Lötkolben im Vergleich: Die besten Produkte für den Heimwerker

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Wer kleine Reparaturen an Kabeln, elektrischen Geräten oder auch an Rohrleitungen selbst erledigen will, braucht einen Lötkolben – und Erfahrung. Ein Lötkolben, der den Test im Heimbereich besteht, lässt sich vielfältig einsetzen und ist ein wichtiger Helfer für den ambitionierten Heimwerker.

Ist ein elektrisches Gerät defekt oder müssen zwei Drähte miteinander verbunden werden, hilft ein Lötkolben. Für Elektro-Basteleien im Heimwerkerbereich ist ein solches Gerät unverzichtbar. Egal, ob es ums Löten für Anfänger geht oder der Heimwerker schon fortgeschrittene Kenntnisse hat: Wer einen Lötkolben besitzt, kann solche Reparaturen im Haushalt selbst vornehmen. Doch gerade Anfänger sollten sich nicht überschätzen und nur solche Arbeiten erledigen, die ihrem Heimwerkergeschick entsprechen. Denn beim Umgang mit den Geräten ist Geschick erforderlich. Auch bei Lötkolben gilt: Ein gutes Werkzeug ist zunächst Grundvoraussetzung dafür, dass eine Arbeit gut gelingen kann. Nur Lötkolben, die den Test im Heimbereich bestehen, sollten in die Werkzeugsammlung des Heimwerkers. 

Vergleich: Die besten Lötkolben

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VergleichssiegerPreis- Leistungssieger
ModellErsa PTC70HoLife LötsetErsa 0920BDFixpoint FLK-30
Preis (23.02.17)60,54 €19,99 €29,80 €6,61 €
Leistung75 Watt60 Watt25 Watt30 Watt
max. Temperatur450°C450°C450°C385°C
LötspitzeØ 2,2mmØ 1mmØ 1,1mmØ 1,5mm
LieferumfangKolben, Dauerlötspitze, StänderKolben, Ständer, Lötdraht, 5 Lötspitzen, EntlötpumpeKolben, Lötspitze, StänderKolben
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Arbeiten an der Elektrik können geübte Heimwerker selbst mit einem Lötkolben erledigen. Foto: Giselleflissak/iStock.com

Was ist ein Lötkolben?

Der Lötkolben ist ein - zumeist elektrisch betriebenes - Gerät, das Lötzinn aufschmilzt, um  metallische Teile miteinander zu verbinden. Er besteht aus einem Griff und einer Spitze, bei dem die Heizleistung bisweilen auch elektronisch gesteuert wird. Je nach Einsatzzweck sind unterschiedliche Temperaturen erforderlich.

Eine Lötstation ist eine besondere Ausführung des Lötkolbens. Hier sind Netzgerät sowie Lötkolben und Lötkolbenablage getrennt ausgeführt. Das hat Vorteile bei der Handhabung, denn der noch heiße Lötkolben kann nach erfolgtem Lötvorgang umgehend in die Ablage gestellt werden.

Eine Alternative zum Lötkolben ist die Lötpistole, die für manche Arbeiten ergonomischer ist.

Wie ein Lötkolben funktioniert

Elektrische Lötkolben haben in vielen Fällen auswechselbare Lötspitzen, die auch gleichzeitig das Heizelement darstellen, um unterschiedliche Arbeiten verrichten zu können. Handelsübliche Lötkolben haben oft eine Leistung von bis zu 60 Watt, größere Geräte von bis zu 150 Watt, die für die richtige Temperatur an der Lötspitze sorgen. Kleinere und leistungsschwächere Geräte gibt es auch mit Akkubetrieb. Für größere Teile und ergonomischeres Arbeiten sind leistungsstärkere Geräte auch als Lötpistole erhältlich.

