Terrassendielen – die neuen Materialien

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Holz oder Stein, so hieß lange Zeit die Devise, wenn es um Terrassendielen ging. Mittlerweile sind ganz neue Materialien auf dem Markt, die die Vorteile verschiedener Grundstoffe verbinden.

Terrassendielen können aus den verschiedensten Materialen gefertigt werden. Dauerholz ist eine nachhaltige Lösung als Alternative zu Tropenholz. Foto: tdx/Dauerholz Foto: tdx/Dauerholz

Terrassendielen werden heute aus verschiedenen Materialien und Materialgemischen hergestellt. Die technischen Werkstoffe vereinen die positiven Eigenschaften der Grundmaterialien. Im Ergebnis entstehen attraktive, langlebige und formstabile Dielen, die weitgehend unempfindlich gegen Witterungseinflüsse sind. Zu den bekanntesten gehört die WPC-Terrassendiele. Ganz neu ist die sogenannte PPC-Diele, die aus Abfällen aus dem Papierrecycling besteht. Auch für die neuen Materialien gilt jedoch: Ein Terrassenbelag ist nur so gut wie die Unterkonstruktion, auf der er verlegt ist.

Terrassendielen aus WPC

Die Abkürzung WPC steht für „Wood Plastic Composits“. Diese Dielen sind aus einem Gemisch aus Holzfasern, Kunststoff und Additiven gefertigt. Beträgt der Holzanteil in den Dielen mehr als 20  Prozent, dann gehört der Baustoff in die Gruppe der Biowerkstoffe. Das verwendete Holz stammt in der Regel aus Abfällen der heimischen Holzindustrie, Tropenholz kommt nicht zum Einsatz. Durch den Verzicht auf mineralische Füllsubstanzen und lösemittelhaltige Kleber kann WPC vollständig recycelt werden. Im Endeffekt entsteht eine Diele, die sich ähnlich wie Holz an Klima- und Feuchteveränderungen anpasst. Durch den Kunststoffanteil erfolgt die Dehnung jedoch hauptsächlich in Längsrichtung. Da es sich um einen Werkstoff handelt, sind Terrassendielen aus WPC frei formbar und besitzen eine hohe Feuchteresistenz, Holzschutzmittel sind nicht erforderlich.

Terrassendielen aus Dauerholz

Das sogenannte Dauerholz entsteht, wenn Terrassendielen aus Vollholz vollständig mit einer wachsbasierten Lösung getränkt werden. Laut Hersteller wird dadurch die Belastbarkeit des Materials vergrößert, das behandelte Holz ist resistent gegen Fäulnis und vergraut weniger stark. Es ähnelt in seinen Eigenschaften dem Tropenholz. Verwendet werden Hölzer mit PEFC-Zertifizierung.

Terrassendielen aus Thermoholz

Thermoholz wird bis auf Temperaturen von 280 Grad erhitzt. Formstabilität, Holzfärbung und Lebensdauer werden durch die extreme Trocknung positiv beeinflusst, allerdings werden Elastizität und Belastbarkeit der Hölzer reduziert. Der Energieaufwand für die Trocknung ist enorm, dafür benötigt das Material keine Holzschutzmittel mehr. Lediglich gegen Vergrauen sollte die Oberfläche behandelt werden.

Terrassendielen aus PPC

Ganz neu und noch in der Entwicklung ist die Terrassendiele aus PPC. Das Material ist ein Abfallstoff aus dem Papierrecycling, das beim sogenannten Deinking-Verfahren gewonnen wird. Für die Altpapierherstellung wird die Druckerfarbe aus dem Papier entzogen, die dabei entstehenden Reststoffe werden aufbereitet und granuliert. Anschließend wird das Granulat zu einem faserverstärkten Biowerkstoff verarbeitet.

Terrassendielen aus Bambus

Gar nicht mehr so unbekannt als Material für Terrassendielen ist Bambus. Das robuste Gras, das in Asien, Australien und Amerika heimisch ist, ist formstabil und feuchtebeständig. Da es keine Gerbstoffe oder Harze enthält, bleibt die beim Holz oft lästige Verfärbung aus. Die Bambus-Dielen werden mit hohem Druck hergestellt und anschließend in einer Wachslösung imprägniert.


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1 Kommentar

Regi am 17.06.2014 15:16

Von den Holzverbundstoffdielen kann ich auf jeden Fall sagen: das ist eine richtige Topalternative zu Holz! Keine Splitter, wird nicht rutschig und unsere (wir haben MyDeck-Dielen) haben jetzt schon einige Winter auf dem Buckel und sehen... mehr

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