Fassadenbegrünung: Pflanzen schmücken und schützen das Haus

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Eine Fassadenbegrünung verleiht dem Haus einen besonderen Charme, wirkt als Schutzhülle für das Gebäude und hat einen positiven Einfluss auf die Umwelt. Bauschäden lassen sich durch die richtige Anlagetechnik und Pflanzenwahl vermeiden.

Fassadenbegrünung, Haus, Efeu, Foto: BHW
Eine üppige Fassadenbegrünung ist nicht nur schön anzusehen, sondern wirkt auch positiv auf das Raumklima des Hauses und die Umwelt. Foto: BHW Foto: BHW

Von Efeu, Wein oder Kletterrosen umrankte Mauern – ein romantisches Bild, das an Märchenschlösser denken lässt. Doch ein immergrüner Mantel, vielleicht noch mit attraktiven Blüten verziert, steht auch modernen Häusern gut.

Lebendiges Grün schafft gutes Klima

Eine Fassadenbegrünung ist aber mehr als nur ein schöner Anblick. Sie wirkt auch als natürlicher Schutz gegen Lärm, winterliche Kälte und sommerliche Hitze. Zwar kann der Bewuchs wegen der mittlerweile sehr hohen energetischen Ansprüchen eine Fassadendämmung nicht ersetzen, aber sie doch unterstützen. Außerdem kann die Pflanzenhülle Feinstaub mindern, CO2 binden und Schadstoffe filtern. Auch bringt sie ein Stück Natur in die Stadt zurück, indem sie Vögeln oder Schmetterlingen Lebensraum und Nahrung bietet.

Anlageformen der Fassadenbegrünung

Bei den klassischen Formen der Fassadenbepflanzung sind die Pflanzen im Erdreich neben dem Gebäude verwurzelt und wachsen von dort aus mit oder ohne Gerüst in die Höhe.

Selbstklimmer wie Efeu, Wilder Wein oder Kletterhortensie können sich mit Haftwurzel oder -scheiben ohne Hilfe direkt an der Wand festhalten. Schlingpflanzen wie Hopfen und Blauregen ziehen sich am liebsten an Drahtseilen hoch.

Ranker wie Clematis, Wicke oder echter Wein klammern sich mittels ihrer „Greiforgane“ an den Aufstiegshilfen fest, während sich Kletterrosen dort mit ihren Dornen einhaken.

Bepflanzung ohne Bodenkontakt

Eine Alternative zu den bodengebundenen Systemen der Hausbegrünung ist die Anpflanzung in Kästen, Kassetten oder Vliestaschen mit Substrat, die dann auf einer Unterkonstruktion an der Fassade aufgehängt werden. Diese wandgebundene Form der Fassadenbegrünung ist pflege- und kostenintensiver, bietet aber sehr vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und stellt weniger hohe Ansprüche an die Tragfähigkeit der Fassade.

Die Lage der Hauswand, an der die Pflanzen hochklettern sollen, spielt ebenso eine Rolle bei der Pflanzenwahl. Generell gilt:

  • An Nordseiten entfalten sich am besten Pflanzen wie Pfeifenwinde oder Efeu, weil sie Schatten sehr gut vertragen.
  • Experten raten an Südseiten hauptsächlich laubwerfende Gewächse zu pflanzen, da sich die Mauer so im Herbst und Winter durch Sonnenbestrahlung aufwärmen kann. Geeignet sind dafür Geißblatt, Knöterich, (Wilder) Wein oder Rose.
  • Wilder Wein, Knöterich und Geißblatt gedeihen auch ganz gut an der Ostseite eines Hauses, ebenso wie Waldrebe oder Peifenwinde.
  • Die Westseite eines Hauses wird meist auch als Wetterseite bezeichnet, da Wetterfronten meist von West nach Ost ziehen. Experten raten deshalb auf Westseiten immergrüne Pflanzen zu verwenden. Die Wand wird so das ganze Jahr vor Regen und  Wind geschützt. Immergrüne Pflanzen sind beispielsweise Spindelstrauch oder Efeu.

Bauschäden verbeugen

Manche Hausbesitzer verzichten auf eine Bepflanzung, weil sie Schäden am Mauerwerk fürchten. Diese können entstehen, wenn die lichtscheuen Haftwurzeln von Selbstklimmern in Risse und Spalten hineinwachsen. Vor der Bepflanzung muss deshalb gesichert sein, dass die Putzschicht oder die Verfugung der Klinkerwände intakt ist. Auch können die Haftorgane dieser Pflanzen nach späterer Entfernung des Bewuchses unschöne Spuren hinterlassen, die nur unter größerem Aufwand beseitigt werden können.

Begrünung von gedämmten Fassaden

Wenn das Haus mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen wurde, sind Haftwurzler gar nicht geeignet, denn das Dämmmaterial ist nicht stark genug, um Blatt- und Wurzelmasse zu tragen. Eine Fassadenbegrünung mit Gerüstkletterern dagegen ist gut möglich. Zur Montage der Kletterhilfen gibt es inzwischen Spezialsysteme, die nur minimal in die Dämmschicht eingreifen und Wärmebrücken vermeiden.


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