Saisonspeicher für die Sonnenwärme: Solarer Pufferspeicher fürs Haus

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Mit einem Pufferspeicher kann man solare Wärme auch für Zeiten speichern, in denen die Sonne nicht scheint. Gigantische Saisonspeicher in Kombination mit großzügig dimensionierten Solarkollektoren können sogar eine Heizung ersetzen.

Foto: Rotex Solaris
Foto: Rotex Solaris Foto: Rotex Solaris

Bei Neubauten ist eine Solaranlage für Warmwasser und eventuell auch zur Heizungsunterstützung inzwischen gang und gäbe. Und auch bei der Sanierung eines vorhandenen Hauses setzen Bauherren immer öfter auf die Kraft der Sonne. Damit die Sonnenenergie nicht nur genau in dem Moment nutzbar ist, in dem die Sonne scheint, bedarf es hierbei jedoch immer eines solaren Pufferspeichers.

Pufferspeicher für das Warmwasser

Die einfachste Variante ist dabei eine kleine Anlage, die lediglich von Frühjahr bis in den Herbst die Warmwasserversorgung für ein Einfamilienhaus garantiert. Dabei reichen meist vier bis acht Quadratmeter Solarkollektorfläche auf dem Dach sowie ein kleiner Pufferspeicher von 300 bis 500 Litern aus. Der Vorteil ist, dass die konventionelle Heizung - meist Gas oder Öl - in den wärmeren Monaten komplett abgeschaltet werden kann. Realistischerweise lässt sich mit solchen Anlagen das Energie-Äquivalent von rund 200 bis 250 Litern Heizöl im Jahr einsparen.

Mehr Kollektorfläche, größerer Speicher: Heizungsunterstützung

Etwas größer dimensioniert sind Anlagen, die zumindest in der Übergangszeit auch einen Teil der Heizungsenergie liefern. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus sind hier Kollektorflächen von acht bis 15 Quadratmetern und Pufferspeichergrößen von 500 bis 1.000 Litern gängig. Je nach Dimensionierung und Auslegung ist mit solchen Anlagen ein solarer Deckungsgrad für Warmwasser und Heizung von zehn bis 30 Prozent zu erreichen.

Saisonspeicher auch für den Winter

Doch es geht noch mehr: Inzwischen gibt es sogenannte Sonnenhäuser, bei denen die solare Deckung mindestens 50 Prozent beträgt. Möglich ist das nur, wenn auf dem Dach noch mehr Kollektorfläche installiert und vor allem die Größe des Speichers üppig dimensioniert wird. Sonnehäuser verfügen in der Regel über Saisonspeicher mit mehreren Tausend Litern Volumen und bisweilen besteht die gesamte Südseite des Dachs ausschließlich aus Kollektoren. Es wurden sogar schon einige Sonnenhäuser gebaut, die auch im Winter ausschließlich mit gespeicherter Sonnenenergie beheizt werden, so zum Beispiel ein 2007 fertig gestelltes Mehrfamilienhaus in der Schweiz mit über 1.200 Quadratmetern Nutzfläche, einem riesigen Solardach sowie einem Saisonspeicher mit 205.000 Litern Volumen.

Wichtig bei großen Speichern: Temperaturschichtung

Selbst bei großen Saisonspeichern funktioniert die Rechnung: Im Sommer tanken, im Winter verbrauchen, nicht vollständig. Um auch im Winter genug Energie zu haben, müssen die Solarkollektoren auch in der kalten Jahreszeit Sonnenwärme tanken. Das gelingt mit einer konsequenten Südausrichtung des Solardachs und einer steilen Neigung der Kollektoren, um auch die tiefe Wintersonne optimal zu nutzen. Zudem erhöht ein Schichtspeicher die Effizienz des Gesamtsystems. Bei diesem ist die Temperatur, wie der Name schon sagt, geschichtet: unten kühler, oben wärmer. Erreicht wird die Schichtung unter anderem dadurch, dass ein großer Speicher mehrere Be- und Entladestellen hat. So können die Kollektoren auch im Winter bei nur mäßiger Sonne bereits Energie liefern, weil sie in den unteren, nur mäßig warmen Bereich mittels Wärmetauschern Wärmeenergie einbringen, die nur geringfügig über derjenigen in diesem Bereich liegen muss. Für den Betrieb einer Flächenheizung in einem gut gedämmten Haus reicht bereits eine relativ geringe Vorlauftemperatur von oft rund 25 Grad Celsius, um einen Raum angenehm aufzuheizen. Schichtspeicher in Kombination mit Flächenheizungen sind deshalb sehr effizient, da sie auch das bisschen Sonnenenergie im Winter nutzen können.

Große Solarspeicher sind teuer

Ein solcher Solarspeicher ist allerdings nicht ganz billig: So verlangt die Firma des Schweizer Solarpioniers Josef Jenni für einen gut gedämmten Saisonspeicher mit 9.400 Litern Volumen rund 20.000 Schweizer Franken, umgerechnet also 16.000 Euro (Stand: Dezember 2011). Das Modell mit 31.500 Litern Volumen kostet fast zweieinhalb Mal so viel. Außerdem muss der Riesenspeicher ja auch irgendwo untergebracht werden: In einem überwiegend mit Solarenergie beheizten Gebäude erfolgt das meist im Inneren - was etwas Wohnfläche wegnimmt - oder auch unterirdisch, etwa dann, wenn der Speicher unter der Garage vergraben wird.


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