Pfettendach - für Gauben und große Dachflächenfenster ideal

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Stuhl, Pfette, Sparren, Ständer, Stiel - es hagelt eigentümliche Begriffe, wenn es um das Pfettendach geht. bauen.de bringt Licht ins Dunkel.

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Das Pfettendach: Eine Prinzipskizze.
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Sichtgebälk mit Pfette und Stiel sowie seitlichem Versteifungsbalken im ausgebauten Dachgeschoss eines Einfamilienhauses mit Pfettendach. Grafik und Foto: Steffen Malyszczyk

Was kann eigentlich ein Pfettendach, was ein Sparrendach nicht kann? Im Kern ist die Sache recht einfach: Ein Sparrendach kann nur begrenzte Hausbreiten überspannen. Mit einigen zusätzlichen Balken gestattet ein Pfettendach deutlich mehr und eignet sich zudem auch für kompliziertere Dachformen. 

Ideal für Gauben und Dachfenster

Beim Sparrendach müssen sich jeweils zwei tragende Balken (Sparren) gegenüber liegen, um mit einem Deckenbalken oder der Betondecke des Dachgeschosses ein starres gleichschenkliges Dreieck zu bilden. Die Konstruktion ist zwar frei tragend, aber nur in gewissen Grenzen. Werden Gauben oder größere Dachfenster vorgesehen, ausladende oder flachere Dächer geplant oder auch anspruchvollere Dachformen mit großem Überstand gewünscht, empfiehlt sich ein Pfettendach.

Pfetten und Ständer als zusätzliche Stützen

Beim Pfettendach ruhen die Sparren auf einem längeren Balken, der meist auf der traufseitigen Wand aufliegt. Dieser Längsbalken, der quer zu den Sparren verläuft, heißt Pfette. Je nach Lage (unten, mittig oder oben) heißt er Fuß-, Mittel- oder Firstpfette. Beim Sparrendach werden alle Lasten - also Gewicht der Eindeckung, Eigengewicht des Dachstuhles sowie Schnee- und Winddruck - allein über die Sparren, und falls vorhanden, einen Drempel, zu zwei Außenwänden abgeleitet. Das hat statische Grenzen, weshalb der Gedanke an ein Pfettendach aufkam. Mittel- und Firstpfetten stützen das Dach also zusätzlich, wobei sie jedoch nicht frei schweben, sondern ihrerseits von senkrechten Balken gestützt werden. Diese heißen Ständer oder Stiele und stehen meist auf einer Innenwand oder, wenn es statisch zulässig ist, auch auf der Geschossdecke.

Pfettendach mit dreifach stehendem Stuhl

Hat ein Dach zwei Mittelpfetten und eine Firstpfette, spricht der Zimmermann vom dreifach stehenden Stuhl: Der Dachstuhl wird dreifach gestützt. Soll nun ein Dachfenster über zwei oder drei Sparren gehen, ist das statisch gut zu lösen. Schließlich gibt es einen starken, längs laufenden Mittelbalken - eben die Mittelpfette - die die Sparren zusätzlich stützt. Ein Sparrendach ist kostengünstig, fällt jedoch naturgemäß spitz aus, während ein Pfettendach auch flach geneigte Dächer ermöglicht. Aber wo Licht ist, fällt auch Schatten: Die im Dachraum stehenden Stützbalken (Ständer/Stiele) können bei einem späteren Dachausbau hinderlich sein. Werden sie von vornherein in die Raumplanung einbezogen, können sie aber auch gestalterische Akzente setzen. Es kommt, wie so oft im Leben, also auch bei der Entscheidung ob Satteldach oder Pfettendach auf den persönlichen Blickwinkel an.


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