Thermische Solaranlagen: Warmwasser von der Sonne

Lesermeinungen:  

(10)

Thermische Solaranlagen nutzen die Kraft der Sonne, um Wasser zu erwärmen. Größere Anlagen schaffen es sogar, im Winter die Heizung zu unterstützen. Die Installation ist einfach und kann auf Schräg- und Flachdächern erfolgen.

Thermische Solaranlagen: Die Solarkollektoren auf dem Dach nutzen die Energie der Sonne, um Brauchwasser zu erwärmen. Foto: Velux Foto: Velux

Die Funktionsweise aller thermischen Solaranlagen ist annähernd identisch: In einem geschlossenen Rohrsystem zirkuliert eine Wärmeträgerflüssigkeit, die die Sonnenenergie aufnimmt und von den Kollektoren in den Speicher befördert. Dort wird die Wärme auf das Trink- oder Brauchwasser übertragen. Eine elektronische Regeleinheit überwacht und steuert die Anlage und ist mit dem Heizkessel verbunden. Wird zu wenig Solarenergie produziert, schaltet sich dieser automatisch zu. Herzstück der Anlage sind die Kollektoren, die die Trägerflüssigkeit erwärmen. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich.

Flachkollektor oder Röhre?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Kollektorsysteme, die in der Solarthermie verwendet werden. Man unterscheidet Flach- und Röhrenkollektoren.

  1. Flachkollektoren
    Flachkollketoren sind leicht an der flachen Bauweise zu erkennen. Die Abdeckung ist einfach oder mehrfach verglast, die Isolierung besteht in der Regel aus Mineralwolle. Damit ein möglichst hoher Ertrag erzielt wird, ist der Absorber meist lediglich mit einer Spezialbeschichtung versehen. Der Wirkungsgrad dieser Bauart liegt bei etwa 80  Prozent, Wärmeverluste entstehen durch Luftbewegungen und die Reflexion der Abdeckung. Insgesamt liegt die Wärmeleistung niedriger als beim anders aufgebauten Röhrenkollektor. Der Vorteil ist im günstigen Preis und in der unauffälligen Optik begründet. Ob ein Flachkollektor die erste Wahl ist, hängt vor allem von der Einbausituation ab. Diese Bauart ist immer dann ideal, wenn die Dachfläche nach Süden ausgerichtet ist und die Solarenergie nur zur Warmwasserzubereitung genutzt werden soll.

  2. Röhrenkollektoren
    Die Absorber der Röhrenkollektoren sind in luftleeren Röhren installiert und dadurch optimal isoliert. Besonders in den strahlungsarmen Monaten oder bei ungünstiger Ausrichtung ist der Wirkungsgrad deutlich höher als beim Flachkollektor, die Unterschiede können bis zu 30  Prozent betragen. Diese hohe Leistung hat jedoch ihren Preis, denn Röhrenkollektoren sind deutlich teurer, weiterhin ist eine Installation in der Dachebene meist nicht möglich. Zum Einsatz kommen die Hochleistungssysteme zum Beispiel, wenn Solarenergie als Heizungsunterstützung genutzt werden soll, auch für große Anlagen ist diese Bauart besser geeignet.

Wie viel Energie und Geld sparen thermische Solaranlagen wirklich?

Damit eine thermische Solaranlage sich auch lohnt, muss sie sich möglichst schnell amortisieren. Dieser Zeitraum misst sich am Energieertrag: Je nach Bauart und Umgebungsbedingungen kann eine thermische Solaranlage mit einer Laufzeit von 25 Jahren bis zu 60  Prozent an Energie, 16 Tonnen CO2-Emissionen und etwa 5.000 Euro an Kosten einsparen. Wird die Solaranlage auf dem Dach zusätzlich als Heizungsunterstützung genutzt, dann ergibt sich für die Warmwasserbereitung ein Einsparpotential von bis zu 60 Prozent, für die Heizungsanlage um bis zu 20 Prozent.

Das jährliche Einsparpotenzial in Abhängigkeit von den Brennstoffkosten ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Heizölpreis/ Liter Jährliches Einsparpotenzial
0,50 € 112,50 €
1,00 € 255,00 €
1,50 €  337,50 €


Wirtschaftlich interessant wird eine thermische Solaranlage eigentlich erst, wenn die Energiepreise weiter drastisch steigen. Bevor eine thermische Solaranlage auf dem Dach installiert wird, lohnt sich in jedem Fall eine präzise Kosten-Nutzen-Rechnung, um sich einen Überblick über die genauen Amortisationszeiträume und die zu erwartenden Kosten und Erträge zu verschaffen.


Ihre Meinung zählt

(10)
3.1 von 5 Sternen
5 Sterne
 
0
4 Sterne
 
4
3 Sterne
 
3
2 Sterne
 
3
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

SolarthermieWasserversorgung
Neuen Kommentar schreiben

1 Kommentar

apis am 03.07.2016 10:53

wer ein gut gefuelltes sparkonto hat, das keine Zinsen bringt, wie sähe dann die Rendite bei Solaranlagen aus?

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 04.07.2016 16:01

Hallo apis,

die Rendite einer Solaranlage ist unabhängig davon, wo das Geld bisher liegt, dafür abhängig von Faktoren wie Größe, Standort, Ausrichtung, ob Sie die Energie selbst nutzen oder ins Netz einspeisen und vielen weitern... mehr