Es gibt verschiedene Sorten von Lötzinn, die bei unterschiedlichen Temperaturen schmelzen. Man spricht vom Weichlöten, wenn das Lötzinn bei Temperaturen unterhalb von 450 Grad Celsius schmilzt. An der Lötspitze sind dabei Temperaturen von circa  350 Grad gängig. Für Heimanwendungen ist das Weichlöten bei den meisten Anwendungen die gängige Methode, denn die handelsüblichen kompakten Geräte arbeiten nur in diesem Temperaturbereich. Weichlöten wird bei Lötarbeiten an elektrischen oder elektronischen Werkstücken angewandt. Auch Kontakte auf Platinen werden weich gelötet.

Bei höheren Temperaturen ab 450 Grad wird von Hartlöten gesprochen. Hartlöten kommt bisweilen zum Einsatz, wenn Rohrleitungen zum Beispiel aus Kupfer, Stahl oder Messing eine stabile Verbindung eingehen sollen. Mit Löten für Anfänger haben solche Arbeiten aber nichts zu tun, fürs Hartlöten sind zudem professionellere Lötgeräte erforderlich.

Beim Lötvorgang selbst werden die zu verlötenden Werkstücke wie zum Beispiel zwei Drahtstücke verdrillt und das Lötzinn auf die Lötstelle gesetzt. Nun nähert man sich mit der Lötspitze und verlötet die Werkstücke möglichst zügig – wenige Sekunden reichen in der Regel aus.

Einsatzmöglichkeiten von Lötkolben

Im Haushalt werden Lötkolben in den meisten Fällen verwendet, um eine dauerhafte elektrisch leitende Verbindung zwischen zwei Teilen wie zwei Drähten herzustellen. Die fertig verlöteten Drähte werden an der Lötstelle abschließend mit Hilfe eines Schrumpfschlauchs – einem Kunststoffschlauch, der sich unter Hitzeeinwirkung zusammenzieht - isoliert.

Dabei gilt:

  • Lötnadeln mit einer Leistung von bis zu 15 Watt eignen sich für Feinarbeiten an kleinen Drähten oder Leiterbahnen.
  • Feinlötkolben mit bis zu 30 Watt Leistung eignen sich für die Bestückung von Platinen, im Modellbau oder für Arbeiten am Verteilerkasten.
  • Universallötkolben mit bis zu 60 Watt Leistung haben zumeist auswechselbare Lötspitzen verschiedener Größen. Sie sind – wie der Name schon sagt – universell einsetzbar. Da sie aber größer sind als Lötnadeln oder Feinlötkolben, sind sie nicht ganz so handlich.
  • Bei temperaturgesteuerten Lötkolben handelt es sich zumeist um Universallötkolben, die vergleichbar einsetzbar sind und eine vergleichbare Leistung haben. Die Temperatursteuerung vermeidet aber zu hohe Temperaturen insbesondere bei der Arbeit an feinen Wertstücken, was Fehler zu verhindern hilft.
  • Große Lötkolben mit höherer Leistung sind für Arbeiten an großen Werkstücken geeignet oder auch zum Hartlöten. So können mit solchen Geräten oft auch Edelstahl- oder Kupferrohre, zum Beispiel von Trinkwasser- oder Heizungsleitungen, verlötet werden.
Für Lötarbeiten an empfindlichen elektronischen Bauteilen empfiehlt sich ein geeigneter kleiner Lötkolben. Foto: Berezko/iStock.com

Kaufkriterien: Welcher Lötkolben ist der Richtige

Wer einen Lötkolben erwerben will, sollte sich zunächst Gedanken über den künftigen Einsatzzweck des Geräts machen: Sollen nur sporadisch kleinere Arbeiten verrichtet werden, reicht oft ein Fein- oder Universallötkolben aus. Grundsätzlich sollten Käufer auf Qualität achten. Vorteilhaft ist es, wenn das Gerät auswechselbare Lötspitzen hat und Ersatzteile auch noch lange nachgeliefert werden können. Ein Lötkolben-Test aus seriöser Quelle zeigt oft auf, welche Geräte sich bewähren und welche weniger empfehlenswert sind.

