Ortbeton-, Element- oder Holzbalkendecke: Deckenkonstruktionen unter der Lupe

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Bauen.de stellt ein paar der gängigen Deckenkonstruktionen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen bei Herstellung, Montage und Kosten vor.

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Ortbeton wird auf der Baustelle in die vorbereitete Schalung gegossen. Foto: Kadmy/Fotolia.com Foto: Kadmy/Fotolia.com

Wer sich dazu entschließt, ein eigenes Haus zu bauen, muss einen ganzen Berg von Entscheidungen treffen: Welche Fliesen soll das Bad bekommen, welche Heiztechnik ist die richtige und welche Deckenkonstruktion passt am besten zur Bauweise? Während sich die meisten Menschen schon einmal mit Fliesen und Heizanlagen auseinander gesetzt haben, bleibt die Konstruktion der Decke häufig unbekanntes Terrain. Doch eine sorgfältig abgewogene Entscheidung lohnt sich, denn auch Decken bringen bei Kosten, Montage und Optik verschiedene Vor- und Nachteile mit sich.

Elementdecke: Kostengünstig und einfach verlegt

Elementdecken – auch als Halbfertigdecken bezeichnet – bestehen aus etwa fünf Zentimeter dickem Stahlbeton. Die einzelnen Platten werden erst auf der Baustelle zu einer Deckenplatte zusammengefügt und mit Ortbeton miteinander verbunden. Diese Deckenkonstruktion bietet vor allem praktische und finanzielle Vorteile, da die unkomplizierte Montage Bauzeit spart, die man ansonsten teuer bezahlen muss. Zu dem vergleichsweise geringen Arbeitsaufwand trägt unter anderem bei, dass die einzelnen Elemente bereits vorgefertigt und ausgehärtet sind. Damit können sie unabhängig von der Wetterlage montiert werden. Außerdem werden für den Einbau keine zeitaufwändigen Verschalungen oder Stützen benötigt.

Holzbalkendecke: Biologischer Baustoff für kleine Bauprojekte

Die Konstruktion einer Holzbalkendecke setzt sich aus einzelnen Balken zusammen, die meist aus Tannen- oder Fichtenholz bestehen. Die Balken werden im Werk vorbereitet und einbaubereit zur Baustelle transportiert. Hier werden sie trocken – also ohne den Zusatz von wasserhaltigem Beton oder Putz – auf den tragenden Wänden montiert.

Eine Holzbalkendecke ist eine leichte Deckenkonstruktion mit sehr guter Wärmedämmung, die sich einfach montieren lässt. Zur Aussteifung eines Gebäudes tragen die Balken allerdings nur mäßig bei. Soll ein Bauprojekt mit mehr als zwei Geschossen umgesetzt werden, müssen außerdem spezielle Brandschutzauflagen berücksichtigt werden. Dadurch eignen sich Holzbalkendecken eher für kleinere Bauten.

Massive Ortbetondecke: Aufwendiges Verfahren mit erhöhten Kosten

Ortbeton wird im Gegensatz zur Elementdecke nicht in einem Werk vorbereitet, sondern erst auf der Baustelle gegossen. Als Begrenzung für den flüssigen Beton muss im Vorfeld eine Schalung mit Stützen erstellt werden. Ist der gegossene Beton mit einer Rüttelmaschine verdichtet und ausgehärtet, werden diese wieder entfernt. Dieses aufwendige Verfahren ist zeit- und kostenintensiver als die Verwendung von Betonfertigteilen. Daneben ist Ortbeton ein schlechter Wärmedämmer. Zu den Vorteilen des massiven Ortbetons gehört dagegen, dass es sehr gute statische und schalldämmende Eigenschaften mitbringt.


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