Natürliche Anstriche fürs Wohlbefinden

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Einige Wandfarben können durch ihre synthetischen Lösungsmittel und anderen Schadstoffen gesundheitliche Probleme verursachen. Eine unbedenkliche Alternative dazu sind natürliche Anstriche. Diese verzichten nicht nur auf chemische Zusatzstoffe, sie bieten auch fast alle Vorteile, die eine konventionelle Wandfarbe mitbringt.

Natürliche Anstriche, Wandfarbe, Foto: Lesando
Natürliche Anstriche sind lösungsmittelfrei und gut für das Raumklima. Foto: Lesando Foto: Lesando

Nachdem das Kinderzimmer einen neuen Anstrich bekommen hat, muss der Nachwuchs erst einmal für mehrere Tage ausquartiert werden, bis sich die giftigen Dämpfe der Wandfarbe verflüchtigt haben. Andernfalls können die enthaltenden Lösungsmittel zu gesundheitlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Atemwegreizungen führen. Wer auf Nummer sicher gehen will, der entscheidet sich von vorne herein für einen Bio-Anstrich. Dieser besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen und ist auch für Kinder unbedenklich.

Inhaltsstoffe von Kunstharzdispersionsfarbe

Handelsübliche Wandfarbe bezeichnet man auch als Kunstharzdispersionsfarbe. Dies ist ein chemisches Gemisch, das sich aus mindestens zwei Komponenten zusammensetzt, die sich miteinander vermengen, aber nicht verbinden. Kunstharzdispersionsfarbe enthält neben dem Verdünnungsmittel Wasser häufig auch ein chemisches Lösungsmittel. Dieses nimmt flüssige, feste und auch gasförmige Inhaltsstoffe der Farbe auf, ohne sie dabei zu verändern. Ist der Anstrich aufgetragen, verdampft das Lösungsmittel und die Farbe trocknet.

Zu den weiteren Inhaltsstoffen der chemisch zusammengesetzten Wandfarben zählen häufig:

  • Konservierungsmittel. Sie sollen die Farbe vor dem Befall von Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen schützen und sie so länger haltbar machen. Als Wirkstoffe werden häufig Formaldehyd oder Isothiazolinone eingesetzt. Beide gelten als gesundheitsgefährdend.
  • Füllstoffe sind Zusatzstoffe, die für das optimale Volumen der Farbe sorgen. Häufig handelt es sich hierbei um mineralische Füllstoffe wie Kreide, Kalk, Calciumcarbonat, Silikate, Quarzmehl und Talk.
  • Die Zugabe verschiedener Pigmente –  das sind unlösliche farbgebende Substanzen wie beispielsweise das Weißpigment Titandioxid –  verleiht dem Anstrich schließlich seinen speziellen Farbton und ist zudem für die Deckkraft der Wandfarbe mitverantwortlich.
  • Bindemittel – meist Kunstharz, Polyvinylacetat oder Acrylate – werden mit den Pigmenten vermischt und sorgen dafür, dass die Farbe gut an der Wand haftet. Gleichzeitig verhindern gute Bindemittel, dass die Wandfarbe nach dem Auftragen verläuft, sich Risse oder Blasen bilden.

Natürliche Anstriche: Keine Chemie

Im Gegensatz zur Kunstharzdispersionsfarbe verzichten natürliche Anstriche – auch Naturharzdispersionsfarbe genannt – vorwiegend oder vollständig auf chemische Zusätze. Stattdessen setzten sie sich aus Rohstoffen auf mineralischer oder pflanzlicher Basis zusammen.
Statt Kunstharze werden hier Pflanzenöle wie Rizinus- und Leinöl eingesetzt, als Lösungsmittel dienen beispielsweise Zitronenschalen- oder Bergamottöl, als Farbstoffe mineralische Pigmente wie Lehm und als Füllstoffe werden unter anderem Talk oder Zellulose zugesetzt.

