Photovoltaik-Anlagen: Nennleistung und Kosten

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Wer ein Haus sein Eigen nennt, der hat die Möglichkeit, den Energieunternehmen ein Schnippchen zu schlagen und in Sachen Strom zumindest teilweise zum Selbstversorger zu werden. Mit einer Photovoltaik-Anlage lässt sich auch in Deutschland genug Strom produzieren, um den Eigenbedarf zu decken. Neben den regionalen und baulichen Gegebenheiten können Bauherren Einfluss auf die zu generierende Strommenge über die Nennleistung, also die Leistungsfähigkeit, einer Photovoltaik-Anlage nehmen.

Neben baulichen Gegebenheiten können Bauherren über die Nennleistung Einfluss auf die zu generierende Strommenge einer Photovoltaik-Anlage nehmen. Foto: Johanna Mühlbauer/fotolia.com Foto: Johanna Mühlbauer/fotolia.com

Die so genannte Nennleistung ist die Kennzahl für eine Photovoltaik-Anlage. Die Leistung einer Photovoltaik-Anlage wird in Wattpeak (Wp) oder Kilowattpeak (kWp) angegeben. Wie der Begriff „peak“, also englisch für Höchstleistung, bereits erahnen lässt, handelt es sich bei dieser Leistungsbezeichnung um die höchstmögliche Leistung der betreffenden Photovoltaik-Anlage. Diese Spitzenleistung lässt sich jedoch nur unter optimalen Bedingungen, wie sie beispielsweise im Labor herrschen, erzielen. Diese Spitzenleistung wird auch als Nennleistung bezeichnet.

Nennleistung und tatsächliche Leistung der Photovoltaik-Anlage

Mit einer Photovoltaik-Anlage in Deutschland die Nennleistung dauerhaft zu erzielen dürfte nahezu unmöglich sein. Jedoch gibt es zahlreiche Faktoren, die eine möglichst hohe Leistungsfähigkeit begünstigen und damit Ergebnisse nahe an der Nennleistung erzielen lassen: Zunächst macht es einen enormen Unterschied, wo in Deutschland eine Photovoltaik-Anlage installiert werden soll. In Süddeutschland lassen sich aufgrund der intensiveren Sonneneinstrahlung mit ein und derselben Anlage merklich bessere Ergebnisse erzielen als in Norddeutschland. Auch die Dachform sowie die Dachneigung haben einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Anlage. Ideal ist eine Dachneigung von 30 Prozent. Zudem verspricht die Südausrichtung des Daches die beste Lage. Und schließlich kommt es darauf an, ob im Laufe des Tages Schatten durch benachbarte Häuser oder Bäume auf das Dach fallen oder nicht.

Leistungsfähigkeit und Bedarf

Im Durchschnitt verbraucht ein Vierpersonen-Haushalt jährlich rund 4000 Kilowattstunden Strom. Auch wenn eine exakte Bestimmung der Leistungsfähigkeit einer Photovoltaik-Anlage aufgrund der oben genannten Aspekte nur schwer möglich ist, so kann man mit einer Leistung von rund einem Kilowattpeak bei einer acht bis zehn Quadratmeter großen Anlage auf einem Schrägdach rechnen. Das entspricht 1000 Watt. Mit einer Photovoltaik-Anlage von 30 bis 40 Quadratmetern lässt sich daher theoretisch genug Strom für einen Vierpersonen-Haushalt generieren. Um, insbesondere in der sonnenärmeren Zeit, Schwankungen und damit Versorgungsengpässe auszugleichen, ist die Anschaffung eines Stromspeichers zu prüfen.

Anschaffungskosten pro Kilowattpeak

Die Anschaffungskosten einer Photovoltaik-Anlage setzen sich aus Materialkosten und Montagekosten zusammen, wobei die Materialkosten den weitaus größeren Anteil haben. Diese teilen sich auf die Bestandteile Solarmodule, Montagesysteme, Wechselrichter, Solarleitungen und sonstige Bauteile auf. Während die Preise (ohne Steuern aber mit Montage) pro Kilowattpeak vor knapp zehn Jahren noch bei rund 5.000 Euro lagen, kosten sie heute in der Regel weniger als 1.500 Euro. Das bedeutet eine Preissenkung von über 60 Prozent. Hinzu kommen optional die Kosten für einen Stromspeicher. Die Kosten für die Stromspeicher für Einfamilienhäuser sind derzeit noch recht hoch und beginnen bei rund 4000 Euro, lassen sich jedoch über Förderprogramme senken. Bei den hohen Anschaffungskosten gilt es zu bedenken, dass die Solarzellen einer qualitativ hochwertigen Photovoltaik-Anlage eine Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren haben können. Stromspeicher sollen mindestens 20 Jahre halten.

Wichtig ist vor dem Kauf einer Photovoltaik-Anlage die fundierte Beratung durch eine Fachfirma. Denn die Qualität der angebotenen Anlagen unterscheidet sich zum Teil stark. Und die Montage sollte ebenfalls unbedingt durch einen Fachbetrieb übernommen werden, um eine Leistungsfähigkeit möglichst nah an der Nennleistung zu erzielen.


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