Häufige Fragen zu Lötkolben

Welche Wartung und Pflege ist notwendig?
Lötspitzen sollten vor und nach dem Gebrauch mit Lötzinn benetzt werden – dann halten sie länger, da die Spitzen nicht oxidieren können. Direkt nach der Arbeit sollten die Lötspitzen mit einem feuchten Schwamm gesäubert werden. Es ist auch möglich, die Spitze mit feiner Metallwolle trocken zu reinigen. Auf keinen Fall sollten die Reinigung der Spitzen mechanisch erfolgen - wie mit einem Messer.

Gibt es Hilfen, die das Löten erleichtern?
Damit die zu lötenden Werkstücke beim Löten nicht wegrutschen, bietet es sich an, sie in einem kleinen Schraubstock einzuspannen oder eine Löthilfe, eine sogenannte Dritte Hand, zur Hilfe zu nehmen. Um eine haltbare Verbindung zwischen den zu lötenden Baustellen eingehen zu können, sollten die Oberflächen nicht oxidiert sein.

Zwei Hände frei – dank dritter Hand. So heißt die Halterung, die das Arbeiten beim Löten erleichtert. Foto: Nikola Nastasic/iStock.com

Worauf ist beim Lötvorgang zu achten?
Sowohl die Werkstücke als auch die Lötspitze sollten sauber sein. Der Lötvorgang sollte in der Regel nicht länger als fünf Sekunden andauern, da sonst das Flussmittel im Lötzinn verbrennen kann. Flussmittel sind chemische Substanzen, die eine bessere Vernetzung der zu verlötenden Werkstücke mit Lötzinn bewirken. Sie sind manchmal schon im Lötzinn vorhanden.

Worauf ist zu achten, um Schäden am Werkstück zu vermeiden?
Beim Löten kann einiges schiefgehen. Die Folge eines missglückten Lötvorgangs sind oft kalte Lötstellen: Sie entstehen zum Beispiel, wenn der Lötvorgang zu lange andauert und mit zu niedriger oder zu hoher Temperatur durchgeführt wurde. Auch Erschütterungen während des Lötens begünstigen kalte Lötstellen. In diesem Fall besteht keine vollständige Verbindung zwischen dem Lötzinn und den zu verbindenden Werkstücken. Der Lötvorgang sollte mit der niedrigsten zulässigen Temperatur erfolgen. Ansonsten kann es gerade bei empfindlichen Werkstücken wie etwa Leiterbahnen zu Schäden kommen.

Welches Lötzinn ist das Richtige?
Es gibt verschiedene Varianten von Lötzinn, die bei unterschiedlichen Arbeitstemperaturen verarbeitet werden müssen. Für den jeweiligen Einsatzzweck sollte also immer das Richtige gewählt werden. Seit einigen Jahren ist die Verwendung von bleihaltigem Lötzinn in der EU eingeschränkt, für den Privatbereich sind bleihaltige Produkte aber weiterhin erhältlich. Ersatzprodukte ohne Blei sind aber auf dem Vormarsch: Sie bestehen zum Beispiel aus Zinn, Kupfer und Silber. Der Nachteil: Es ist oft eine höhere Temperatur beim Löten erforderlich und die Lötstellen sehen oft eher matt aus. Bei bleihaltigen Produkten glänzen gute Lötstellen, während eine matte Oberfläche für eine fehlerhafte Lötstelle wie eine kalte Lötstelle spricht. Sie kann zum Beispiel dann entstehen, wenn mit zu hoher Temperatur zu lange gelötet wird. Bei bleifreien Produkten sind solche fehlerhaften Lötstellen weniger gut erkennbar, weil in diesen Anwendungsfällen die Oberfläche  immer matt ist.

Fazit: Beim Kauf eines Lötkolbens auf Qualität achten

Wer einen Lötkolben erwerben will, sollte auf Qualität achten. Für den Heimbereich ist aber meist kein High-End-Gerät erforderlich. Gute Lötkolben gibt es schon für einen überschaubaren zweistelligen Betrag, Lötstationen sind etwas teurer, doch auch hier finden sich schon viele gute Geräte für weniger als 100 Euro.

23.02.2017


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