Vor- und Nachteile von Bio-Farben

Bio-Farben überzeugen mit einer ganzen Reihe von Vorzügen: Sie sind nicht nur in nahezu allen Farbtönen erhältlich, sondern auch zu 100 Prozent wasserdampfdurchlässig und sorgen damit für ein gutes Raumklima. Daneben belasten sie die Raumluft nicht mit synthetischen Dämpfen und schaffen eine antistatische Oberfläche. Damit sind die natürlichen Anstriche nicht nur besonders gut als Wandfarbe für das Kinderzimmer geeignet, sondern auch für Räume, die von Allergikern bewohnt werden.

Zu den Nachteilen der Bio-Farben gehört hingegen, dass nicht alle für Feuchträume geeignet sind, einige nur ein bis zwei Tage lang nach dem Anrühren für einen Anstrich verwendet werden können und dass sie in der Regel deutlich teurer sind als Kunstharzdispersionsfarben. Zudem neigen Naturöle dazu, nach einiger Zeit zu vergilben.


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6 Kommentare

Redaktion bauen.de am 05.10.2016 16:41

Vielen Dank für all Ihre Kommentare. Der Artikel ist schon etwas älter, wir werden Ihre Hinweise bei der nächsten Überarbeitung selbstverständlich berücksichtigen.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

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K. Klint am 04.10.2016 10:48

Wie meine Vorredner schon erläutert haben handelt es sich um bei dem Beitrag um eine lückenhafte Betrachtung Marke Baumarkt.

Dem Fachkompetenz entgegenzuhalten halte ich für müßig.

- Maler und Lackierer ist ein Beruf, dessen Notwendigkeit ich hier erneut erwiesen sehe.

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A.Weigel am 04.10.2016 10:11

Ich schließe mich dem Kommentar von Herrn Erfurth an und erweitere wie folgt:

1. Profi-Anwender haben in der Vergangenheit öfter die allergieauslösende Wirkung von Lösemitteln aus Zitrusschalen (in einigen "Bio"- Farben enthalten) "genießen" dürfen.

2. Flüchtige, organische Inhaltsstoffe sind in einer Dispersionsfarbe in der Regel mit weniger als 1 g/l des gebrauchsfertigen, noch flüssigen Anstrichstoffes (inklusiv des flüchtigen Verdünnungsmittels Wasser) enthalten. Ein ausquartieren der Kinder ist, außer bei sehr speziellen gesundheitlichen Dispositionen, nicht erforderlich. Allergiker finden darüber hinaus bei jedem namhaften Farbhersteller speziell geprüfte Produkte auch im Bereich der Dispersionen. Innen-Silikatfarben sind außerdem eine gute Alternative. Jedoch gilt auch hier, wie in vielen Bereichen: eine hochwertige Dispersionsfarbe kann weniger belastend als eine minderwertige Silikatfarbe sein (Innen-Silikatfarben enthalten auch organische Bestandteile, die teilweise flüchtig sind).

3. Die Aussage, dass "Biofarben" 100% wasserdampfdurchlässig seien ist, wie für jeden schichtbildenden Anstrich, fachlich falsch. Auskunft über diese Eigenschaft gibt der im Technischen Datenblatt eines Produktes deklarierte sd-Wert. Je kleiner dieser ist, desto offener der Anstrich. Da können auch moderne und hochwertige Dispersionsfarben mithalten.

Ein kritischer Blick auf die angebotenen Produkte ist und bleibt wichtig. Dies sollte jedoch mit Kompetenz und in alle Richtungen erfolgen.

A.Weigel

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A.Weigel am 04.10.2016 10:12

Ich schließe mich dem Kommentar von Herrn Erfurth an und erweitere wie folgt:

1. Profi-Anwender haben in der Vergangenheit öfter die allergieauslösende Wirkung von Lösemitteln aus Zitrusschalen (in einigen "Bio"- Farben enthalten) "genießen" dürfen.

