Naturtapeten: Unikate an der Wand

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Naturtapeten oder Naturwerkstofftapeten fallen durch ihre markante Oberflächenstruktur auf. Für ihre Herstellung werden Naturmaterialien wie Grasfasern, Bambus oder Kork auf Vlies- oder Papierträger geklebt.

Naturtapeten werden vorwiegend von Hand und aus verschiedenen Materialien wie Bambus, Kork oder Gras gefertigt. Die Tapeten verleihen dem Raum einen individuellen Charakter: Wachstums- beziehungsweise herstellungsbedingte Unregelmäßigkeiten machen jede Tapetenbahn zum Unikat.

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Tapeten aus Grasfasern, Bambus, Schilf und Kork

Grasfasertapeten stammen ursprünglich aus China. Nach der Ernte werden die Fasern gewaschen, gebleicht, getrocknet, nachbehandelt und zu langen Fäden zusammengeknotet. Anschließend werden die Gräser auf Reisstrohpapier geklebt. Neben Grasfasern werden auch Bambus, Schilf oder Blätter als Naturmaterial verwendet. Bei Blättertapeten werden die dünnen Blätter einzeln und von Hand auf spezielle Papier- oder Vinylträger geklebt. Korktapeten bestehen aus Korkeichenrinde, die auf Papierbahnen geklebt wird. Üblicher als Korktapeten sind Korkplatten, die ähnlich wie Fliesen an der Wand befestigt werden. Die Naturmaterialien, allen voran Pflanzenfasern, können nach Belieben eingefärbt werden.

Verarbeitung der Naturtapeten

Da die meisten Naturtapeten auf Rollen erhältlich sind, können sie genauso wie Raufaser tapeziert werden. Allerdings sollte ein Spezialkleister verwendet werden. Zudem bedarf es etwas Übung, das empfindliche Material ohne Risse und in entsprechendem Muster an die Wand zu bringen. Handelt es sich um Naturtapeten mit Vliesträger, können diese - im Gegensatz zu Papierträgern - später ohne Rückstände entfernt werden.

Vorteile der Tapeten

Naturtapeten wirken wärme- und schalldämmend. Daher sind sie besonders für Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer geeignet. Allerdings ziehen vor allem Pflanzenfasertapeten Feuchtigkeit, weswegen sie beispielsweise für Badezimmer oder Küche eher ungeeignet sind.

Preis

Der laufende Meter Gras-, Bambus- oder Korktapete ist ab 30 Euro im Fachhandel, in Onlineshops oder teilweise auch im Baumarkt erhältlich. Tapeten mit kaschierten, also aufgeklebten Blättern sind da schon etwas kostspieliger: Der laufende Meter kostet etwa 60 Euro.

Vorsicht vor Schadstoffen

Beim Kauf von Naturtapeten gilt es, auf die Inhaltsstoffe zu achten. Denn einige Materialien werden vorab mit Chemikalien wie Formaldehyd oder Fungiziden bearbeitet, die gesundheitsschädlich sein können. Bei Korktapeten und -platten sollte speziell darauf geachtet werden, dass Kork und Träger mit natürlichen Harzen verklebt wurden, um die Schadstoffbelastung gering zu halten. Werden sie mit Kunstharzen verklebt, hat dies eine höhere Schadstoffbelastung zur Folge. Schadstoffarme Tapeten sind mit dem "Blauen Engel" gekennzeichnet.

Flüssigtapeten

Eine weitere Möglichkeit, Wänden ein natürliches Aussehen zu verleihen, ist die Flüssigtapete, die auch flüssige Raufaser genannt wird. Im Gegensatz zur Raufaser, bei der die Oberflächenstruktur durch Holzspäne entsteht, werden der Flüssigtapete Baumwolle oder andere Textilien beigemischt. Die flüssige Masse wird dann einfach auf die Wände geputzt. Sie ist atmungsaktiv, schalldämmend und strapazierfähig. Weiterer Vorteil: Dellen und Unebenheiten können einfach mit etwas Wasser ausgebessert werden. Für einen Beutel, der in etwa für vier Quadratmeter ausreicht, müssen rund 20 Euro eingeplant werden.


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