Heizen mit Holzhackschnitzeln

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Holzhackschnitzel sind preiswert und ökologisch vorteilhaft. Wer sich für eine solche Holzhackschnitzelheizung entscheidet, braucht allerdings einen großen Lagerraum für das Heizmaterial.

Holzhackschnitzel sind ein preiswerter Brennstoff. Allerdings sind große Lagerräume vonnöten. Foto: Gerhard Seybert/Fotolia Gerhard Seybert/Fotolia

Holzhackschnitzel sind zerkleinerte Holzteile, die meist aus minderwertigem Restholz hergestellt werden. Die Vorteile der Hackschnitzel: sie sind im Vergleich zu anderen Brennstoffen günstiger und zudem auch umweltfreundlicher.

Verwendung findet minderwertiges Holz, das sich anderweitig nicht verwerten lässt, oder auch Holz aus Kurzumtriebsplantagen. Dabei handelt es sich um schnell wachsende Bäume oder Sträucher, die schon nach wenigen Jahren Material liefern. Weil Kurzumtriebsplantagen oft hauptsächlich der Erzeugung von Hackschnitzeln dienen, spricht man auch von Energiewald.

Vorteil: Günstiger Preis

Der größte Vorteil von Holzhackschnitzeln ist ihr günstiger Preis, der bedeutend niedriger ist als der von Öl und Gas, ja sogar deutlich unterhalb dem von Holzpellets liegt. Laut des Centralen Agrar-Rohstoff-Marketing und Energie-Netzwerks (CARMEN) kostete eine Tonne Holzhackschnitzel mit 20 Prozent Restfeuchtigkeit bei einer Abnahmemenge von 30 Tonnen im zweiten Quartal 2012 rund 136 Euro. Das entspricht einem Preis von rund 34 Euro pro Megawatt Energie. Zum Vergleich: Für Holzpellets waren im Vergleichszeitraum knapp 50 Euro für die gleiche Energiemenge zu zahlen, für Heizöl rund 85 Euro und für Erdgas knapp 70 Euro, geht aus der CARMEN-Statistik hervor.

Großer Lagerraum

Der große Nachteil von Hackschnitzeln ist, dass sie einen großen Lagerraum benötigen – volumenmäßig etwa drei Mal so viel wie für Holzpellets und rund zehnmal so viel wie für Heizöl. Der Grund: Ein Kilogramm Holzhackschnitzel enthält nur rund 40 Prozent der Energie eines Liters Heizöl. Zudem handelt es sich bei Hackschnitzeln um Schüttgut mit viel Luft in den Zwischenräumen. Ein Kilo des Holzheizstoffs benötigt also auch noch viel mehr Platz als ein Liter Heizöl. Andererseits muss ein Öllagerraum aufwendig abgedichtet werden, damit bei einem Ölaustritt nichts ins Grundwasser gelangen kann. Das ist bei Hackschnitzeln nicht nötig.

Hoher Wirkungsgrad im Regelbetrieb

Verfeuert werden Holzhackschnitzel in speziellen Hackschnitzelheizungen. In den Brennraum werden die Hackschnitzel zum Beispiel über eine Förderschnecke transportiert. In der Regel ist es empfehlenswert, die Heizung mit einem größeren Pufferspeicher zu kombinieren. Denn beim Brennerstart und in der Ausbrandphase arbeitet die Heizung mit einem geringeren Wirkungsgrad und emittiert mehr Schadstoffe. Ein Speicher ermöglicht es, dass die Hackschnitzelheizung über einen längeren Zeitraum im optimalen Regelbetrieb laufen kann.

Staatliche Förderung für Hackschnitzelheizungen

Wer eine Hackschnitzelheizung installiert, profitiert von staatlichen Fördergeldern. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zahlt für automatisch beschickte Biomasseanlagen von fünf bis 100 Kilowatt Nennwärmeleistung zur Verfeuerung von Holzhackschnitzeln pauschal 1.400 Euro je Anlage. Voraussetzung ist allerdings, dass die Anlagen über mindestens 30 Liter Pufferspeicher pro Kilowatt Anlagenleistung verfügen. Wer sich für einen Kombikessel entscheidet, in dem sowohl Hackschnitzel als auch durch manuelles Nachfüllen Scheitholz verfeuert werden kann, muss die Anlage mit mindestens 55 Litern je Kilowatt Nennwärmeleistung Pufferspeicher kombinieren, um die Förderung zu erhalten.

Hackschnitzelheizungen sind eine Alternative, wenn im Keller ausreichend Platz für die Anlage und die Lagerstätte für das Brennmaterial vorhanden sind. Sie eignen sich aber auch sehr gut für größere Mehrfamilienhäuser und lassen sich gut mit einer Thermischen Solaranlage kombinieren – Voraussetzung ist freilich ein großer Pufferspeicher. Was den Komfort betrifft, sind sie konventionellen Öl- oder Gasheizungen fast ebenbürtig: Der einzige Nachteil ist, dass ab und zu Asche aus dem Auffangbehälter geleert werden muss.


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