Solarluft-Kollektoren: Heizung für die Übergangszeit

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Solarluft-Kollektoren nutzen erwärmte Luft als Wärmeträger. Vor allem in den Übergangszeiten können die Kollektoren die Heizung ersetzen und somit einiges an Wärmeenergie einsparen.

Wer Solarluft-Kollektoren verwendet, kann die Heizung in der Übergangszeit ausschalten und jede Menge Wärmeenergie sparen. Foto: digital-designer/fotolia.com Foto: digital-designer/fotolia.com

Solarluft-Kollektoren nutzen erwärmte Luft als Wärmeträger. Vor allem in den Übergangszeiten   können die Kollektoren die Heizung ersetzen und somit einiges an Wärmeenergie einsparen.
Schon im Römischen Reich wurde warme Luft genutzt, um kalte Fußböden zu erwärmen. Heißer Rauch wurde dazu durch Hohlräume im Bodenaufbau geleitet. Die erste solare Warmluftheizung entstand in den 1890er Jahren in den USA. Moderne Sonnenluft-Kollektoren funktionieren ganz ähnlich wie die Solarthermie, nur dass statt Wasser Luft als Wärmeträger genutzt wird. Die in den Kollektoren aufgeheizte Luft wird in die Wohnräume geleitet und erhöht so die Raumtemperatur.

Kostengünstige Warmlufterzeugung durch Solarenergie

Der große Vorteil der solaren Luftkollektoren ist, dass keine aufwendige Heizungsanlage erforderlich ist, um die Wärmeenergie an die Raumluft abzugeben. Bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen besteht ein guter Wirkungsgrad, solange die Temperatur der Warmluft über der der Raumluft liegt. Die Konstruktion der Luftkollektoren ist denkbar einfach, im Handel sind Bausätze erhältlich, sodass die Anlage kostengünstig selbst installiert werden kann. Hinsichtlich der Wirksamkeit geht man davon aus, dass eine Sonnenheizung in den Übergangsmonaten fünf bis 25 Prozent Heizenergie einsparen kann, ein Quadratmeter Kollektorfläche erzeugt pro Jahr die Energie von fünf bis 30 Liter Heizöl.

Vorteile der Heizung mit Solarluft auf einen Blick

Solarluft-Kollektoren sind für Neubau und Sanierungen gleichermaßen geeignet, die Vorteile des Systems sind zahlreich:

  • einfache Installation der Kollektoren oder Absorber bei Belüftungsanlagen
  • Wärmeüberschuss kann für Warmwasserbereitung genutzt werden
  • Frostsicherheit
  • interessant als zusätzliche Heizung
  • niedrige Betriebskosten
  • wartungsarm

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert Solarluft-Kollektoren mit attraktiven Zuwendungen (Stand Juni 2013):

  • Bis 40 Quadratmeter  Bruttokollektorfläche mit 1.500 bis 3.600 Euro im Gebäudebestand
  • Zwischen 20 und 100 Quadratmeter Bruttokollektorfläche in Mehrfamilienhäusern und großen Nichtwohngebäuden mit 3.600 bis 18.000 Euro

Unter bestimmten Bedingungen kann diese Förderung mit einem Kredit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) kombiniert werden.

Bau- und Funktionsweise von Solarluft-Kollektoren

Die Luftkollektoren werden in verschiedenen Formen eingebaut. Die einfachste Form ist eine Lüftungsanlage mit Zuluft, die senkrecht an der Außenwand installiert ist. Die kalte Außenluft strömt von unten in den Kollektor ein, wird erwärmt und über einen Ventilator ins Innere des Hauses befördert. Durch den einfachen technischen Aufbau lassen sich diese Anlagen leicht selbst installieren, die Kollektoren bestehen aus Absorberblechen mit Perforierung oder aus verglasten Luftkollektoren. Die Luftkollektoren können statt an der Außenwand auch auf dem Dach angebracht sein. Über ein Zuluftsystem wird die warme Luft in die Räume verteilt.

Aufwendiger konstruierte Solarluft-Kollektoren funktionieren ganz ähnlich wie Flüssigkollektoren. Die Luft wird über die Absorberschicht der Kollektoren erwärmt, die warme Luft wird per Wärmetauscher an eine Zuluftanlage, den Warmwasserspeicher oder in eine Wärmepumpe übertragen.


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