Haus gebaut mit dacheindeckung Sandwich Platten

Bei Temperaturschwankungen entstehen leichte geräusche vermutlich durch die Isolierung die sich ausdehnt leider nervt nicht das ziemlich ! Hat einer einen Tipp wie ich das in den griff bekomme ?

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Jan am 30.04.2015 10:36

Hallo liebes Bauen.de Team und Autorin Frau Wagner. Einen schönen Artikel haben Sie hier. Ich würde ihn gerne etwas bereichern, beziehungsweise aktualisieren und zwar in Bezug auf die Metallverkleidung. Sandwichplatten gibt es in Sonderanfertigung in fast jeder RAL Farbe: rot, gelb, blau, baige, grün und so weiter. Dachplatten können darüber hinaus sogar in Dachziegeloptik hergestellt werden. Aus der Ferne heraus sieht man bei diesen Sandwichplatten nahezu keinen Unterschied zu „echten“ Ziegeln. Außerdem gibt es Wandpaneele in Holzoptik, die so gut ist, die man nur erkennt, wenn man direkt davor steht.

Eine kleine Anmerkung noch zur Dampfdichtheit von Sandwichpaneelen und Tauwasserausfall. Bei einer fachgerechten Verlegung kommt soetwas eigentlich nicht vor.

Liebe Grüße

Jan

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Rene von Nordbleche am 16.02.2015 14:05

Der Artikel ist im Grunde nicht verkehrt, jedoch die Kombination von Sandwichplatten und Wellfaserzement ist sehr unglücklich, da so überhaupt nicht vergleichbar.

Trapezblech, GFK Platten und Wellfaserzement würden aus meiner Sicht zusammenpassen, Sandwichplatten ist jedoch durch die Gesamtkonzeption mit Schaumkern und isolierender Wirkung ein komplett anderer Bereich.

Faserzementplatten haben sicherlich noch einen festen Bestandteil im Bauwesen, jedoch ist dieser stark zurückgegangen. Einziger Vorteil gegenüber Trapezblech ist das geringere Geräuschpegel bei Wetterbeanspruchung sowie geringere Schwitzwasserbildung. Ansonsten überwiegen die Vorteile von Profilblechen durch Gewicht, Farbvielfalt und Unempfindlichkeit. Durch eine geringe Lattung und Verwendung von Antikondensvlies sind sowohl Schwitzwasser wie auch Geräusche minimierbar (aber natürlich nie ganz weg!).

Sandwichplatten in verschiedenen Stärken geben kaum bis keine Geräusche bei Regen oder Hagel ab, isolieren je nach Kernstärke ziemlich gut und sind durch eine Vielzahl an Varianten (mit Aluminium Unterseite, GFK Unterschalte, Kern anstatt PUR mit Mineralwolle, diverse Farben und Formen) nahezu konkurrenzlos im Bauwesen. Auch Dachpfannenprofil als ISO Paneele sind ein großer Zugewinn im Bauwesen.

Ich würde daher anregen, Faserzementplatten - die ihre absolute Berechtigung im Bau haben- einen eigenen Bereich zu geben anstatt mit Sandwichelementen in einem eigenen Bereich zu mischen.

Viele Grüße

René Elsässer

HNB Nordbleche GmbH

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