Heimische Holzarten als Alternative für Tropenholz

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Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute vor der Haustür wächst. Heimische Holzarten für den Fußboden als Alternative zu Tropenholz liegen im Trend und sind zudem auch noch umweltfreundlich.

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Holz ist als Bodenbelag beliebt, denn das Naturmaterial verfügt über viele positive Eigenschaften. Es lässt sich leicht bearbeiten, ist fußwarm, vielfältig in seiner Erscheinung und stammt aus nachwachsenden Rohstoffquellen. Trotz steigenden ökologischen Bewusstseins, werden auch tropische Holzarten immer noch gerne für Parkett und Dielen verwendet. Dabei sind die Bestände vieler tropischer Hölzer gefährdet. Doch es geht auch ohne schlechtes Gewissen, wenn man sich für heimische Holzarten als Alternative für Tropenholz entscheidet.

Heimische Holzarten sind klimafreundlich

Ein Vorteil von heimischem Holz ist, dass es nicht über weite Strecken transportiert werden muss: Das schont die Umwelt und die Käufer sich außerdem über dessen Herkunft sicher sein können. Doch Vorsicht: auch Holz der hier heimischen Fichte, wird oft über weite Strecken aus Nordeuropa und Russland importiert, wo die Bäume oft in Urwäldern geschlagen werden und damit nicht aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen.

Tropenholz ist in Innenräumen unnötig

Insbesondere im Innenraum kann auf tropisches Holz verzichtet werden, da hier keine besonderen Anforderungen an Witterungsbeständigkeit und Widerstandskraft bestehen. In den eigenen vier Wänden erfüllen Parkett und Dielen beispielsweise aus Esche, Eiche, Ahorn oder Nussbaum alle Ansprüche an einen normal genutzten Bodenbelag. Bei der Auswahl der Holzart für den Fußboden sind hier vor allem Härte und Festigkeit des Holzes entscheidende Kriterien neben der gewünschten Optik. Beim Verlegen über einer Fußbodenheizung sollte das Holz zudem über ein geringes Quell- und Schwundverhalten verfügen, daher sind Holzarten wie Ahorn und Buche weniger geeignet. Allgemein gilt: Holzfußböden fühlen sich bei einer Temperatur um die 20 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchte zwischen 50 und 60 Prozent am wohlsten und behalten so ihre Form.

Modifiziertes Holz sorgt für den Tropenholz-Look

Wenn es um die Optik geht, können modifizierte Hölzer eine Alternative zu den meist kräftig gefärbten rotbraunen oder dunklen Tropenhölzern sein. Eichenholz beispielsweise erhält durch das Räuchern einen tiefbraunen, manchmal fast schwarzen Farbton und gleicht Ebenholz oder Wenge. Das Verfahren verändert nicht nur den Farbton, sondern das Holz wird auch weniger spröde und resistenter gegen Pilz- und Schädlingsbefall. Auch durch eine Thermobehandlung können verschiedene, dunkle Farbabstufungen erreicht werden. Dabei wird das Holz unter Sauerstoffmangel auf mindestens 160 Grad Celsius erhitzt. Das Quell- und Schwindverhalten wird außerdem durch das Verfahren reduziert, jedoch wird Thermoholz spröder.

Tipp: Wer trotzdem nicht ohne exotisches Tropenholz leben kann, der sollte zumindest beim Kauf auf das FSC-Siegel achten. Dieses garantiert Käufern, dass das Holz aus ökologisch nachhaltiger und sozial verträglicher Forstwirtschaft stammt.


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