Massivholzbau: Modern und ökologisch bauen

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Der älteste Baustoff der Welt taugt auch für moderne Energiesparhäuser. In Hinblick auf die Wohngesundheit ist der Massivholzbau ohnehin vorbildlich.

Komplett aus Holz gefertigte Häuser waren früher in verschiedenen Regionen der Welt sehr verbreitet, zum Beispiel in Blockbauweise aus Rundhölzern oder zugeschnittenen Kanthölzern. Der rustikale Charme solcher traditionellen Massivholzhäuser ist auch heute noch beliebt. Allerdings genügt die einfache Blockbohlenwand nicht mehr den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz. Häufiger wird deshalb mit Holzrahmenkonstruktionen gebaut, deren hölzernes Grundgerüst in den Fächern mit Dämmmaterial ausgefüllt wird. Neuerdings ist jedoch der Massivholzbau wieder im Kommen, und zwar mit neuen Techniken, die hohe Energiestandards bis hin zum Passivhausniveau erreichen können.

Massivholzbau neu interpretiert: Das IBA-Projekt WOODCUBE, ein fünfgeschossiges Mehrfamilienhaus. Foto: IBA Hamburg GmbH / Martin Kunze Foto: IBA Hamburg GmbH / Martin Kunze

Massivholzbau: Wände ganz aus Holz

Möglich wird das durch einen Wandaufbau aus mehreren Schichten von Bohlen und Brettern, die mit Dübeln verbunden werden. Durch gerillte und genutete Bretter entstehen Lufteinschlüsse, die dämmend wirken. Auf der IBA 2013 – der Internationalen Bauausstellung – in Hamburg beispielsweise wurde der „Woodcube“ vorgestellt, ein fünfgeschossiges Mehrfamilienhaus, dessen Wände aus einem Kern stehender Bohlen und beidseitig mehreren Lagen horizontal, vertikal und diagonal angeordneter Nadelholzbretter bestehen, die mit Buchendübeln verbunden sind. Andere Systeme im Massivholzbau benutzen Rillenstifte aus Aluminium zur Verbindung. Die kreuzweise Anordnung der Schichten verleiht der Konstruktion Stabilität.

Fertighaus mit massiven Holzwänden: Die Bauteile werden vorgefertigt und mit großen Schrauben auf der Baustelle zusammengefügt. Foto: djd/Massiv-Holz-Mauer Foto: djd/Massiv-Holz-Mauer

Vorteile des Massivholzbaus

Die Holzschichten werden weder verleimt noch chemisch behandelt, auf mineralische oder synthetische Dämmstoffe kann verzichtet werden. Die Dämmwirkung beruht auf den Wärmespeichereigenschaften des Holzes und den Luftpolstern in der Wand. Dadurch bleibt die Innenluft unbelastet von möglichen Schadstoffen aus Baumaterialien, was gerade bei einer dichten, energieeffizienten Bauweise wichtig ist. Zum angenehmen und gesunden Raumklima trägt auch die Fähigkeit des Holzes bei, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen und bei geringerer Luftfeuchtigkeit wieder abzugeben. Eine optimale Luftfeuchtigkeit zwischen 35 und 55 Prozent beugt auch der Entwicklung von Schimmel oder Bakterien vor. Untersuchungen zur Wohngesundheit stellten sogar eine beruhigende Wirkung einer Vollholzumgebung auf den menschlichen Organismus fest: Die Herzschlagfrequenz sinkt.

Die Fassade macht es deutlich: Dieses Architektenhaus ist ein Massivholzbau. Foto: djd/Massiv-Holz-Mauer/Architekt Uwe Klose Foto: djd/Massiv-Holz-Mauer/Architekt Uwe Klo

Beständigkeit und Brandschutz massiver Holzhäuser

Entgegen verbreiteter Annahmen ist ein massives Holzhaus auch gegenüber Witterungseinflüssen sehr widerständig, wobei die verwendeten Holzarten eine wichtige Rolle spielen. Eine unbehandelte Fassade aus Lärchenholz verändert zwar ihre Farbe mit der Zeit zu einem silbrigen Grau, hält aber viele Jahre. Auch die Befürchtung, Häuser aus massivem Holz seien im Brandfall besonders gefährdet, ist unbegründet. Wände aus Massivholzelementen konnten in Tests dem Feuer sogar drei bis fünf Mal länger standhalten als andere Baustoffe.


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