Planungsgrundlagen für ein barrierefreies Arbeitszimmer

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Ein barrierefreies Arbeitszimmer ist für Personen mit körperlicher Beeinträchtigung Grundlage für effizientes Arbeiten. Besonders die Verkehrsflächen müssen beachtet werden.

Barrierefreies Arbeitszimmer, barrierefreies Büro Foto: D. Ott/Fotolia.com
Ideal für Rollstuhlfahrer ist ein unterfahrbarer und höhenverstellbarer Schreibtisch im barrierefreien Arbeitszimmer. Foto: D. Ott/Fotolia.com Foto: D. Ott/Fotolia.com

Gerade bei körperlicher Beeinträchtigung bietet sich die Arbeit im Home Office an. Dort, aber auch im Büro müssen spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz erfüllt werden. Grundsätzlich gelten auch hier die Vorschriften und Empfehlungen der DIN 18040, die sich mit dem Bereich barrierefreies Wohnen beschäftigt. Seit August 2012 sind neue technische Regeln für barrierefreie Arbeitsstätten (ASR) veröffentlicht. Diese Empfehlungen gelten zum Teil auch für das barrierefreie Arbeitszimmer zu Hause.

Verkehrsflächen für ein barrierefreies Arbeitszimmer

Dreh- und Angelpunkt von barrierefreien Räumen ist der erhöhte Platzbedarf, der für die Nutzung eines Rollstuhls oder von Gehhilfen erforderlich ist. Aus der DIN 18040-1 ergeben sich folgende Werte:

  • Für Rollstuhlfahrer ist ein Wendekreis von mindestens 1,50 Meter erforderlich.
  • Personen mit Gehhilfen benötigen eine Fläche von 90 mal 70 Zentimetern für die freie Beweglichkeit.
  • Soll ein Raum mit dem Rollator gut begehbar sein, besteht ein Platzbedarf von 80 Zentimetern mal einem Meter.
  • Als Platzbedarf für Bewegungsflächen ohne Richtungsänderungen muss eine Fläche von 1,20 mal 1,20 Meter eingeplant werden.


Neben den erforderlichen Verkehrsflächen müssen auch die Türen eine bestimmte Durchgangsbreite vorweisen. Die lichte Breite der Tür ins Arbeitszimmer muss mindestens 90 Zentimeter betragen, der Türdrücker muss für Rollstuhlfahrer auf einer Höhe von 85 Zentimetern angebracht werden.

Der Arbeitsbereich

Der eigentliche Arbeitsbereich im barrierefreien Arbeitszimmer muss gut durchdacht sein, sodass auch vom Rollstuhl aus alle Einrichtungen genutzt werden können:

  • Der Schreibtisch muss mit dem Rollstuhl unterfahrbar sein, ideal sind höhenverstellbare Schreibtische.
  • Für körperlich beeinträchtigte Personen, die nicht im Rollstuhl sitzen, muss ein ergonomischer und passender Arbeitsstuhl vorhanden sein.
  • Der Schreibtisch darf nur so tief sein, dass auch vom Rollstuhl aus alle Utensilien erreicht werden können.
  • Regale und Schränke sowie die Arbeitsgeräte müssen in gut greifbarer Höhe angebracht sein, optimal sind an der Wand angebrachte Regale und Schränke, die mit dem Rollstuhl unterfahren werden können.
  • Schränke, die mit Teleskopauszügen ausgestattet sind, erleichtern den Zugriff auf die Inhalte.


Neben den auf die Beeinträchtigung abgestimmten Einrichtungsgegenständen und Verkehrsflächen müssen auch die Arbeitsmittel selbst auf den Benutzer abgestimmt werden. So können unter anderem Großtastentelefone, Lautstärkeverstärker oder Sehhilfen erforderlich sein.


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