KfW-Effizienzhaus 70: mittlerweile Standard

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Lange Zeit förderte die staatliche KfW-Bankengruppe das KfW-Effizienzhaus 70. Doch weil inzwischen die Mehrheit der Wohnungsneubauten problemlos diesen Standard erreicht, fällt das Effizienzhaus 70 aus der Neubauförderung heraus.

Info

Zum 1. April 2016 änderte die KfW ihr Programm „Energieeffizient Bauen“. Die Förderung das Standards Effizienzhaus 70 findet darin keinen Platz mehr. Bauherren, die für ihren Neubau Darlehen oder Zuschüsse beantragen wollen, müssen seitdem mindestens nach dem Standard Effizienzhaus 55 bauen.

Häuser, die einen geringeren Energieverbrauch haben, als es die Energieeinsparverordnung (EnEV ) zulässt, werden als Effizienzhäuser bezeichnet. Die staatliche KfW-Bankengruppe definiert für den Neubau drei Standards, die sie mit zinsgünstigen Darlehen oder Zuschüssen fördert: KfW-Effizienzhaus 55, KfW-Effizienzhaus 40 und KfW-Effizienzhaus 40 Plus. Der Standard KfW-Effizienzhaus 70 wird nicht mehr gefördert. Der Zahlenwert gibt an, wie sich der Energiebedarf des jeweiligen Effizienzhauses im Vergleich zur gesetzlich vorgeschriebenen Obergrenze verhält. So hat ein Haus mit Effizienzhaus-Standard 70 einen Jahresprimärenergiebedarf von 70 Prozent im Vergleich zu einem Haus nach dem EnEV-Minimalstandard. Oder anders ausgedrückt: Es verbraucht 30 Prozent weniger Energie. Doch genau das erreichen viele Neubauten inzwischen ohne Probleme, etwa weil moderne Heizungsanlagen weit effizienter arbeiten, als sie müssten.

KfW-Häuser 70 in allen Formen und Farben

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Wege zum Effizienzhaus-Standard

Wie sie die dreißigprozentige Energieeinsparung gegenüber dem gesetzlichen Standard erreichen, können Bauherren und Planer weitgehend selber entscheiden. Zur Auswahl stehen etwa eine verstärkte Dämmung, verbesserte Fensterverglasung oder Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Sehr wichtig für die Energieeffizienz sind eine luftdichte Bauausführung und das Vermeiden von Wärmebrücken. Heizsysteme mit regenerativen Energien wie Solaranlagen, Biomasseheizungen oder Wärmepumpen wirken sich günstig auf die Primärenergiebilanz aus und erfüllen gleichzeitig die Anforderungen des Erneuerbare Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG).

Fördermittel für den Effizienzhausstandard

Neubauten, die lediglich den Effizienzhaus-70-Standard erreichen, werden von der KfW Bankengruppe seit dem 1. April 2016 nicht mehr gefördert. Der Standard spielt lediglich im Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren“ noch eine Rolle. Hier wird sogar der Standard Effizienzhaus 115 gefördert. Das heißt, dass das Haus nach dem Umbau weiterhin mehr Energie verbraucht, als es der EnEV-Standard für Neubauten vorschreibt. Bei alten Häusern kann aber auch das eine maßgebliche Verbesserung sein.


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