Fernwärme: Vor- und Nachteile der externen Heizung

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Das eigene Haus und keine Heizung im Keller? Gut möglich, wenn mit Fernwärme geheizt wird. Eine Fernheizung hat Vor-, aber auch Nachteile.

Foto: Eisenhans / fotolia.com
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In manchen Häusern braucht man keine eigene Heizung: Das ist dann der Fall, wenn der örtliche Energieversorger Fernwärme anbietet und der Stadtteil, in dem sich das eigene Haus befindet, bereits erschlossen ist. Der klare Vorteil der Fernwärme: Man benötigt keine eigene Heizungsanlage, die, soll sie heutigen Effizienz- und Umweltkriterien entsprechen, leicht einen fünfstelligen Betrag kosten kann.

Fernwärme: Übergabestation sichert Versorgung

Da bei einer Fernheizung die Wärme mittels eines Rohrsystems ins Haus geliefert wird, benötigt man lediglich eine Übergabestation. Das bedeutet: Keine Gasleitungen oder Erdöltanks und keine klobige Zentralheizung, die im Keller Platz wegnimmt. Ein Kamin wird auch nicht benötigt, da im Haus keine Verbrennungsvorgänge zu Heizzwecken stattfinden.

Energieüberschüsse sinnvoll verwenden

Fernwärme wird überwiegend als ökologisch sinnvoll erachtet, da es sich oft um die überschüssige Wärme aus Fabriken und Kraftwerken handelt, die ansonsten sinnlos verpuffen würde. Erzeugt wird sie demzufolge mittels Kraft-Wärme-Kopplung. Bisweilen wird auch die Wärme von Müllverbrennungsanlagen genutzt. Unter Umständen kann auch dem Erdreich Wärme entzogen werden - also Geothermie.

Nachteile der Fernwärme: Bindung & Zwang

Da der Ausbau der Fernwärme mit hohen Investitionen verbunden ist, besteht mancherorts ein Anschlusszwang: Wer dann in einer bestimmten Gegend baut, muss Fernwärme beziehen und darf keine andere Heizungsart einbauen. Auch gibt es keinen wirklichen Wettbewerb: Vor Ort gibt es einen Platzhirsch, der die Preise bestimmt.


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2 Kommentare

Salomon am 31.01.2019 21:34

Vielen Dank für Ihre Antwort vom 29.01.2019. Der Verwaltungsbeirat unsrer

Wohnallage vertritt dazu unter Berufung auf eine Sttellungnahme eines

Fachanwalts für Wohnungseigentum folgende Auffassung:

Es handelt sich nicht um eine Instandhaltungsmaßnameim Sinne von

§ 21, Abs.5 Nr. 2 und auch nicht um eine modernisierende Instandhaltungs-

maßnahme, sondern um eine bauliche Veränderung, weil bislang keine

gemeinschaftliche Heizungsanlage vorhanden war, die hätte instand gesetzt

werden müssen.

Ich habe vorgeschlagen, diesen Sachverhalt zuvor gerichtlich klären zu lassen.

Für eine ergänzende Auskunft wäre ich sehr dankbar.

 

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Redaktion bauen.de am 05.02.2019 13:15

Hallo Salomon,

ob eine Fernwärmeversorgung nicht als Heizungsanlage zählt, können wir nicht beantworten, das müsste im Zweifel tatsächlich vor Gericht geklärt werden. Auch, ob die Modernisierung der Wärmeversorgung tatsächlich keine modernisierende Instandhaltungsmaßnahme ist. An dieser Stelle können wir Ihnen leider nicht weiterhelfen, denn wir dürfen leider keine Rechtsberatung anbieten.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Salomon am 29.01.2019 10:36

Ich whne in einem Mehrfalienhaus von 48 WE. 6 Eingönge a 8 WE. wohnfläche

4.125 m². jahresheizkosten 2017 62.400,,00 Euro, Energieverbeauch 487 MWh

(Erdgas). Fernwärmeversorgt.

Zum 30.06.2020 beabsichtigt die Eigentümergemeinschft die Errichtung einer eigenen Heizungsanlage-

Welche rechtlichen Aspekze sind zu beachten, bauliche Veränderung moderni-

siernde Instandsetzung oder ?????

Wer kennt sich aus und kann Antwort geben?

 

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Redaktion bauen.de am 31.01.2019 12:48

Hallo Salomon,

grundsätzlich gilt zu bedenken, dass Hauseigentümer nicht in jedem Fall die Fernwärmeversorgung kündigen können. Teilweise ist die Fernwärmeversorgung Auflage der Stadt. Ansonsten fällt der Einbau einer neuen Heizungsanlage tatsächlich unter die modernisierenden Instandsetzungen. Allerdings nur dann, wenn sich die Kosten voraussichtlich innerhalb der nächsten zehn Jahre amortisieren werden. Dann kann die Eigentümergemeinschaft die Anschaffung per Mehrheitsbeschluss durchsetzen.

Beste Grüße,

die Redaktion von bauen.de