Heizen mit Miscanthus

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Heizen mit herkömmlichen Brennstoffen wie Gas und Öl wird immer teurer und die Ressourcen sind begrenzt. Seit Jahren halten daher Biomasseheizungen in immer mehr Häusern Einzug. Hier dienen Holz, Stroh und auch Miscanthus als Brennstoff. Diese aus Asien stammende Zierpflanze ist als Bioheizmasse bislang noch recht unbekannt in Deutschland, bietet jedoch eine Menge Vorteile.

Miscanthus, Brennstoff, Feld, Foto: emjay smith/fotolia.com
Miscanthus stammt ursprünglich aus Südostasien. Foto: emjay smith/fotolia.com Foto: emjay smith/fotolia.com

Seit den 1930er Jahren wird Miscanthus, auch als Chinaschilf oder Elefantengras bekannt, in Europa angepflanzt. Anfangs ausschließlich als Ziergras angesehen, wird Miscanthus seit einiger Zeit jedoch auch als Nutzpflanze kultiviert – vor allem um aus der Biomasse Energie zu gewinnen.
Innerhalb weniger Monate kann Miscanthus eine Höhe von vier Metern erreichen. Eine besonders schnellwüchsige Variante des Grases kann unter günstigen Bedingungen im Jahr bis zu 15 Tonnen Trockenmasse pro Hektar produzieren – die als Brennstoff genutzt werden können. Dabei sind die Ansprüche, die Miscanthus an Standort und Bodenbeschaffenheit, Niederschlag sowie Wärme stellt, sind mit denen von Mais vergleichbar und recht niedrig. Der Düngebedarf ist vergleichsweise gering, die Ernte gelingt leicht und eine extensive Bewirtschaftung dieser mehrjährigen Pflanze ist möglich.

Sauberer Brennstoff

Der Brennstoff aus Miscanthus bietet viele Vorzüge: Miscanthus lässt sich in Deutschland anbauen, so dass Nutzer dieses Brennstoffs von politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten und damit verbundenen Lieferproblemen unabhängig werden. Die Pflanze ist ein nachwachsender und recht sauberer Brennstoff, denn sie hat einen hohen Brennwert sowie eine gute Kohlenstoffdioxidbilanz. Zudem hat Elefantengras einen großen Vorteil gegenüber Biomasse-Brennstoffen wie Getreide und Co: Miscanthus ist nicht zum Verzehr einsetzbar, sodass kein Nahrungsmittel zu Heizzwecken verwendet wird.

Mit Miscanthus Heizkosten sparen

Der Brennstoff kann neben den ökologischen und volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten noch auf einem weiteren Feld punkten: dem Preis. Die Befeuerung einer Heizungsanlage mit Miscanthus ist deutlich günstiger als die Nutzung von Öl, Gas aber auch Holzpellets und Hackschnitzeln. Und je weiter die Pflanze als Brennstoff und damit auch als landwirtschaftliche Nutzpflanze Verbreitung findet, desto eher werden die Preise weiter sinken. Für den Jahresverbrauch an Brennstoff für Öl zahlt man etwa viermal so viel wie für Miscanthus.

Der Brennwert von 2,5 Kilogramm Miscanthus entspricht im Übrigen dem von einem Kilogramm Heizöl. Durch die Energieerzeugung von einem Hektar des Grases können so etwa 6.000 Kilogramm Heizöl ersetzt werden.

Hemmschuh Hackschnitzelheizung

Der größte Nachteil besteht darin, dass für die Verfeuerung eine Hackschnitzelheizung genutzt werden muss. Denn eine Hackschnitzelheizungsanlage besteht aus deutlich mehr Komponenten als eine Öl- oder Gasheizung. Zu einer kompletten Hackschnitzelheizungsanlage gehören ein Hackschnitzelsilo oder -lager mit Austragungssystem, eine Hackschnitzel-Förderanlage, ein Kessel mit Sicherheitssystem sowie eine Ascheaustragung und je nach Einzelfall ein Aschelagerbehälter. Zudem ist der Platzbedarf einer solchen Heizungsanlage deutlich höher als der einer Gas- aber auch einer Ölheizungsanlage.

Allerdings gibt es mehrere Faktoren, die trotz des hohen Anschaffungspreises eine wirtschaftliche Nutzung des Brennstoffs Miscanthus möglich machen: Zum einen ist, wie bereits erwähnt, der Preis für den Brennstoff selbst sehr gering. Zudem gibt es zahlreiche Förderprogramme für den Einbau von Biomasseheizungen von Bund, Land, Kommunen sowie einigen Energieversorgern.


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