Sanieren mit Fassadenplatten

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Die Fassade ist der Mantel des Hauses: Im Optimalfall ist er hübsch, kleidsam und wärmt. Vor allem dann, wenn dieser Mantel nicht richtig warm hält, sollte saniert werden. Eine Möglichkeit sind vorgehängt Fassadenplatten.

Fassadenplatten, Faserzementtafeln, Eternit
Gebäudehülle und Dach aus einem Guss: Hier kamen Faserzementtafel zum Einsatz. Foto: Eternit/Architekt: Z59 Architekten, München Foto: Eternit/Architekt: Z59 Architekten, Mün

Um das Haus schon warm einzupacken, haben sich in der Praxis zwei Systeme bewährt: das Wärmedämmverbundsystem - kurz WDVS, oder auch Vollwärmeschutz genannt - und die vorgehängte, hinterlüftete Fassade (VHF). Beide sind sowohl im Neubau als auch bei der Altbausanierung gebräuchlich; beide lassen sich auch in Eigenregie ausführen, jedoch mit einem Unterschied: Verbundsysteme werden zumeist auf die Außenwand geklebt und zum Schluss verputzt, weshalb der Heimwerker Maurer- und Putzerqualitäten vorweisen sollte. Eine hinterlüftete Fassade dagegen wird vor allem montiert, weshalb eher herkömmliche handwerkliche Fähigkeiten gefragt sind.

Material und Optik

Fassaden aus Stahl und Glasplatten zieren oft moderne Bürohochhäuser; auch Tonziegel-, Keramik-, Titanzink- und Aluminiumverbundplatten finden sich bei größeren Gebäuden.  Die Auswahl an Formen, Farben, Stoffen und architektonischen Ideen erscheint schier unendlich. Im Eigenheimbau dagegen haben sich eher einige Klassiker etabliert, allen voran - die Kunststoffpaneele. Das können beispielsweise vorgefertigte faserverstärkte Harzkompositplatten oder solche aus Polypropylen sein, aber auch diverse Hohlkammerprofile sind gebräuchlich. In jedem Fall wird von Kunststoffen erwartet, dass sie witterungsbeständig, schlagfest, farbecht und auch recyclebar sind.

Für das Erscheinungsbild hat sich die Industrie allerhand einfallen lassen: es gibt Oberflächen, die Klinker oder Putz nachbilden, auch Schiefer-, Bruchstein-, oder Schindelmuster sind erhältlich. Ausschlaggebend bei der Auswahl des Designs der Fassadenplatten ist vornehmlich der Geschmack des Hausbesitzers. Allerdings ist es nicht jedermanns Sache, wenn sich die Verklinkerung eines Eigenheimes bei näherer Betrachtung als Kunststofffassade entpuppt. Ihr Preis jedoch und die Möglichkeit, sie schnell und vergleichsweise einfach anzubringen sind durchaus schlagende Argumente. Wer Kunststoff nun partout nicht mag, findet auf dem Markt genug Alternativen, unter anderem Fiberglas und Faserzement.

Verarbeitung der Fassadenplatten

Die Hersteller bieten zumeist fortlaufende Stecksysteme an, damit die Stöße der einzelnen Platten nicht sichtbar werden, und liefern dem Heimwerker auch das komplette Zubehör. Er muss allerdings sehr sorgfältig arbeiten und streng auf  Maßhaltigkeit achten, wenn er lange Freude an seiner neuen Fassade haben will. Vor allem sind die vorgegebenen Fixierpunkte zu beachten. Statt einer einfachen Bohrung werden oft Langlöcher vorgesehen, damit sich die Fassadenplatten bei Erwärmung ausdehnen können.

Trotz konstruktiver Raffinessen wird ein solches System niemals vollständig wasserdicht sein können, denn Winddruck und Schlagregen wird es immer geben. Darum ist es besonders wichtig, dass die Hinterlüftung funktioniert, die Luft zwischen den senkrechten Latten also gut zirkulieren kann. Deshalb müssen die Latten mindestens 24 mal 48 Millimeter, besser noch 40 mal 60 Millimeter stark sein, was dem Standardmaß für Dachlatten entspricht. Es versteht sich, dass die gesamte Unterkonstruktion aus imprägnierten Hölzern bestehen sollte.

Im Allgemeinen sind für die Montage also keine außergewöhnlichen Werkzeuge und auch keine speziellen Fertigkeiten notwendig; für die meisten Heimwerker wird eher die Beschaffung einer ausreichend hohen Rüstung eine Klippe darstellen. Wer sie umschiffen kann und es sich zutraut, seine Fassadenplatten penibel zu verarbeiten, wird Jahrzehnte lang ungetrübte Freude am pflegeleichten Mantel seines Hauses genießen können.


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1 Kommentar

garagenmann am 26.06.2018 12:06

Interessanter Artikel. Dennoch sollte man ergänzend hinzu fügen, dass es auch ganz tolle Fassadenplatten aus ultrahochfestem Faserbeton UHFB / UHPC gibt, die nur 16mm dick, aber dennoch nahezu unverwüstlich sind. Die gibt es in allen... mehr

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