Tapezieren: Gute Vorbereitung lohnt sich

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Tapezieren ist der schnelle Weg, frischen Wind in die eigenen vier Wände zu bringen. Viele Heimwerker nehmen das Tapezieren selbst in die Hand: Damit dabei alles klappt, sollte man jedoch im Vorfeld einiges bedenken.

Vliestapete, Tapezieren
Kinderleichtes Tapezieren: Vliestapeten sind einfach und schnell zu verarbeiten. Der Kleister wird direkt auf die Wand aufgetragen und die Tapete angebracht. Foto: Obi

Qual der Wahl: Welche Tapete soll es sein?

Tapeten gibt es in den verschiedensten Materialien, die auch unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden. Vliestapeten etwa sind gut für Nassbereiche geeignet, Vinyltapeten sind äußerst robust und pflegeleicht. Die entsprechenden Qualitätsmerkmale finden sich auf jeder Tapetenrolle.

Besonders für Anfänger geeignet, ist das Tapezieren mit Vliestapeten, denn hier wird der Kleister direkt auf die Wand aufgetragen und die Tapete angebracht. Anders sieht es bei Raufaser-, Papier- und Vinyltapeten aus: Diese müssen nach dem Einkleistern rund 20 Minuten weichen. Textil-, Metall- und Naturwerkstofftapeten sind aufgrund ihrer empfindlichen Oberfläche schnell ruiniert - hier sollte man also schon etwas Erfahrung mit Tapezieren mitbringen.

Gute Vorbereitung lohnt sich!

Alte Tapeten sollten restlos entfernt werden. Mit trocken abziehbaren oder spaltbaren Tapeten hat man leichtes Spiel. Schwieriger wird es bei mehreren Schichten, mehrfach gestrichenen Raufaser- oder wasserundurchlässigen Tapeten. Hier helfen Tapetenablöser und das Einritzen mit einer Nadelwalze oder ein Heißdampf-Ablösegerät.

Löcher und Risse in der Wand sollte man mit Gipsspachtel ausfüllen. Zum Tapezieren muss der Untergrund auf jeden Fall trocken, sauber, glatt, trag- und saugfähig sein - sprich: auch alte Anstriche müssen auf ihre Tragfähigkeit überprüft werden. Gleiches gilt für den Putz. Ein einfacher Trick, die Saugfähigkeit des Untergrunds zu prüfen ist, etwas Wasser an die Wand zu spritzen: Wird das Wasser sofort aufgenommen, braucht es eine Grundierung; perlt es ab, sollte man vor dem Tapezieren eine Makulatur aufbringen.

Wie viele Rollen fürs Zimmer?

Eine genaue Berechnung kann Geld und Ärger sparen: Hat man zu wenige Rollen gekauft, bekommt man später eventuell nicht mehr die gleiche Charge und es kann zu Unterschieden in Farb- und Strukturgebung kommen. Zu viele Rollen bedeuten gerade bei teuren Tapeten verschwendetes Geld. Tapetenreste sollte man aber immer aufheben, um später Ausbesserungen vornehmen zu können.

Die Faustformel lautet: Raumumfang mal Raumhöhe geteilt durch fünf ergibt ungefähr die benötigte Rollenanzahl. Fenster und Türen werden hierbei ebenfalls als Wand gerechnet. Zu beachten ist aber, dass nicht jede Rolle die gleichen Maße hat. Wer sich zudem für eine Tapete mit Muster entscheidet, muss eventuell mit einem größeren Verschnitt rechnen.

Auf den Kleister kommt es an

Neben herkömmlichen Kleistern gibt es Spezialkleister für nahezu jede Art von Tapete. Gängige Kleistersorten zum Tapezieren werden nach Herstellerangaben einfach in kaltes Wasser eingerührt und sind in der Regel nach 20 bis 30 Minuten gebrauchsfertig.

Mit gutem Werkzeug erfolgreich tapezieren

Mit dem passenden und guten Werkzeug bekommt man am leichtesten ein schönes Ergebnis. Ein stumpfes Messer etwa kann die Tapetenkanten ausreißen, schmutzige Bürsten können unschöne Flecken hinterlassen. Zollstock, Messer oder Schere, Kleisterpinsel, Tapezierbürste, -schiene und -spachtel, Gummirolle, Senklot oder Wasserwaage, Nahtroller, Eimer und Rührstab gehören auf jeden Fall zur Ausrüstung; ein Tapeziertisch kann das Tapezieren zusätzlich erleichtern.


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