Planungsgrundlagen: Barrierefreie Küche

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Eine barrierefreie Küche ist für körperlich beeinträchtigte Menschen wichtiger Teil der Lebensqualität. Erfahrungswerte bei der Planung sorgen für maximale Ergonomie.

Barrierefreie Küche, Barrierefreiheit
Auch für Rollstuhlfahrer sollten Arbeitsplatte und Herd problemlos erreichbar sein. Foto: tdx/Haas Fertigbau Foto: tdx/Haas Fertigbau

Bis zu 40 Prozent seiner Zeit verbringt der Mensch in der Küche, dieser Raum zählt damit zu den am häufigsten genutzten in der Wohnung. Für körperlich beeinträchtigte Menschen ist schon allein deshalb eine funktionelle, barrierefreie Küche besonders wichtig. Zu beachten sind Arbeitshöhen ebenso wie die gute Erreichbarkeit aller Schrankinhalte und die Sicherheit bei der Ausstattung und Anordnung der Elektrogeräte, insbesondere des Herdes.

Planungsgrundsätze für die barrierefreie Küche

In der Küche passiert deutlich mehr als in den anderen Räumen einer Wohnung. Deshalb muss gerade in der barrierefreien Küche alles gut durchdacht sein, um auch für Körperbehinderte eine maximale Funktionalität zu ermöglichen. Als optimal sind folgende Einbauten zu bewerten:

  • Beim Einbau der Küchenelemente muss bereits die optimale Höhe der Arbeitsflächen berücksichtigt werden, diese richtet sich nach der Art der körperlichen Beeinträchtigung. Besonders komfortabel sind Möbelsysteme mit manuell höhenverstellbaren Arbeitsflächen.

  • Absenkbare Oberschränke per Tastendruck bieten maximalen Komfort auch für sitzende Personen und dennoch eine gute Ausnutzung des Platzes in der Küche.

  • Spezielle Spülbecken und unterfahrbare Arbeitsplatten erhöhen die freie Beweglichkeit in der Küche.

  • Unterfahrbare Kochfelder und die erhöhte Installation des Backofens sowie Teleskopauszüge erleichtern die Zubereitung von Mahlzeiten. Aus Sicherheitsgründen sollten die Kochfelder nebeneinander angeordnet sein, besonders sicher sind Induktionsherde. Eine vollständig umschwenkbare Backofentür ermöglicht einen komfortablen Gebrauch und eine leichte Entnahme heißer Kochgeräte.
  • Da durch die erforderliche Unterfahrbarkeit die meisten Unterschränke entfallen, sollten Rollcontainer eingeplant werden. Diese bieten ebenso viel Platz, sind aber deutlich flexibler.

Bewegungsflächen in der barrierefreien Küche

Die für eine freie Beweglichkeit in der Küche erforderlichen Flächen sind in der DIN 18040-2 zu finden. Als Bewegungsfläche wird für körperlich Beeinträchtigte eine Fläche von 1,20 mal 1,20 Meter empfohlen, für Rollstuhlfahrer beträgt der Platzbedarf 1,50 mal 1,50 Meter. Die Mindesttiefe vor Küchenmöbeln beträgt 1,20 beziehungsweise 1,50 Meter. Besonders effizient und gut befahrbar für Rollstuhlfahrer sind Übereck-Anordnungen von Herd, Arbeitsplatte und Spüle. Generell gilt für die Bewegungsflächen in der Küche: je großzügiger bemessen, umso einfacher die Nutzung. Empfehlenswert sind – bei entsprechend vorhandenem Platz – Essplätze in der Küche. Der Esstisch kann als gut unterfahrbare zusätzliche Arbeitsfläche genutzt werden.


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