Planungsgrundlagen für ein barrierefreies Bad

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Soll ein barrierefreies Bad in eine Wohnung eingebaut werden, gibt es einiges zu beachten. Der erforderliche Platzbedarf ist in DIN-Vorschriften festgelegt.

Barrierefreies Bad, barrierefrei
Das barrierefreie Bad – komfortabel und sicher. Foto: LUCKAS/Fotolia.com Foto: LUCKAS/Fotolia.com

Damit ein Badezimmer barrierefrei, also auch für Menschen mit Behinderung oder Einschränkungen frei zugänglich ist, müssen verschiedene Planungsgrundlagen berücksichtigt werden. Dabei reicht es nicht aus, einfach etwas mehr Platz einzuplanen - auch bei der Gestaltung der sanitären Anlagen sind spezielle Anforderungen zu beachten.

Grundbedingungen im barrierefreien Badezimmer

Verschiedene DIN-Vorschriften legen für den öffentlichen Bereich fest, welchen Platzbedarf ein behindertengerechtes Bad braucht. Auch im privaten Bereich können diese Werte verwendet werden. Generell sind folgende Punkte zu beachten:

  • Der Waschtisch sollte über ausreichende Abstellflächen verfügen. Auch eine seitliche Nutzung sollte möglich sein. Die Form des Waschtisches muss an die Körperformen angepasst sein. Weiterhin muss das Waschbecken unterfahrbar sein und so viel Freiheit bieten, dass man mit einem Rollstuhl darunter passt beziehungsweise sich im Sitzen waschen kann. Optimal als Armatur sind Einhebelmischer.
  • Für das Toilettenbecken sind folgende Punkte wichtig: Die Spülung wie auch der Toilettenpapierhalter müssen gut erreichbar angebracht werden. Klappbare Stütz- und Hebehilfen erleichtern die Benutzung.
  • Die barrierefreie Dusche ist vor allem für Rollstuhlfahrer bodengleich auszuführen, auch Gehbehinderte profitieren davon, dass sie keine Kante übersteigen müssen. Ein rutschfester Bodenbelag ist ebenso wichtig wie eine Sitzgelegenheit im Duschbereich, auch Haltegriffe müssen eingeplant werden. Die Duschabtrennung muss sich nach außen öffnen.
  • Für Badewannen sind Einstiegshilfen vorzusehen, Lifter müssen den oberen Wannenrand überfahren, damit das Aus- und Einsteigen problemlos erfolgen kann. Trittstufen oder Wannengriffe benötigen eine sichere und stabile Verschraubung.
  • Für alle Armaturen im barrierefreien Badezimmer gelten die gleichen Anforderungen. Sie müssen in gut erreichbarer Höhe angebracht sein, zu empfehlen sind leicht bedienbare Einhebel-Mischaggregate. Thermostate bieten einen wirksamen Verbrühungsschutz. Für motorisch stark eingeschränkte Personen sind berührungsgesteuerte Armaturen besonders komfortabel.

Platzbedarf für ein barrierefreies Bad

In der DIN-Vorschrift 18040-1 ist der Platzbedarf im barrierefreien Badezimmer geregelt. Der größte Bedarf besteht für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Personen mit Krücken oder Rollatoren. Die Wendefläche für einen Rollstuhlfahrer beträgt 1,50 mal 1,50 Meter, ohne Richtungsänderung beträgt die freie Grundfläche vor sanitären Anlagen 1,20 mal 1,20, Meter - die Flächen dürfen sich überlagern. Am WC sind Bewegungsflächen von 90 mal 70 Zentimetern vorzusehen, um das Umsteigen zu ermöglichen, sind seitlich am WC Bewegungsflächen von 90 mal 70 Zentimetern vorzusehen. Für Durchgänge und Türen muss eine lichte Breite von 90 Zentimetern eingehalten werden. Die erforderliche Grundfläche für ein barrierefreies Bad mit Dusche und WC beträgt mindestens 3,2 und für Rollstuhlfahrer 5,4 Quadratmeter.

Wer plant, ein barrierefreies Bad ins Eigenheim einzubauen, sollte vorab mit seiner Krankenkasse sprechen. In einigen Fällen werden die Baumaßnahmen oder erforderliche Einbauten auf Antrag finanziell bezuschusst. Steuerlich gelten behinderungsbedingte Umbaumaßnahmen laut Urteil des Bundesfinanzhofes zu den außergewöhnlichen Belastungen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet für altersgerechtes Umbauen spezielle zinsvergünstigte Kredite an.


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1 Kommentar

andreas stecker am 30.01.2018 20:45

Das macht Sinn, dass man mit der Krankenkasse sprechen soll, wenn man so ein Bad bauen will. Ich kann mir vorstellen, dass sowas beim Bauen helfen würde. VG

[Kommentar um Link gekürzt, d. Red.]

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