Rohbau winterfest machen

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Wenn der Rohbau erst mal steht, haben Häuslebauer einen erheblichen Teil des Bauvorhabens in Eigenregie geschafft. Damit dieser jedoch bei einer Baupause im Winter keinen Schaden nimmt, sollten Bauherren den Rohbau winterfest machen.

 Um den Rohbau winterfest zu machen, sollten Mauerkronen mit Folie abgedeckt werden, damit die Steine sich nicht mit Wasser vollsaugen. Foto: 3d-Master/Fotolia Foto: 3d-Master/Fotolia

Wenn Bauherren mit einer Baufirma bauen, ist diese dafür verantwortlich, den Rohbau winterfest zu machen. Eine Kontrolle dieser Maßnahmen kann jedoch nicht schaden. Und insbesondere Bauherren, die viel Eigenleistung beim Bauen einbringen, sollten wissen, wie sie selbst die Baustelle vor Regen und Schnee schützen können. So können Schäden vermieden werden, damit der Bau nach der Trockenphase im Winter wie geplant weitergehen kann.

Wenn das Dach fehlt

Sind Keller und Erdgeschoss fertig und nur das Dach fehlt, gibt es zwei Dinge zu tun. Erstens sollte der offene Zugang der Kellertreppe abgedichtet werden, damit weder Regen noch Schnee in den Keller eindringen kann. Denn wenn das Wasser wochenlang im Keller steht, saugen sich Boden und Wände voll, was auch zu Schäden an der Bausubstanz führen kann. Daher mit Eimer und Schaufel stehendes Wasser und Schnee beseitigen oder am besten den Zugang frühzeitig abdichten. Dazu besorgt man sich aus dem Fachhandel eine etwas dickere Baufolie, legt diese über den Kellertreppenabgang und beschwert die Folie mit Dielen und Brettern. Ebenso sollten alle Löcher, die für die spätere Verlegung von Rohren und Leitungen angelegt wurden, abgedeckt werden.
Die zweite Maßnahme ist, die offenen Mauerkronen mit Folie abzudecken, da sonst die Steine voll Wasser laufen. Gefriert dieses dann, dehnt es sich aus und es bilden sich Risse im Stein. Außerdem brauchen nasse Mauern lange zum Trocknen, was das Verputzen im Frühjahr verzögern oder sogar zusätzliche Kosten für das Aufstellen von Bautrocknern bedeuten kann.

Wenn das Dach vorhanden ist

Ist bereits ein Dach vorhanden und die Fenster eingebaut, sollte geprüft werden, ob alle Öffnungen geschlossen und dicht sind. Falls nicht, muss auch hier wieder mit Folie abgedichtet werden. Wurden in den unteren Geschossen Estrich und Putz aufgebracht, entsteht viel Feuchtigkeit, die über den Winter trocknen muss. Dazu können elektrische Bautrockner eingesetzt werden. Denn die warme, feuchte Luft aus dem Erdgeschoss steigt nach oben und schlägt sich dort an den kühleren Dachsparren nieder und kondensiert. Ideale Voraussetzungen für Schimmel. Außerdem sollten Bauherren sich vergewissern, ob das Wasser aus Regenrinnen und Fallrohren vom Haus weggeleitet wird. Keinesfalls darf das Wasser direkt an der Hauswand im Erdreich versickern. Ist dies der Fall, sollte man ein längeres Kunststoffrohr am Fallrohr montieren und damit Regenwasser ins Gelände umleiten.

Baustelle vor Einbruch schützen

Verfügt der Rohbau über Fenster und Außentüren, sollten diese gut verschlossen werden. Bauherren können Rohbau und Baustelle mit einem Bauzaun sichern. So ist wenigstens ein Minimum an Schutz vor Einbruch und Vandalismus gegeben. Herumliegendes Werkzeug sowie Baumaterial wie Zement, Steine und Dämmstoffe werden am besten trocken und diebstahlsicher gelagert. Trotz aller Sicherungsmaßnahmen hilft meist nur die regelmäßige Kontrolle vor Ort, um den Rohbau vor Schäden zu schützen oder diese wenigstens einzudämmen.


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