Heizung erneuern: Wann es Zeit für einen Wechsel ist

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Eine Zentralheizung, die Wärme mittels Verbrennung gewinnt, besteht im Wesentlichen aus drei Baugruppen: dem Wärmeerzeuger, den Leitungsrohren und den Heizkörpern. Wenn Verschleiß und Alterungserscheinungen zu beobachten sind, muss in der Regel nicht gleich die gesamte Anlage ausgetauscht werden.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war dieser Anblick die Regel in deutschen Heizungskellern. An einem eisernen Stellrad konnte man die Luftzufuhr manuell regeln; im besten Fall steuerte ein eingelassenes Bimetall einen Seilzug, der an der untersten Ofenklappe die Frischluftzufuhr und damit den Abbrand regulierte. Foto: Steffen Malyszczyk Foto: Steffen Malyszczyk

In die Jahre gekommene Heizungsanlagen lassen unnötig viel Energie ungenutzt. Die Heizung auszutauschen, lohnt sich. Vorausgesetzt, die Heizkörper weisen noch keine gravierenden Roststellen auf, sind nicht hochgradig verschlammt und werden von den Hausherren auch nicht als „vorsintflutlich“ angesehen, müssen sie nicht zwangsläufig mitmodernisiert werden; Das gilt auch für die Zuleitungen: Sind diese verlässlich dicht– was ein Fachmann leicht prüfen kann – und sollen demnächst aus baulichen oder ästhetischen Gründen auch nicht verändert werden, kann man darauf verzichten, diese zu erneuern.

Somit kann es also ratsam sein, nur das Heizgerät auszutauschen. Ein verlässliches Zeichen, dass der alte Heizkessel nicht mehr die gewünschte Leistung bringt, ist ein warmer Heizungskeller. Dann geht die Wärme aufgrund der schlechten Isolierung in den Raum und nicht in die Zuleitungen.

Vier Gründe für den Heizungsaustausch

1. Es kann geschehen, dass der Schornsteinfeger bei seinen alle zwei Jahre fälligen Abgasprüfungen feststellt, dass die Grenzwerte für den Kohlenoxidenausstoß nicht mehr einzuhalten sind. Solch ein Mangel kommt selten gänzlich überraschend; meist war schon anhand der Messprotokolle der Vorjahre abzusehen, dass Therme oder Heizkessel anfangen zu schwächeln. Im Falle einer Sperrung des Gerätes bleibt dem Betreiber innerhalb einer angemessenen Frist letztlich nur der zwangsläufige Austausch übrig.

2. Die Heizung hat schon 15 Jahre und mehr auf dem Buckel. Dieser Zeitraum gilt als durchschnittlicher Anhaltpunkt, wann ein Gerät als alt gelten kann. Möglicherweise häufen sich schon Ausfälle und Reparaturen. Gerade im Winter – also zum unangenehmsten Zeitpunkt – werden Monteure deshalb häufig gerufen. Hausherren sind also gut beraten, nach etwa 15 Jahren vom Fachmann eine Generalinspektion vornehmen zu lassen; dann kann beurteilt werden, wie lange sich ein Betrieb noch lohnt.

3. In den meisten Fällen laufen die alten Heizungen noch verlässlich, genügen aber trotz bester Pflege und regelmäßiger Wartung nicht mehr den heutigen Erwartungen an einen wirtschaftlichen Betrieb. Ihre Regeltechnik und ihr Wirkungsgrad lassen zu wünschen übrig, der Brennstoffverbrauch ist vergleichsweise hoch – kurzum, es wird zu kostspielig, sie länger zu betreiben. Zwar kann der Austausch einer Heizung samt Installationskosten 5.000 und mehr Euro betragen, doch in den meisten Fällen refinanziert sich die Neuanschaffung nach schätzungsweise 10 bis 15 Jahren über die eingesparten Heizkosten; bei steigenden Energiepreisen durchaus auch schneller.

4. Manchmal kann auch der begründete Wunsch der Hausherren nach mehr Komfort zum Austausch der Heizung führen. Etliche ältere Geräte verfügen beispielsweise nicht über einen Außentemperaturfühler, lassen sich also nicht abhängig vom Wetter steuern. Vielleicht lässt sich die Anlage auch nicht mehr hinreichend genug nach den Bedürfnissen und dem Lebensrhythmus der Familie programmieren- Wie dem auch sei, gegenüber alten Geräten weisen moderne Heizungen einen sichtlich höheren Bedienkomfort auf. Über Wandthermostate lässt sich heutzutage beispielsweise jeder einzelne Heizkörper fernsteuern, sei es über Funk oder Internet. Selbst der augenblickliche Betriebszustand lässt sich aus der Ferne abfragen und beeinflussen.

Heizung erneuern: Voraussetzungen und Finanzierung

In der Regel sollten auch die Heizkörper getauscht werden, wenn von einem Verbrennungsofen (Gas, Holz, Kohle, Öl) auf eine Wärmepumpe oder auf Solarthermie umgestiegen wird. Häufig eignen diese sich nicht für die dann deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen der Heizung.
Wer den Betrag für den Austausch einer Heizung nicht zur Hand hat, kann auf Angebote etlicher Gasversorger zurückgreifen. Sie installieren ein neues Gerät  und sorgen für dessen regelmäßige Wartung. Der Nutzer zahlt dafür eine monatliche Pauschale und, wie gewohnt, die Energiekosten. Auch über staatliche Förderprogramme sollte man sich im Vorfeld informieren.

Den Primärenergiebedarf eines Hauses kann man mithilfe eines Energiesparrechners ermitteln, wie er sich beispielsweise auf den Internetseiten der Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) findet.

 


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