Gewächshaus selber bauen: Günstige Alternativen für die Aufzucht von Jungpflanzen

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Schon vor Beginn der Saison können Hobbygärtner Jungpflanzen ziehen. Im warmen Klima können Sämlinge wettergeschützt keimen. Es braucht jedoch nicht gleich ein Treibhaus gekauft werden: Geschickte Handwerker können ihr Gewächshaus auch selber bauen.

Tipp 1: Minigewächshaus

Ein Mini-Gewächshaus für die Fensterbank: nur zum Anzüchten oder für die ganzjährige Kräuterernte. Foto: Romberg Foto: Romberg

Mini-Gewächshäuser sind eine praktische Alternative für den kleinen Bedarf. Sie bestehen aus einer Schale mit Pflanzenerde und lichtdurchlässigem Deckel und sind oftmals so klein, dass sie sogar aufs Fensterbrett passen. Sie werden meist dazu eingesetzt, Keimlinge und Stecklinge zu züchten, weswegen sie auch als Anzucht-Gewächshäuser bekannt sind. Im Handel kosten die günstigsten Modelle nur wenige Euro. Wer noch weniger ausgeben möchte, legt selbst Hand an: Dazu wird in den Deckel einer durchsichtigen Plastikbox ein  Loch geschnitten. Dann kann die Box direkt mit Erde befüllt und bepflanzt werden. Ein verschließbarer Lüftungsschlitz ermöglicht einen kontrollierten Luftaustausch, ohne dass das warme Treibhausklima entweichen kann. Alternativ schützt regelmäßiges manuelles Entlüften die Pflanzen vor dem Überhitzen. Im Beet selbst können auch Plastikflaschen verwendet werden. Dafür wird das Oberteil mit einem Cutter-Messer abgeschnitten, das Unterteil mit Luftlöchern versehen und über die Pflanze gestülpt. Wer allerdings ein beheiztes Modell für den Wintergarten oder kalte Räume sucht, liegt preislich schnell zwischen 50 und 100 Euro.

Tipp 2: Frühbeet bauen

Ein Frühbeet ist schnell selbst gebaut. Foto: Promex Handels GmbH Foto: Promex Handels GmbH

Die Funktionsweise eines Frühbeets ist simpel: Umseitig mit einem Rahmen geschützt, kann die Saat in der Aufzuchtstation zu kleinen Jungpflanzen reifen. Nach oben hin deckt entweder ein Fenster oder ein mit Folie bespannter Rahmen die Konstruktion ab. Ein geneigter Deckel sorgt dafür, dass die Sonnenstrahlen die Luft im Frühbeet besonders effizient erwärmen können. Wenn es im Februar und März noch eisig ist, kann die Fensterscheibe mit Stroh oder Schilfmatten abgedeckt werden. Die Kosten für den Bau eines Frühbeets sind gering: Entweder kann eine Rahmenkonstruktion aus Holz gefertigt werden oder auch – schlichter, aber unbeweglicher -  mit Backsteinen gelegt werden. Wer ein altes Fenster besitzt, kann dieses einfach auf den Rahmen legen. Ansonsten wird ein Rahmen gezimmert und mit Gewächshausfolie bespannt. Um ein optimales Klima für die Zöglinge zu gewährleisten, sollte es die Möglichkeit zum kontrollierten Lüften geben. Wer sich sein Gewächshaus nicht selber bauen möchte, muss nicht allzu viel ausgeben: Im Handel sind kleine Frühbeete ab zirka 20 Euro erhältlich. Der optimale Standort ist windgeschützt und sonnig – so wachsen die Pflanzen am besten.

Tipp 3: Foliengewächshaus errichten

Ein Foliengewächshaus ist eher etwas für den passionierten Gärtner. Foto: Westfalia Foto: Westfalia

Beim Foliengewächshaus wird das Beet von einem mit Folie umhüllten Stützgerüst vor Kälte und Wind geschützt. Die günstigsten Varianten starten bereits bei 15 Euro, die Preisspanne für wetterfestere und begehbare Ausführungen liegt allerdings bedeutend höher. Hobbygärtner mit handwerklichem Geschick können sich das Gewächshaus selber bauen: Mit kesseldruck-imprägnierten Dachlatten als Gerüst und Gewächshausfolie lässt sich das Projekt recht einfach realisieren. Die Folie ist für zirka 2,50 Euro pro Quadratmeter erhältlich. Als Eingangstür kann eine Seite des Foliengewächshauses senkrecht aufgeschnitten werden. Am Boden wird die Folie auf Holzleisten getackert, sodass die Eingangsflügel nicht ständig aufflattern und Kälte hineinlassen. Zudem sollte die Öffnung nicht in Windrichtung stehen. Wer sicher gehen möchte, verankert auch das Gerüst beispielsweise mit Zeltheringen im Boden – so hält die Konstruktion kleinere Stürme aus. Auch wenn das Foliengewächshaus eine günstige Alternative zum verglasten Gewächshaus ist, sollten sich Gartenbesitzer bewusst sein, dass die Lebensdauer der Konstruktion durchaus begrenzt ist. Selbst wer hochwertige Folie verwendet und sein Gewächshaus im Winter abbaut, wird nach zwei, drei Jahren merken, dass Wind, Regen und Sonneneinstrahlung nicht unbemerkt vorbeiziehen und sich nach einer neuen Folie umsehen müssen.


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