Seegras – Dämmstoff aus dem Meer

Lesermeinungen:  

(67)

Von der Flut an den Strand geschwemmt, sind Seegrasbälle hervorragende Spielzeuge für Hunde oder im Zuhause maritime Dekoelemente. Allerdings kann man damit auch das Haus dämmen. Ganz gleich, ob das Seegras aus der Ostsee oder dem Mittelmeer stammt, stets handelt es sich um einen Naturdämmstoff mit vielen positiven Eigenschaften: Seegras dämmt gut, brennt nur schwer und zieht kein Ungeziefer an.

Aus Seegras kann Dämmmaterial gewonnen werden. Foto: Sophie Noel/fotolia.com Foto: Sophie Noel/fotolia.com

Anders als Holz oder Getreide muss Seegras nicht eigens angepflanzt werden, stattdessen wächst es in großen Mengen in der Ostsee sowie im Mittelmeer. Dementsprechend entstehen für den Anbau dieses Naturdämmstoffs keine Kosten für Bodennutzung, Dünger und Wasser. Auch die Ernte ist vergleichsweise günstig, da das Meer das Seegras einfach an den Strand spült. Dort wird es entweder per Hand oder per Traktor eingesammelt. Eine neuere Methode ist es, das angetriebene Seegras, direkt aus dem Wasser zu fischen. Da das Material zudem nur sehr schlecht verrottet, befreit der Mensch das Meer durch diese Nutzungsform von einer Art Sondermüll.

Dämmstoff Seegras: Häuser bleiben länger kühl

Seegras ist ein sehr vielfältiger Dämmstoff. Nach der Ernte wird es zerkleinert und gereinigt. Das so erhaltene Fasermaterial kann zum Dämmen von Dächern, Decken und Wänden eingesetzt werden. Die Wärmedämmwirkung entspricht der von üblichen mineralischen und fossilen Dämmstoffen. Beim sommerlichen Wärmeschutz erzielt das Seegras sogar überdurchschnittliche Werte. So bleiben mit Seegras gedämmte Häuser im Sommer länger angenehm kühl.

Ein weiterer großer Vorzug vom Dämmstoff Seegras ist seine Sorptionsfähigkeit. Das bedeutet, dass Seegras Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben kann, ohne dass die Dämmwirkung dabei verloren geht. Ein vorübergehender Feuchtigkeitseinfluss führt bei Seegras in der Regel auch nicht zu einer Schimmelbildung. Dies liegt auch an dem hohen Salzgehalt von bis zu zwei Prozent. Dieser hohe Silikatgehalt wirkt sich noch in weiterer Weise positiv auf das Dämmverhalten von Seegras aus: Zum einen sorgt dieser Umstand dafür, dass Milben, Mäuse und anderes Ungeziefer den Dämmstoff aus dem Meer nicht mögen. Somit besteht bei Seegras, anders als bei einigen anderen Naturdämmstoffen, ein recht geringes Risiko des Ungezieferbefalls. Zudem macht der Silikatgehalt das Seegras zu einem schwer entflammbaren Baustoff. Denn Seegras glimmt nur kurz auf. Und schließlich kommt Seegras ohne chemische Zusätze aus. Das verbessert nicht nur das Wohnklima, sondern ist auch beim Einbau des Dämmstoffs sehr angenehm.


Ihre Meinung zählt

(67)
3.4 von 5 Sternen
5 Sterne
 
13
4 Sterne
 
26
3 Sterne
 
9
2 Sterne
 
13
1 Stern
 
6
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Dämmstoffe
Neuen Kommentar schreiben