2. Flüchtige, organische Inhaltsstoffe sind in einer Dispersionsfarbe in der Regel mit weniger als 1 g/l des gebrauchsfertigen, noch flüssigen Anstrichstoffes (inklusiv des flüchtigen Verdünnungsmittels Wasser) enthalten. Ein ausquartieren der Kinder ist, außer bei sehr speziellen gesundheitlichen Dispositionen, nicht erforderlich. Allergiker finden darüber hinaus bei jedem namhaften Farbhersteller speziell geprüfte Produkte auch im Bereich der Dispersionen. Innen-Silikatfarben sind außerdem eine gute Alternative. Jedoch gilt auch hier, wie in vielen Bereichen: eine hochwertige Dispersionsfarbe kann weniger belastend als eine minderwertige Silikatfarbe sein (Innen-Silikatfarben enthalten auch organische Bestandteile, die teilweise flüchtig sind).

3. Die Aussage, dass "Biofarben" 100% wasserdampfdurchlässig seien ist, wie für jeden schichtbildenden Anstrich, fachlich falsch. Auskunft über diese Eigenschaft gibt der im Technischen Datenblatt eines Produktes deklarierte sd-Wert. Je kleiner dieser ist, desto offener der Anstrich. Da können auch moderne und hochwertige Dispersionsfarben mithalten.

Ein kritischer Blick auf die angebotenen Produkte ist und bleibt wichtig. Dies sollte jedoch mit Kompetenz und in alle Richtungen erfolgen.

A.Weigel

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uerfurth am 04.10.2016 08:44

Dieser Beitrag zeugt nicht von Fachwissen: Die Bewertung der Dispersionsfarben ist soweit richtig, was aber an den Biodispersionen besser sein soll als das Wort Bio, wird nicht erläutert. Biodispersionen sind ggf. sogar deutlich schädlicher, weil es sich um undefinierte Naturstoff-Dispersionen handelt. Ein Baumharz oder -öl ist von der Pflanze eben nicht als Bindemittel für Farben konzipiert worden und enthält mit Sicherheit Aromaten. Auch Biosdispersionen müssen zur Lagerstabilität konserviert werden ! Lediglich Silikatfarben und Kalkfarben brauchen wegen der hohen Alkalität keine Konservierungsmittel. Kalkfarben sind nicht abriebbeständig, so dass die Silikatfarben die idealen Innenfarben sind. Sie sind zu dem hoch gas- und dampfdurchlässig und erhalten die schadstoffabsorption der Kalk-haltigen Putze. Dies können Dispersionsfarben mit und ohne Bio nicht leisten.

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Ralph am 04.10.2016 08:24

Fachlich schlechter Artikel, nicht jedes "normale" Kunstharzdispersion ist schlecht. Bei den "Bio" Farben wird diffusionsaoffenheit als positives Kriterium angeführt - bei den Kunststoffdispersionsfarben ist das aber auch gegeben. Mineralische Pigmente und Füllstoffe sind in beiden Typen vorhanden. Aber auf die negativen Eigenschaften der Biofarben wird nicht eingegangen: schlechtere Deckkraft, geringere Nassabriebsbeständigkeit, geringere Farbtonauswahl - und auch das gegebene Risiko von Allergien bei Naturstoffen ist auch gegeben. Die richtige Auswahl der Farbe sollte unter Berücksichtigung aller Faktoren (Anspruch an die Farbe und Leistung der Farbe) durch einen Fachmann erfolgen. Nur das Label BIO macht eine Farbe nicht automatisch gut.

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Klecksi am 04.10.2016 19:17

Bio-

Biber Optimal(sehr klein gedruckt)

Oder auch der Zusatz "Mineralisch gefüllt"

Und jeder sagte dann das ist Mineralfarbe.

Übrigens ist Zellulose ein Super Nährboden für Schimmel!!!