Fledermausgaube: Elegant und mit viel Schwung

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Eine Fledermausgaube ist die wohl anmutigste Gaubenausführung - mit ihrer geschwungenen Form fügt sie sich perfekt in die Dachfläche ein.

Foto: dach.de Foto: dach.de

Ursprünglich dienten Gauben der Belichtung und Belüftung des Dachbodens und damit der dort gelagerten Produkte. Daran hat sich gar nicht so viel geändert - mehr Licht und Luft im Dachgeschoss sind auch heute noch wichtige Faktoren, wenn sich der Bauherr für eine Gaube entscheidet. 

Geschwungene Form macht sie einzigartig

Häufig mit dem Verlauf einer Sinuskurve verglichen, kann man bei frontaler Betrachtung einer Fledermausgaube wohl noch am ehesten an das "Auge des Daches" denken: Im Bereich der Gaube ist die Dachfläche leicht angehoben, sodass unter der geschwungenen Oberkante eine runde Öffnung entsteht – der Platz für die Fenster. Im Unterschied zu einer Rundgaube bilden die seitlichen Ausläufer schließlich den fließenden Übergang zwischen Gaube und Hauptdach - mancher Betrachter mag da an die Flügel einer Fledermaus denken. 

Markantestes Merkmal einer Fledermausgaube ist wohl der Verzicht auf scharfe Kanten und senkrechte Flächen, wie sie etwa für Schlepp- oder Satteldachgauben charakteristisch sind. Damit entfallen auch die für andere Gaubenformen selbstverständlichen Gaubenwangen. Für ein besonders harmonisches Bild sorgt schließlich die durchgängige Eindeckung von Gaube und Hauptdach im gleichen Material. Die typische Form hat allerdings einen Nachteil: Im Verhältnis zur Gaubenfläche lassen sich nur relativ kleine Fensterlösungen umsetzen - viel Raumgewinn oder lichtdurchflutete Räume lassen sich so leider kaum realisieren. 

Die Konstruktion einer Fledermausgaube ist aufwendig

Um den charakteristischen Schwung einer Fledermausgaube auszubilden, ist der Einsatz von gebogenen Hölzern notwendig, die wiederum passgenau auf das Hauptdach aufgebaut werden müssen. Zwar sind auch Dachpfannen möglich, doch für die Eindeckung empfehlen sich vor allem kleinformatige Deckungsmaterialien wie Reet, Schiefer oder Biberschwanzziegel – sie können sich den Rundungen gut anpassen und gewährleisten eine entsprechende Witterungsbeständigkeit. Allerdings treiben die besonderen Ansprüche an Material und Arbeitsaufwand den Preis schnell in die Höhe.

Proportionen müssen stimmen

Für die Ausbildung einer Fledermausgaube müssen baurechtliche (Bauantrag) und konstruktive Kriterien beachtet werden: So geben die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks die Rahmenbedingungen für stimmige Proportionen vor, wie etwa das Verhältnis Höhe zu Breite und sinnvolle Mindestabstände zu First und Dachrand. 

Soll eine Fledermausgaube für den besonderen Wohnkomfort im Dachgeschoss sorgen, gilt es gerade bei dieser Gaubenform, einen gelungenen Kompromiss zwischen Proportionen und Zusatznutzen zu finden, sprich: Lichteinfall, Brüstungs- und Kopfhöhe, aber auch Größe und Höhe der Gaubenfenster müssen sorgfältig geplant werden. Hier ist auf jeden Fall der Fachmann gefragt.


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