Naturholzboden: Versiegeln oder wachsen?

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Die Behandlung von Naturholzböden kann auf verschiedene Arten erfolgen. Wachsen oder doch lieber versiegeln? Beide Methoden haben Vor- und Nachteile.

Ob gewachst oder versiegelt - um lange Freude an einem Naturholzboden zu haben, sollte er in jedem Fall behandelt werden. Foto: tdx/hain Foto: tdx/hain

Für eine lange Lebensdauer und eine schöne Optik muss ein Naturholzboden oberflächenbehandelt werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Während versiegelte Böden mit einer vollflächigen und porenfüllenden Schicht überzogen sind, bleiben geölte und gewachste Holzböden atmungsaktiv. Allerdings muss vor allem die Wachsschicht in regelmäßigen Abständen erneuert werden.

Versiegelung von Holzböden

Die Versiegelung von Naturholzböden kann man mit etwas Geschick selbst durchführen. Der abgeschliffene und staubfreie Holzboden wird mit einer Rollengrundierung versehen, die Ränder werden auf einer Breite von fünf Zentimetern vorgestrichen. Ist die Grundierung getrocknet, kann die erste Lackschicht aufgetragen werden. Diese wird nach der Trocknung angeschliffen und mit der letzten Versiegelungsschicht bedeckt. Nun hat man einen vollflächig geschützten Naturholzboden.

Vorteile

  • Vorteil einer Versiegelung ist die Unempfindlichkeit des Bodens. Die Saugfähigkeit des Holzes wird unterbunden, sodass sich Flecken leicht entfernen lassen. Auch gegen leichtes bis mäßiges Verkratzen ist das Holz über viele Jahre geschützt.

Nachteile

  • Nachteilig bei einer Versiegelung ist, dass das Naturmaterial Holz nicht mehr atmungsaktiv ist und so seine positiven, feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften nicht mehr wirken und das Wohnklima verbessern können. Der gravierendste Nachteil besteht darin, dass sich die Versiegelung nur komplett abschleifen und erneuern lässt. Reparaturen an einzelnen Stellen sind nicht möglich.

Naturholzboden ölen und wachsen

Um die natürlichen Eigenschaften von Holz zu erhalten, empfiehlt sich die Behandlung von Naturholzböden mit Öl und Wachs. Geölte Flächen sind generell weicher, das gilt auch für die Haptik. Die natürliche Holzmaserung wird betont und das Holz kann atmen. Das Öl, beispielsweise Leinöl, wird mit Rolle oder Walze auf dem sauberen Holzboden aufgetragen, Überschüsse werden mit dem Wischer aufgenommen. Ist das Öl angetrocknet, wird es eingearbeitet, zum Beispiel mit einem Schleifpad. Nach etwa sechs Stunden Trocknungszeit wird die Oberfläche mit feinem Schleifpapier poliert. Anschließend kann der Naturholzboden gewachst werden. Die natürlichen Wachse werden mit einem Lappen aufgetragen und können anschließend glänzend poliert werden.

Vorteile

  • Vorteilhaft bei gewachsten und geölten Holzböden ist der Erhalt der Atmungsaktivität. Die schmutzabweisende Wirkung erfolgt nicht durch den Verschluss der Holzporen, sondern durch die Sättigung der Fasern mit Öl.  Ebenfalls von Vorteil ist, dass geölte und gewachste Böden auch partiell abgeschliffen und neu behandelt werden können.

Nachteile

  • Als Nachteil wird häufig der Pflegeaufwand empfunden. Die Wachsschicht auf dem Naturholzboden muss besonders in belasteten Bereichen regelmäßig erneuert werden. Weiterhin werden durch Wachs keine hochglänzenden Oberflächen erzeugt.

Für alle Varianten gilt, dass eine sorgfältige Verarbeitung und die Verwendung hochwertiger Materialien die Haltbarkeit der Oberflächenbehandlung verlängern kann. Geschützt werden müssen Naturholzböden auf jeden Fall, da geschliffenes unbehandeltes Holz sehr anfällig für Verschmutzungen ist.


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