Sprossenfenster als Stilmittel

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Das Sprossenfenster ist der beste Beleg dafür, dass Fenster nicht nur rein praktische, sondern auch stilistische Funktionen erfüllen. Beim Sprossenfenster muss man zwischen dem echten und dem unechten unterscheiden.

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Moderne Fenster bieten einen guten Schall- und Wärmeschutz. Sie sollen zudem dafür sorgen, dass viel Licht in die Räume gelangt. So gesehen fallen Sprossenfenster etwas aus dem Rahmen, denn sie bestehen aus einer Vielzahl kleiner Quadrate, die durch Leisten – also die Sprossen – voneinander getrennt werden. Der Lichteinfall wird dadurch reduziert. Aber wer Fenster mit einem ganz bestimmten Stil will, nimmt das in Kauf.

Das echte Sprossenfenster

Viele kleine Glasscheiben werden bei dieser Variante des Sprossenfensters eingesetzt, die Sprossen teilen sie. Ursprünglich entstand diese Bauart, bevor es möglich war, große Fensterflächen zusammenhängend zu produzieren. Aus diesem Grund fügten Bauherren mehrere kleine Fensterquadrate zu einem Großen zusammen.

Inzwischen gibt es solche Beschränkungen nicht mehr. Stattdessen sind echte Sprossenfenster wegen des Herstellungsaufwands recht teuer und in erster Linie Liebhaberstücke. Neben dem Fenster gibt es übrigens auch die französischen Sprossentüren, also Glastüren mit eingesetzten Sprossen.

Das unechte Sprossenfenster

Wer die Kosten eines echten Sprossenfensters scheut, kann auf unechte Sprossenfenster zurückgreifen. Bei dieser Variante wird eine Isolierglasscheibe nachträglich mit Sprossen versehen. Hierfür kleben Hersteller Holzleisten außen auf die Scheibe auf. Für eine nahezu perfekte Nachahmung sorgen außerdem Sprossenattrappen aus Aluminium, die zwischen die beiden einzelnen Glasflächen des Fensters angebracht werden. So entsteht die Illusion eines durchgehenden Sprossenprofils.

Für die Aluminiumattrappen im Fensterzwischenraum gibt es zwei Bauweisen, die verhindern, dass die Attrappe zum Wärmeleiter wird. Bei der „Wiener Sprosse“ stellen Abstandshalter sicher, dass die Aluminiumleisten keinen Kontakt zur Glasoberfläche haben. Im Falle des „Schweizer Kreuzes“ übernimmt eine Pulverbeschichtung auf den Leisten diese Aufgabe. Auf diese Weise erfüllt die Isolierglasscheibe weiterhin ihre wärmedämmende Funktion.

Eine weniger perfekte, aber noch kostengünstigere Variante sind Fenster, bei denen lediglich auf die äußeren Flächen Holz- oder Aluminiumleisten aufgeklebt werden. Kritiker bemängeln hier jedoch, dass diese recht einfach als Fälschung zu erkennen sind.

Weil die Leisten von unechten Sprossenfenstern keine tragende Funktion haben, sondern lediglich der Optik dienen, sind sie oft wesentlich schmaler als echte Sprossen. Sie sind somit nicht nur kostengünstiger, als das Original, sondern schlucken auch weniger Licht.


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