Planungsgrundlagen für ein barrierefreies Schlafzimmer

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Barrierefreiheit in den eignen vier Wänden bedeutet gerade für Ältere oder Menschen mit Einschränkungen und Behinderung ein großes Stück Lebensqualität. Das gilt auch für ein barrierefreies Schlafzimmer.

Barrierefreies Schlafzimmer, barrierefrei
Mehr Platz und angepasstes Mobiliar sind ausschlaggebend für das barrierefreie Schlafzimmer. Foto: Peter Atkins/Fotolia.com Foto: Peter Atkins/Fotolia.com

Zum barrierefreien Wohnumfeld gehört ein Schlafzimmer, in dem sich Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen möglichst ungehindert bewegen können. Wie immer beim barrierefreien Wohnbau gilt, dass vor allem ein höherer Platzbedarf erforderlich ist. Ebenso muss das Mobiliar für das barrierefreie Schlafzimmer an die jeweiligen Bedürfnisse und Einschränkungen angepasst werden.

Grundsätzliche Überlegungen für das barrierefreie Schlafzimmer

Welchen Platzbedarf der Nutzer eines barrierefrei gestalteten Schlafzimmers benötigt, ist unter anderem in der DIN 18025 geregelt. Die Vorschriften spiegeln allgemeine Erfahrungswerte wider und können so als gute Richtlinie für die Planung dienen. Folgende Aspekte müssen bereits im Planungsstadium berücksichtigt werden:

  • Die Bewegungsfläche entlang der Betteinstiegsseite muss für Rollstuhlfahrer mindestens 1,50 Meter breit sein, Gehbehinderte kommen mit einer Breite von 1,20 Meter aus.
  • Vor Betten, Kommoden und Schränken muss die Bewegungsfläche mindestens 90 cm breit sein, Rollstuhlfahrer benötigen auch hier für die frontale Anfahrt eine Tiefe von 1,50 Meter.
  • Die Betthöhe muss so gewählt werden, dass ein bequemes Aus- und Einsteigen möglich ist. Als Richtlinie gilt: Die Oberkante der Matratze sollte nicht höher als 55 Zentimeter über dem Fußboden liegen. Aufrichthilfen, Sicherungsgitter oder Vibrationswecker können ergänzend den Komfort erhöhen.
  • Vom Bett aus muss ein Lichtschalter erreichbar sein, ebenso wichtig ist eine komfortabel große Ablage, auf der auch das Telefon untergebracht werden muss.
  • Eine Zusatzheizung kann besondere Ansprüche in Bezug auf den Wärmebedarf decken.
  • Damit keine Allergien entstehen können, sollten nur schadstoffgeprüfte und reizarme Materialien verwendet werden.
  • Die Ausstattung der Schränke muss ebenfalls an die besonderen Bedürfnisse angepasst sein. Hilfreich sind ausklappbare Kleiderstangen oder begeh- beziehungsweise befahrbare Schränke. Der Schrankinnenraum muss sinnvoll beleuchtet werden.
  • Für einen ungehinderten Zugang in den Raum müssen die Türbreiten für barrierefreies Wohnen eine lichte Mindestbreite von 80 Zentimeter, für Rollstuhlfahrer von 90 Zentimeter aufweisen, vor und hinter den Türen müssen die erforderlichen Bewegungsflächen vorhanden sein. Schiebetüren sind vor allem bei beengteren Raumverhältnissen sehr praktikabel.


Soll ein barrierefreies Schlafzimmer nachträglich eingebaut werden, lohnt sich eine Nachfrage bei der Krankenkasse als möglicher Kostenträger. Auch Pflegekasse und die verantwortlichen Sozialstellen innerhalb der Kommunen lassen sich je nach vorliegenden Voraussetzungen eventuell an den Kosten beteiligen.


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