Fünf Fragen zum Leben mit der Lüftungsanlage

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Im energieeffizienten Neubau oder auch im sanierten Altbau wird immer häufiger eine Lüftungsanlage eingebaut. Wie aber lebt es sich im Alltag mit der kontrollierten Wohnraumlüftung und was muss man als Nutzer beachten?

Vor allem im Neubau, aber auch in modernisierten Altbauten findet man immer häufiger eine Lüftungsanlage. Foto: Initiative Wärme+ Foto: Initiative Wärme+

Häuser werden heute nahezu luftdicht gebaut, so dass möglichst wenig Heizenergie  über die Gebäudehülle entweicht. Damit auch der notwendige Luftaustausch in den Wohnräumen ohne große Wärmeverluste vor sich geht, baut man Lüftungsanlagen ein, die das Lüften über die Fenster überflüssig machen. Wie bei jeder neuen Haustechnik gibt es auch zur kontrollierten Wohnungslüftung Zweifel und Unsicherheiten. Die folgenden Fragen werden besonders häufig gestellt:

Darf man die Fenster gar nicht mehr öffnen, wenn das Haus eine Lüftungsanlage hat?

Auch bei kontrollierter Lüftung dürfen die Fenster jederzeit geöffnet werden. Für den Luftaustausch ist das aber nicht mehr nötig. Das ist gerade für Allergiker von Vorteil, die dadurch ihre Fenster geschlossen halten können, wenn reizauslösende Pollen unterwegs sind. Im Winter sollte man die Fenster grundsätzlich nie lange offen stehen lassen, damit nicht unnötig Wärme verloren geht. Das gilt aber auch in Wohnungen ohne Lüftungsgerät.

Wird die Luft bei kontrollierter Lüftung nicht zu trocken?

Normalerweise trocknet die Luft nicht allzu sehr aus. Im Winter ist es bei sehr kalter, trockener Außenluft allerdings möglich, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum unter 40 Prozent sinkt, was viele Menschen als unangenehm empfinden. Dann hilft es, über die Einstellungen des Regelgeräts der Wohnraumlüftung die Luftwechselrate zu verringern.

Zieht es nicht mit einem Lüftungsgerät?

Der kontinuierliche Luftstrom einer Lüftungsanlage hat nur eine geringe Geschwindigkeit. Deshalb ist er meist nicht spürbar – im Gegensatz zum Luftzug, der durch undichte Fenster oder Ritzen in die Wohnung kommt.

Kann die Raumluft verschmutzen oder mit Bakterien und anderen Krankheitserregern belastet werden?

Schmutzpartikel aus der Außenluft bleiben im Filter des Lüftungsgeräts hängen und gelangen nicht in die Wohnung. Durch den ständigen Luftwechsel werden Schadstoffe aus dem Hausinneren abgeführt und die Luftfeuchte reguliert, was der Entwicklung von Schimmelpilzen vorbeugt. Wenn Allergiker im Haus leben, sollte die Anlage mit einem Pollenfilter ausgerüstet werden. Aus hygienischen Gründen müssen aber alle Filter regelmäßig ausgetauscht werden. Das kann man nach Einweisung selber erledigen.

Wird es laut durch das Lüftungsgerät?

Falls eine Lüftungsanlage unangenehme Geräusche verursacht, ist sie nicht richtig installiert oder eingestellt. Normalerweise ist von der Lüftung nichts zu hören, denn das Gerät selber steht im Keller oder Technikraum, die Zu- und Abluftrohre sind mit Schalldämpfern versehen. Es wird sogar eher ruhiger im Haus mit kontrollierter Lüftung, denn die Fenster können geschlossen bleiben, wenn draußen starker Verkehrs- oder Umgebungslärm herrscht.


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2 Kommentare

dieSchäfers am 03.04.2017 17:29

Guten Tag, könnte man eine Lüftungsanlage auch mal für eine Woche ausschalten? Ist dies abgesehen von der möglichen Schimmelproblematik im dichten Haus möglich, oder sammeln sich in den Rohren evtl. Bakterien o.ä. ?

Vielen Dank vorab... mehr

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dieSchäfers am 03.04.2017 17:31

P.S. eine zentrale Lüftungsanlage


Redaktion bauen.de am 05.04.2017 09:03

Hallo dieSchäfers,

grundsätzlich sollte das kein Problem sein. Um sicher zu gehen, sollten Sie allerdings mal beim Hersteller nachfragen.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Nadine am 15.06.2015 11:35

Die letzte Frage bzw. die Antowrt darauf gilt allerdings nicht für dezentrale Lüftungsanlagen, die zwar zentral gesteuert werden, der Luftaustausch aber pro Raum durch Einzellüfter erfolgt.

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