Innendämmung: Nachträglicher Wärmeschutz

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Die Energiekosten steigen und werden auf absehbare Zeit auch nicht wieder sinken. Und auch die Pflicht, bei Veräußerung oder Vermietung einen Energieausweis vorlegen zu müssen, tragen dazu bei, dass immer mehr Immobilieneigentümer ihre Häuser nachträglich dämmen. Ob aus Kostengründen oder aus Gründen des Denkmalschutzes – viele Immobilieneigentümer entscheiden sich für eine Innendämmung.

Bei der Innendämmung werden die Außenwände von innen mit Dämmplatten versehen. Foto: djd/Qcare Foto: djd/Qcare
Nachdem die Wand mit Dämmplatten versehen worden ist, wird sie wieder verputzt. Foto: djd/Qcare Foto: djd/Qcare

Gerade bei etwas älteren Häusern wurde oftmals nach der Devise gebaut: Wenn es im Haus zu kalt ist, drehen wir die Heizung einfach höher. Und war es im Sommer zu heiß, wurden einfach Ventilatoren im Haus verteilt, um für Abkühlung zu sorgen. Heizenergie und Strom schien es in unbegrenzter Menge zu geben und entsprechend niedrig waren die Heizkosten.

Heute ist die Situation anders: Heizkosten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen und ein Ende der Kostenexplosion ist noch nicht in Sicht. Auch rechtliche Vorgaben führen dazu, dass das Thema Dämmung einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Ob es um den Austausch alter Heizungsanlagen geht oder um die Vorlagepflicht eines Energieausweises bei Vermietung oder Verkauf einer Immobilie – Eigentümer werden in Sachen Energieeinsparung auch vom Gesetzgeber immer mehr in die Pflicht genommen. Diese rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekte sind jedoch nicht die einzigen Gründe, eine Dämmung, insbesondere eine Innendämmung, in Angriff zu nehmen: Neu entwickelte Baustoffe führen dazu, dass Innendämmungen immer leichter, kostengünstiger und zudem schadstoffarm bis -frei durchgeführt werden kann.

Nachträglich dämmen - innen oder außen?

Wer sich für die nachträgliche Wärmedämmung seines Hauses entscheidet steht vor der Frage: Innendämmung oder Außendämmung. Ob Fassade oder Dach – Immobilieneigentümer haben grundsätzlich die Wahl zwischen beiden Vorgehensweisen. Lediglich bei Immobilien, die unter Denkmalschutz stehen, ist eine Innendämmung in der Regel Pflicht. Ein weiteres Argument für die Innendämmung sind die im Vergleich zur Außendämmung grundsätzlich niedrigeren Kosten.

Das geht: Dach, Wände, Geschossdecke

Wer sich für die Dämmung seines Hauses von innen entschieden hat, kann, genauso wie bei der Außendämmung, die gesamte Hülle des Hauses vor Wärmeverlust im Winter und zu hohem Erhitzen im Sommer schützen. Die Außenwände werden hierzu von Innen mit Dämmplatten versehen und dann wieder verputzt. Dämmplatten an der Kellerdecke führen dazu, dass die Kälte aus dem Keller nicht ins Haus aufsteigen kann. Und auch das Dach lässt sich von Innen, man spricht dann von einer Zwischen-Sparren-Dämmung, dämmen. Bei einem Haus mit einem ungenutzten aber begehbaren Dachboden kann alternativ zur Dachdämmung die Geschoßdecke mit Dämmmatten oder mit Schüttdämmung isoliert werden.

Für die Innendämmung lassen sich auch alle verfügbaren Dämmstoffe einsetzen, also beispielsweise alle Arten von Mineralfaserplatten, Verbundplatten, Flachs, Baumwolle, Zellulosedämmstoffplatten oder alle Arten von Holzfaserdämmplatten.

Meist wird für die Innendämmung Dämmstoff  verwendet, der eine Wärmleitfähigkeit von 0,040 hat. Haben Dämmstoffe die Wärmeleitfähigkeit 0,035 sind sie bei gleicher Dämmstoffstärke um zehn Prozent besser. Haben Dämmstoffe hingegen eine Wärmeleitfähigkeit von 0,050 muss mehr vom Stoff eingeplant werden, um die gleiche Wärmewirkung zu bekommen.

Innendämmung – die Kosten und die Finanzierung

Die Kosten für die Innendämmung variieren selbstverständlich stark, je nachdem welches Material verwendet wird, welche Vorarbeiten notwendig sind und wie hoch der Aufwand ist. Grundsätzlich aber können folgende Beträge als erste Orientierung dienen:

  • Innendämmung von Wänden: 35 bis 80 Euro pro Quadratmeter
  • Dämmung der obersten Geschossdecke (Dachboden): ab 20 Euro pro Quadratmeter
  • Dämmung des Kellers: ab 15 Euro pro Quadratmeter

Die Kosten, die sich aufgrund der entsprechenden Quadratmeterzahlen ergeben, können auf den ersten Blick abschreckend wirken. Doch sollte zweierlei beachtet werden: Zum einen macht sich die nachträgliche Dämmung in sinkenden Heizkosten bemerkbar. Andererseits gibt es von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) Kredite und Zuschüsse sowohl für Komplettsanierungen als auch Einzelmaßnahmen.


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2 Kommentare

Redaktion bauen.de am 15.04.2016 14:57

Lieber El_Cangrejo,

die Feuchtigkeit, die im Wohnraum entsteht, entkommt durch die diffusionsgeschlossene Folie nicht und kondensiert dort. Das Wasser wird in die Dämmung eindringen und diese zerstören oder zumindest unbrauchbar machen.... mehr

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El_Cangrejo am 14.04.2016 22:27

Hallo,

Ich habe ein spezifisches Problem: Mein Dach sieht so aus, dass zwischen Ziegeln und Dachbalken eine Unterspannfolie liegt. Leider ist diese diffusionsgeschlossen. Nach meinem Verständnis schließt dies eine Zwischensparrendämmung... mehr

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