Nachhaltig Bauen mit konstruktivem und chemischem Holzschutz

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Verfaulen Dachbalken oder der hölzerne Balkon eines Hauses, stehen teure Reparaturkosten an. Häuslebauer können sich diesen Aufwand ersparen, wenn sie schon bei der Planung des Objektes auf konstruktiven Holzschutz achten oder verbaute Holzelemente mit chemischen Mitteln pflegen.

Bereits während der Bauphase sollte Wert auf ausreichenden Holzschutz gelegt werden. Foto: Hornbach Foto: Hornbach

Damit der Baustoff Holz langfristig erhalten bleibt, benötigt er Unterstützung im Kampf gegen seine größten Feinde: Witterung, Insekten und Pilze. Vorbeugende baulichen Maßnahmen – der sogenannte konstruktive Holzschutz – und die Behandlung mit chemischen Wirkstoffen schützen das Holz und erhalten es langfristig.

Diese Dinge schaden dem Holz

Witterungseinflüsse, Bakterien, Pilze und Insekten tragen auf unterschiedliche Weise zur Zerstörung von Holz bei. Langfristig betrachtet, wirkt sich Feuchtigkeit am schädlichsten aus. Dringt Wasser in das Holz ein und verbleibt hier für längere Zeit, quillt es auf, Bakterien und Pilze siedeln sich an und es kommt zum Fäulnisprozess. Aber auch starke Sonneneinstrahlung kann sich negativ auf das Baumaterial auswirken: Das UV-Licht schädigt die Substanz des Holzes, es wird dünner und ergraut. Mit einigen Schutzmaßnahmen kann man den Baustoff jedoch nachhaltig schützen.

Vorbeugen mit konstruktivem Holzschutz

Schon bei der Planung eines Hauses kann mit den richtigen baulichen Maßnahmen der schnelle Verfall des Holzes verhindert werden. Diese Art des Schutzes nennt man konstruktiv. Darunter fallen:

  • Ausgewählt und verbaut werden nur geeignete Holzarten, die gut gelagert wurden und nur eine geringe Holzfeuchte aufweisen. Holzarten, die einen höheren Gehalt an Harzen und Ölen vorweisen, verfallen beispielsweise weniger schnell als solche mit einem geringeren Anteil.
  • Das Holz wird so verbaut, dass es möglichst vor Nässe geschützt ist, sich kein Tauwasser ansammeln und Wasser schnell in Faserrichtung abfließen kann.
  • Direkter Kontakt mit dem Erdreich sollte beispielsweise durch den Einsatz von Pfostenschuhen vermieden werden, gefährdete Stellen vor allem an Hirnholz sollte man abdecken.

Mit Hilfe von konstruktivem Bauschutz können Bauschäden von vorneherein vermieden werden. Doch auch nachträglich kann man das Holz mit etwas Aufwand wirkungsvoll schützen.

Chemischer Holzschutz: Holzschutzmittel richtig einsetzen

Beim chemischen Holzschutz werden künstliche Wirkstoffe auf die Holzoberfläche aufgetragen, die das Material vor der Zerstörung bewahren. Dieser chemische Holzschutz splittet sich in bekämpfend und vorbeugend wirkende Mittel auf. Während die bekämpfenden Holzschutzmittel bereits eingedrungene Schädlinge vernichten, verhindert der prophylaktische Schutz, dass diese sich überhaupt erst ansiedeln.

Als Faustregel bei der Wahl des passenden Holzschutzmittels gilt: Je tiefer die chemischen Substanzen in das Material eindringen, desto wirksamer ist ihr Schutz. Am effektivsten ist der Tiefschutz, der Oberflächenschutz wirkt im Vergleich nur kurzfristig.

Holzschutzmittel müssen durch das Institut für Bautechnik zugelassen und gekennzeichnet sein und Hinweise zur Verarbeitung tragen.

Weitere Informationen zu Schutz und Pflege von Holz im Außenbereich finden sich auf den Seiten des Deutschen Holzschutzverbands für Außenholzprodukte e.V. (DHV).


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